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Nachdem beim Vorgängeralbum "Client" (wie der Bandname) noch deutliche Anleihen an die großen Vorbilder der frühen 80er zu hören waren, schlägt "City" eine andere Richtung ein. Das Album wirkt schwerer, von den Sounds, Melodien und Texten her, hat mehr Indie-Appeal und erscheint nicht mehr ganz so vordergründig zirpend Retro-Stylish - wobei auch die erste Scheibe ein Hammer ist, damit hier kein falsches Bild entsteht.
Man hat ein wenig den Eindruck, dass die erste Scheibe der -gelungene- Versuchsballon war, die eigenen Interpretationen an den Zug des 80er Revivals zu hängen und "City" nun die aufgenommene Fahrt für neue Wege nutzt.
Na ja, neu ist das nicht wirklich, was man da hört, auch hier hat der Ü30 Hörer wieder so manches déjà vu Erlebnis aus den 80ern. Hier ein bisschen Joy Division und da eine Prise (der ganz frühen) The Cure. Aber eigentlich kann man das nicht mehr wirklich so einfach an einer Band X oder Y aufhängen wie bei "Client" - und das zeugt von dem eigenen Stil, den ich beim Erstling noch etwas vermisst hatte.
Songs, Bücher, Bilder... im Detail zu beschreiben ist in meinen Augen müßig, da hochgradig subjektiv. Ich spar mir das also und fasse mal meinen Gesamteindruck zusammen: Volltreffer!!!
Wer etwa nach "hundert" Jahren bangen Wartens hofft(e), The Human League oder New Order (ironischerweise wirkt Bernard Sumners auf "City" mit!) könnten/würden noch mal mit neuen Alben an frühe Glanztaten anknüpfen können - vergesst das und holt Euch dieses Werk von Client! Die beiden Damen schaffen es spielerisch, wirklich neue Songs im alten Glanz entstehen zu lassen, ganz ohne -völlig überflüssige- Anbiederung an den Zeitgeist und vermeintlich "moderne" Rhythmen und Songstrukturen.
Wow, nach dem Ding werden es Client schwer haben, nochmal eins drauf zu setzen. Wobei ich mir auch bei buchstäblich jeder einzelnen Depeche Mode Platte sicher war, dass es nicht mehr besser geht - und die Jungs es (bis zur Violator) doch jedesmal geschafft haben, den Vorgänger zu toppen...
Aber das ist eine andere Geschichte.
weitere höhepunkte sind neben dem wunderbaren opener radio (tanzflächenkompatibel und wunderbar altmodisch; man meint die analogen synthies schwerstarbeit verrichten zu hören) come on, treibend und lasziv, one day at a time mid-tempo track über eine unerfüllte liebe, the chill of november depressiv-berührend, streicherbetont in zeitlupe gespielt und wirklich in diesen monat passend und it's rock and roll. klar. ironie deluxe :)
passend dazu gibt's wie immer ein wunderbares artwork, auch innerhalb des booklets. was allerdings die bildergalerie auf der cd zu suchen hat, ist mir schleierhaft. es ist nämlich nur das coverfoto als *.jpg hinterlegt. naja, es geht in erster linie um die musik und die überzeugt wirklich.
kraftwerk + wärme + erotik + weibliche sängerinnen = client
Zuerst dachte ich immer nur, hey die Stimme kennst du doch. Lesen Sie weiter...
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