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Erzählt werden die vielen kleinen und größeren Geschichten aus dem "City of God" genannten Elendsviertel von Buscapé. Er ist ein Kind dieses Ghettos, aber er ist dort immer ein Außenseiter geblieben, einer der am Rand steht und die Dinge beobachtet, erst nur so, später dann mit der Kamera. Durch ihn erfahren wir von den "Wild Angels", der ersten Gang dieser Favela. Ihre Mitglieder waren in den späten 60er-Jahren noch so etwas wie Helden, und ihre Raubzüge wirkten beinahe spielerisch. Doch diese Zeit der Unschuld sollte enden, als Löckchen, ein gerade einmal zehn Jahre altes Kind, einen Überfall auf ein Bordell in ein Blutbad verwandelte. Von diesem Moment an waren die "Wild Angels" Geschichte, und Löckchens Aufstieg konnte beginnen. In den 70er-Jahren hat er dann mit seiner Gang die Kontrolle über den Drogenhandel in der "City of God" übernommen und sich ein wahres Imperium geschaffen, das dann in den 80er-Jahren aber immer weiter zerbröckeln wird.
Fernando Meirelles und Kátia Lund nutzen für ihr Banden-Epos so ziemlich die ganze Bandbreite der erzählerischen und der technischen Mittel des Kino. Auf der einen Seite verfolgen sie wie einige Filmemacher des "Cinema Nuovo", die in den 70er-Jahren das brasilianische Kino weit über seine Landesgrenzen bekannt gemacht haben, einen semidokumentarischen Ansatz. Nahezu alle Rollen haben sie mit Laien aus der "City of God" besetzt, um so ein möglichst authentisches Bild der Banden und der Gewalt zu zeichnen. Auf der anderen Seite unterlaufen die beiden Filmemacher dieses realistische Konzept durch eine Inszenierung, die zugleich auf die modernen Klassiker des amerikanischen Gangsterkinos und auf den Montagestil von Musikvideos Bezug nimmt. Produktionen wie Scarface und Good Fellas, Pulp Fiction und Boogie Nights haben eine globale Filmsprache geschaffen, die sich auf die Verhältnisse in einem Elendsviertel von Rio de Janeiro genauso anwenden lässt wie auf die Drogenszene amerikanischer Metropolen.
Es ist dieser enorm kinetische, fast schon brutale Stil, der City of God 2002 in Cannes zu einer Sensation werden ließ. Seine Kraft und seine Effektivität lassen sich nicht bestreiten. Man kann sich dem Film und seinem Rhythmus kaum widersetzen. Aber genau darin liegt auch sein Problem. Die Inszenierung schiebt sich letztlich vor die Figuren, und so wäre zumindest in einigen Szenen und Momenten am Ende weniger wahrscheinlich mehr gewesen. --Sascha Westphal
Zur DVD1 (Film):
Ein Slum in Brasilien, der Stadtteil "City of god", weit entfernt vom Rio der Reichen und Schönen, auch Meer und Strand sucht man in diesem Stadtteil vergeblich. Stattdessen: Tristesse, Armut, staubige Strassen und Jugendgangs, die mit ihren Schikanen den Bewohnern - und im übrigen auch sich selbst - jede Chance auf ein besseres Leben nehmen.
Die Hauptprotagonisten - deren Geschichte von den Kinderjahren an bis in die Phase früher Adoleszenz erzählt wird - versuchen jeder für sich, dem Moloch zu entkommen; oder es zu besiegen:
Da ist zum einen Buscape, der keinen Bock hat auf ein anstrengendes Gangsterleben, sondern viel lieber Photo-Reporter werden möchte. Das erweist sich jedoch in der "City of god" als ein schwieriges Unterfangen.
Und es gibt den Gangsterboss Locke, der schon als Kind (damals noch "Löckchen" genannt) mit krimineller Cleverness und einem Hang zur exzessiven Brutalität ausgezeichnet war. Ihm gelingt es, die "City of god" einzunehmen und fast alle Drogenquartiere zu belegen.
Unterstützt wird er von Sunnyboy Bené, der im Viertel großes Ansehen und Sympathie genießt, da er den Gewalteskapaden Lockes stets souveräne Ratschläge entgegensetzt, und darüber hinaus gewisse Kleinkriminelle vor Lockes Machtdemonstrationen schützt. Bené gelingt es, Buscapes große Liebe Angeline für sich zu gewinnen, doch darüber kann ihm niemand böse sein - nicht einmal Buscape. Irgendwann hat Bené kein Interesse mehr am brutalen Gangsterleben, und wagt den Ausstieg...
Die Lage eskaliert, als Locke die Braut von Mané, dem Stecher, vergewaltigt: Die beiden Hauptgangs starten in einen blutigen Kampf, die Kinder ziehen schwer bewaffnet in die "City of god", und die Katastrophe ist bereits im Gange...
DVD2:
Hier erfährt man alles Wissenswerte über den Film. Das zum Beispiel Xavier Naidoo die Rolle des Buscape gesprochen hat.
Darüber hinaus erhält man umfangreiches Info-Material zur Entstehungsgeschichte des Films, unter anderem über die Findung der Hauptdarsteller, die aus 2000 Bewerbern - die im übrigen alle aus brasilianischen Slums stammten - ausgewählt wurden. Und außerdem ein Musikvideo, Interviews, und und und.
FAZIT: Ein geiler Film, eine Top-Zusatz-DVD, und wirklich das Beste, das man anschaffen kann. Wer diesen Film verpasst, ist einfach selbst schuld.
Das waren viele Superlative?! City of God hat sie alle verdient und noch mehr!
Ein absoluter Toptipp!
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