Seufzundschmachtundschneufz!
Beim Ansehen dieses Films fühlte sich die olle Frau Woodstock wie ein Teenie. Dabei weiß ich nicht einmal genau, woran es eigentlich lag, dass ich auf dem Sofa förmlich dahin schmachtete während ich mit einem Dauerlächeln auf dem Gesicht meinen eigenen emotionalen Verjüngungsprozess beobachtete, denn diese Cinderella Story ist ebenso vorhersehbar wie trivial. Sie ist klischeebehaftet, durchgehend unlogisch, unglaublich kitschig und total überkandidelt, aber auf eine zuckersüße Art und Weise auch hochromantisch, märchenhaft, flott, witzig und total schrill.
Sam Montgomery (Hilary Duff) ist ein High-School-Girl mit Cinderella Biografie. Ihren Vater, Besitzer eines Fast-Food-Restaurants, hat sie früh verloren. Die böse, chirurgisch ver(un)schönte Stiefmutter (Jennifer Coolidge, einfach scheußlich gut) hat zwei hysterische Töchter mit in die Ehe gebracht und Sam nicht nur in die verstaubte Dachkammer der Hauses sondern auch als popelige Serviererin ins geerbte Restaurant verbannt.
Ja, Sam wird schlimmer als ein Aschenputtel behandelt (ihren PC im Dachstübchen vergessen wir mal). Dennoch versucht sie ihren Traum von einem Studium an der Princeton Universität zu realisieren und findet im Internet beim Chatten einen gleichgesinnten Jungen mit dem sie sich anonym über ihre Träume austauscht.
Man verliebt sich cybermäßig und verabredet sich schließlich im realen Leben zu einem Treffen beim Halloween-Ball. Sam staunt nicht schlecht, als sie feststellt, dass ihr Cyber Prinz niemand Geringeres ist als Austin Ames (Chad Michael Murray) der Quarterback des Footballteams und Schwarm aller Highschoolgirls im Umkreis von 2000 Meilen.
Und jeder weiß schon seit seiner Kindheit wie die Story weitergeht.
Nämlich dass Sam-Cinderella an diesem Ball nur mit Hilfe einer guten Fee teilnehmen kann, unerkannt bleibt und sich frühzeitig wieder aus dem Staub machen muss, nicht ohne ihren symbolischen Schuh dort zu verlieren, um von ihrem Prinzen schließlich ausfindig gemacht werden zu können. Und nach diversen Intrigen der bösen Stiefmutter und der betrügerischen Stiefschwestern befreit der Prinz sie dann doch aus den rußhaltigen Niederungen ihres Sklavendaseins, setzt sie aufs weiße Ross mit unzähligen Pferdestärken und reitet mit ihr gen Princeton.
Das Charmante an diesem Film ist die ausgesprochen pointierte Übertragung dieses Aschenputtel-Märchens in den Teenie-Alltag der amerikanischen Neuzeit, was das Ansehen zu einem unterhaltsamen und schokoladigsüßen Leckerbissen und den Film zu einer gelungenen High-School-Komödie macht.
Glücklich wer jung genug ist und Kitsch und Schmalz auch mal ganz gerne in höheren Dosen konsumiert, der kommt hier nämlich voll auf seine Kosten. Alle anderen seien vorsorglich gewarnt, denn es könnte sein, dass reife, anspruchsvolle oder intellektuelle Niveaufetischisten diesen Film womöglich total hassen ;-).
DVD:
Laufzeit: 91 Minuten,
Bildformat 16:9 (1.85:1) anamorph,
Tonformat Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Griechisch, Isländisch
Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch und Englisch
Ausstattung: Szenenanwahl, Animiertes Menü, Menü mit Soundeffekten,
Special Features (DVD ROM Features mit Web-Link):
Ein Treffen mit Hilary und ihren Freunden, Cinderella Couture: Ein Making of über die Entstehung der Mode für ein modernes Märchen,
Finde deinen Prinzen oder Prinzessin,
Our Lips Are Sealed - Musikvideo,
Probeaufnahmen, Kids with a Cause, Wohltätigkeitsorganisation
Zusätzliche Szenen, USA Kinotrailer