Ein Alltagsanarchist, ein profunder Kenner des Normalen, ein Kritiker des Perfiden, ein Könner seines Faches, ein grundaufrechter Typ: Gerhard Polt.
Seine Gedanken, Texte, Filme, Bühnenstücke sind Schenkelklopfer, Aufklärer, Meinungsmacher. Der Mann ist Kabarettist, Satiriker und ganz schlicht auch ein Spaßvogel. Man merkt, dass und wie er lebt. Er „schaut dem Volk aufs Maul", er denkt für sich, für und mit anderen. Seine scharfe Beobachtungsgabe gepaart mit Wortwitz und Geist, seine sinnigen Analysen, sein verschmitzter Humor und seine perspektivischen Visionen von bürgernaher Gerechtigkeit lassen den „Hünen des geistreichen Hirntumults" eine eigenständige Gattung gesellschaftlichen Widerstandes und Vordenkertums entwickeln. Er ist kein Karl Valentin, obwohl eine vergleichende Wahrnehmung nahe liegend gestattet sein muss.
Sein „Circus Maximus" ist die umfassendste Sammlung aller seiner bis zur Drucklegung erdachten Gedichte, Geschichten, Sketche, Mono- und Dialoge. Auch die gemeinsam mit Hanns Christian Müller verfassten Texte sowie einige Erstveröffentlichungen finden sich auf den klein- und engbedruckten 820 Seiten wieder, hilfreich durch ein Themenregister ergänzt.
Mit diesem Buch legt der Schweizer Verlag einen wichtigen, nahezu unerschöpflichen Fundus witzig-anregender Gedanken des Bajuwaren vom Schliersee vor, die bei allem Hintersinn und bisweilen gnadenloser Komik, literarisches Niveau beweisen und vielfach gesellschaftskritische Qualität erreichen. Die „Gesammelten Werke" von Herrn Polt sind eine „Bibel" für Satiriker, ein Lehrbuch für Kabarettisten, ein Lebensratgeber für alle anderen.
© Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.