Als die Budgets immer kleiner und die Kosten immer höher wurden, entschieden sich Ende der Neunziger viele Studios die Produktion ihrer B-Movies von Amerika ins wesentlich billigere Osteuropa zu verlagern. Das erlaubte zwar weiterhin einen regelmäßigen Ausschuss kostengünstiger Machwerke, ließ die Qualität dieser Streifen jedoch, mal abgesehen von wenigen Ausnahmen, ins Bodenlose sinken. Der Genrefan wird nun schon seit Jahren mit diesen kaum Unterhaltung bietenden, immer schlechter werdenden Streifen gefoltert und ein Ende ist nicht abzusehen. Insbesondere die, zusammen mit der ehemaligen P.M. Entertainment, wohl berüchtigtste B-Movie-Schmiede Nu Image scheint am ehemaligen Ostblock Gefallen gefunden zu haben und dreht inzwischen fast ausschließlich dort.
"City of Fear" ist eine der ersten dorthin verlagerten Actionthriller und fällt dementsprechend mäßig aus. Mit Sicherheit ist Sofia, abseits amerikanischer Locations, mal eine Abwechslung, doch weil nur in den heruntergekommensten Gegenden gedreht worden ist, trieft dem Film die angespannte Finanzlage aus jeder Kameraeinstellung.
Unter der Regie von Routinier und Nu-Image-Dauerbrenner Mark Roper ("Human Timebomb", "Marines") schlägt B-Prügelikone Gary Daniels ("Recoil", "Cold Harvest") sich so gut wie möglich durch diese Billigproduktion, bekommt jedoch leider zu selten die Chance seine exzellenten Kampfkünste darzubieten. Als Journalist Steve Roberts verschlägt es ihn in die bulgarische Hauptstadt. Er soll hier eine Reportage über einen befreundeten Wissenschaftler schreiben, muss nach seiner Ankunft aber feststellen, dass der kurz vor seiner Ankunft bei einem Bootsumfall ums Leben kam. Roberts glaubt nicht an einen tragischen Unfall und forscht nach...
Der Actionanteil fällt leider sehr knapp aus. Weder war Geld für blutige Shootouts (man spuckt nur ab und an mal ein wenig rote Flüssigkeit), noch für vernünftige Ballereien vorhanden. Eine einzige, einigermaßen ordentlich inszenierte Verfolgungsjagd mit reichlich Blechschaden (überschlagendes Auto mit der einzigen Explosion in "City of Fear") sind da schon das Höchste der Gefühle.
Der Rest ist relativ dröge gehalten. Roberts gerät bei seinen Nachforschungen zwischen alle Fronten, ihm wird von Interpol und der Staatspolizei auf die Finger geklopft, während die Zeugen des Vorfalls schrittweise liquidiert werden. Dabei treten dann auch enorme Logiklöcher auf, die jedoch kaum weiter stören. Viel nerviger ist der billig zusammengepferchte Cast. Abgesehen von Daniels und der Münchnerin Carol Campbell (u. a. "Tatort") sind hier nämlich untalentierte bulgarische Hackfressen engagiert worden, die nun wirklich gar nichts, aber so was von gar nichts, von Schauspielerei verstehen.
Mitunter unfreiwillig komische Dialoge (Daniels IT-Kenntnisse fand ich echt zum Quietschen), viele Klischees und die lustlose Regie Mark Ropers führen zwar nicht zu einem Desaster, steigern allerdings auch nicht gerade den Filmspaß. Da sich die begrenzten finanziellen Möglichkeiten natürlich auch im Plot widerspiegeln, verkommt "City of Fear" weitestgehend zu einem missglückten Thriller, der nicht nur keinerlei Spannung bietet, sondern auch noch mit einer müden Auflösung des Ganzen aufwartet. Das Finale auf einem ehemaligen Fabrikgelände hat dann auch nicht niemanden mehr aus den Socken.
Fazit:
"City of Fear" folgt leider schon dem Trend Nu Images, um Produktionskosten zu sparen, B-Actioner in Osteuropa abzudrehen. Das sieht man dem Film aufgrund seines Looks leider stets an. So bleibt ein billiges, oft überkonstruiertes (man achte auf Daniels Taxifahrt..), unlogisches B-Movies, das abseits von Gary Daniels Kampfkünsten kaum Unterhaltung bietet. Schade um den sympathischen B-Mimen.
--- André K. (Blade Runner)