Nachdem sie mit ihrem unglaublichen Timbre das Tears For Fears Album "Seeds Of Love" veredelt hat, gab ihr Roland Orzabel bei ihrem Solo-Debüt Starthilfe. Leider hat sich daraus nicht die ganz große Karriere entwickelt, die man bei dieser Stimme vermutet hätte.
Anders als viele der gelackten Achtziger-Diven atmet die Stimme von Oleta Adams die ursprüngliche Kraft von Gospel und Soul. Warm und voll in den Tiefen und in den hohen Lagen mit einer strahlenden Brillianz gesegnet, ist es vor allem diese Stimme, die haften bliebt.
Vor allem in den Balladen "Get Here" und dem intimen "Got To Give Me Room" mit seiner minmalistischen Instrumentierung schimmert ihr Timbre wie ein Edelstein.
Die glattpolierten Up-Tempo-Songs sind wohl dem Mainstream geschuldet. Fängt "Circle Of Live" mit einem glitzernden E-Piano an und steigert sich zu einem gopselgetragenen Refrain mit überflüssiger Roboter-Stimme, so verschwindet die Stimme hinter der überladenen Produktion. Besser gelingt das hymnische "Rhythm Of Live" trotz eines etwas aufgesetzten Hip-Hop-Beats und synthetischen Bläsern, das jedoch in der späteren Piano-Version seine Qualitäten erst richtig offenbart.
Insgesamt hätte man allen Beteiligten noch mehr Vertrauen in die einzigartige Stimme gewünscht, anstatt in Richtung Charts zu starren. Trotzdem zeigt das Album neben Anita Baker eine der schönsten Stimmen der Achtziger Jahre. Da fällt es nicht schwer, über den Zuckerguss einiger Songs hinweg zu sehen.