Redet im Moment jeder nur noch davon, der Meister der Howls werde stimmlich blasser und verstecke sich zurückgemischt hinter einer Demo-ähnlichen Produktion, so erscheint mir sein Gesang aus dem Schlangenkreis endlich wieder so kehlig und wolfsheulend wie zu alten Lucifuge-Hochzeiten.
Das gequetschte Knödeln, das schon auf "How the Gods Kill" begann und die musikalisch durchaus starke vierte Scheibe vollends zerstörte, bot weit mehr Anlaß zur Sorge, offenbarte es doch eine gewisse Kraftlosigkeit, genau das, was man von einem Danzig, dem muskelbewehrten "Dark Elvis", der alleine durch seine animalische Stimme die Songs mit oft eher mittelmäßigem Riffing in den Dark Rock-Olymp trägt, so gar nicht hören mochte.
Auf "Circle of Snakes" klingt er tatsächlich heiserer als sechs Scheiben früher, aber wieder echt und ungekünstelt, eine (sehr interessante) zusätzliche stimmliche Komponente, nicht mehr und nicht weniger. Und tatsächlich ist die Stimme zurückgemischt (insbesondere in den ersten beiden Songs), aber hat da mal jemand Absicht unterstellt? Und zwar nicht, um von stimmlicher Schwäche abzulenken, sondern um die immens harten und druckvollen Riffwände besonders laut in den Vordergrund zu rücken! Es ist eine andere und zugegebenermaßen ungewöhnlichere Gewichtung einer Danzig-Produktion, die auch durch den Gebrauch wohl sonderbarer Mikrofontechnik (über die Danzig Himself mehr aber noch nicht preisgeben wollte) zustande kommt.
Also, zusammengefaßt: nicht vom Geriatriker-Geunke irritieren lassen, denn wer die ersten drei/vier(s.o.) Scheiben mochte und offen genug ist, nicht immer exakt dasselbe haben zu wollen, sondern auch Danzig z.B. eine DoubleBass-Attacke erlaubt, der höre sich hier hinein. Hier gibt's wie früher die geilen Songs, wuchtig, trocken und auch für Danzig erstaunlich böse.