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Was für ein Einstand! Bei
Citizen Kane, dem allgemein als besten Film aller Zeiten beurteilten Meisterwerk von Orson Welles, gab er 1941 sein Debüt als Soundtrack-Komponist. Primär dürfte der Name Bernard Herrmann allerdings mit Alfred Hitchcock in Verbindung gebracht werden, dessen Filme er von
The Trouble with Harry/Ärger mit Harry (1955) über
The Man Who Knew Too Much/Der Mann, der zuviel wußte (1956),
Vertigo (1958),
North By Northwest/Der unsichtbare Dritte (1959) und
Psycho (1960) bis hin zu
Marnie (1964) mit Musik unterlegte. Dem nicht genug: Unter den rund 84 Scores, die Herrmann bis zu seinem Tod geschrieben hat, befinden sich außerdem
The Day The Earth Stood Still/Der Tag, an dem die Erde stillstand (1951),
The Naked And The Dead/Die Nackten und die Toten (1958),
The Seventh Voyage Of Sinbad/Sinbads siebte Reise (1958), die TV-Serie
The Twilight Zone (1959-1964) sowie Scorseses
Taxi Driver (1975), seine letzte Arbeit.
Bernard Herrmann war einer der großen Individualisten unter den Filmkomponisten. Die Art seiner Stücke und wie er die mannigfaltigen Möglichkeiten eines Orchesters einsetzte, hatte kaum etwas mit der bis dahin bekannten Art zu tun. Vom ersten Ton an war klar: Dieser Mann hasste alles Stereotype. Das Ungewöhnliche, Innovative, das Bizarre war sein Thema -- nie jedoch als selbstgefälliger Effekt. Dabei spielte er ebenso perfekt wie unorthodox auf der Klaviatur der musikalischen Kolorierung im Spannungsfeld zwischen Klassik und Jazz. Ihm genügten wenige Klangfarben, um Gefühle oder Situationen akustisch zu illustrieren.
Herrmann verließ sich nicht auf Melodien, die zwar auch bei ihm ihren Platz hatten, aber wenn schon, dann bitte mit einer nachdenklichen, nostalgischen Couleur. Aufgrund dieser Tatsache untermalte er Filme auch nicht, sondern mischte ihnen durch seine vielseitige Musik eine zusätzliche subtile Farbe bei. Wie sich das konkret anhört, ist binnen 110 Minuten anhand der 42, von den Prager Symphonikern interpretierten Kompositionen (unter denen sich Beispiele aus sämtlichen eingangs genannten Filmen befinden!) eindrucksvoll nachzuvollziehen. Keine Frage: Dieses Doppel-Album vereint in der Mischung aus Populärem und weniger Bekanntem das Beste des Gesamtwerkes eines außergewöhnlichen Filmmusikkomponisten. --Thomas Hammerl