In ihrer kurzen Karriere brachten Kyuss vier Alben heraus (das seltene "Sons Of Kyuss" ausgeklammert), die vor allem eins sind: grundverschieden. Während " Wretch" roh und rockig daherkommt, "Sky Valley" epenhaft und spieltechnisch komplex ist und "Blues for the Red Sun" wohl eine Art zwischenstück zwischen diesen beiden Platten darstellt, ist "..And The Circus Leaves Town" ehrlich gesagt der zäheste Brocken, den ich von dieser Band kenne. Angefangen mit der staubtrockenen Produktion: einige Aufnahmen laufen im simplen Bass-links-Gitarre-rechts-auf-der-Box-Verfahren und Musiker werden schnell feststellen, dass es sich bei vielen Tracks um schnell eingespielte Liveaufnahmen handelt (beim Bass schwingt beispielsweise das Schlagzeugbecken mit). Aber gerade das macht den Reiz dieser Platte aus: der Gruppensound wird vollkommen ungeschminkt präsentiert. Mehr Druck wurde hier eindeutig auf den Bass geliegt, der deulicher als jeh zuvor hörbar ist. Die Stücke sind minimalistischer und experimentiefreudiger als auf den Vorgängern, haben aber nichts von ihrer Vielfältigkeit eingebüßt: Angefangen mit wunderbaren Instrumentals wie "El Rodeo", schnellen Rockern wie "Hurricane" oder schleppenden Zeitlupenstücken wie "Jumbo Blimp Jumbo" oder "Spaceship landing" ist alles vertreten, nur eben eine Spuhr uneingängiger als zuvor. Die Texte sind wie immer einfach wunderbar unkompliziert und sinnlos, Gitarrensolos kommen seltener und kürzer vor als zuvor, dieses Album ist deutlich rifforientierter und erinnert mich stark an das erste QOTSA-Album.
Kurz gesagt also eine Platte, die von mehrerem und intensivem Anhören lebt und zum treuen Freund wird, wenn man sich erst an den ungewähnlichen Sound gewöhnt hat und dann über den wunderbaren Inhalt staunen kann...