Eigentlich habe ich Citroens Ente nie gemocht und persönlich wollte ich mir die letzten 40 Jahre auch wirklich nie eine kaufen. Denn da gab es wahrlich Alternativen. In meiner Kindheit war die Ente im Autoquartett die absolute Loserkarte, 9 PS?, ja geht's noch?, danach kommt nur Pedalantrieb. Doch als Autofan, der sich gerne mit Oldtimern und ihrer Zeitgeschichte befasst, fand ich dieses sehr schön beschriebene und bebilderte Buch eine absolute Entdeckung und Bereicherung. Endlich wird die Entstehung und Entwicklung der Ente weniger von der philosophischen (die Ente als linksintelektuelles Satement), als der technischen Seite beschrieben, die Bilder - private und offizielle - lassen viel Raum und Möglichkeiten zum Selbstentdecken. Extremer noch als VW beim Käfer geizte Citroen mit Änderungen und wertete damit jede Kleinigkeit extrem auf. Ich glaube, die Ente jetzt ein wenig besser verstanden zu haben, sie auch im Kontext ihrer Zeit als das zu erkennen, was sie wohl war: eine möglichst einfache Fahrmaschine, bei der der Verzicht zur Kunstform erhoben wurde. Ähnlich vielleicht dem heutigen Tata Nano.
Bücher dieser Qualität wünschte ich mir häufiger. Sehr zu empfehlen!
PS: Das Buch ist übrigens schuld, dass ich mir plötzlich vorstellen könnte, eine Ente zu besitzen. Zum ersten Mal im Leben. Eine alte Kastenente wäre es wohl.