Ohne lange Vorrede eingelegt das Ding: Nach dem atmosphärischen Intro stampft "Ghost in the Black" los, als hätte man was Altes von Running Wild aufgelegt: knarzig und gewiß nicht überproduziert. "Run With the Wind" ist ein Stück, das sofort ins Ohr geht und gleich beim ersten Mal mitgesungen werden kann. Das will ich live! "Before I Die" ist dann irgendwie ein Song zuviel mit demselben Tempo; Abwechslung stellt sich erst mit dem Titelsong ein, der spartanisch mit Akustikklampfe beginnt, sich dann klammheimlich immer mächtiger auftürmt, bis nach 5 Minuten das Edelsolo Axels folgt - DAS ist ein Epos, das sich hoch erhobenen Hauptes in die Reihe von "The Masquerade Ball" und "Casbah" stellen darf. Nach diesem ergreifenden Moment folgt mit "Fortunes of War" ein lässiger Chill-Out-Rocker. "Bridges To Nowhere" ist dann Axel goes Doom, sozusagen - düster genug, um den Schädel auf dem Cover zu rechtfertigen. "Lived Our Lives Before" ist melancholisches Feuerzeugschwenk-Futter, "Hold On To Your Dreams" fügt sich eher unauffällig ein, ehe dann mit "World of Confusion" noch ein 10-Minuten-Epos zum Finale kommt, das die Keyboards ab und zu etwas mehr in den Vordergrund rückt und sich textlich auf "The Masquerade Ball" rückbesinnt.
Ein weiteres überzeugendes Album (wer hätte was Anderes erwartet von Mr.Zuverlässig?), wozu sicherlich auch die Konstanz in der Besetzung beiträgt, die es in den frühen Jahren der Band nicht gab. Da ist ein qualitativ hochwertiges Team zusammengewachsen, das harmoniert, niemandem mehr etwas beweisen muss und hoffentlich noch lange für uns rocken wird. Die limitierte CD hat ein Poster (brauch' ich weniger) und einen Bonustrack, "The Temple of the King" live vom Bang-Your-Head-Festival, und eine kleine Rainbow-Referenz (R.I.P. Ronnie) wird immer dankbar entgegengenommen... was heißt klein? Doppelt so lang wie die Originalfassung steckt auch in einer Coverversion kreativer Input, das kann auch nicht jeder so zelebrieren.