Das beste Spielerdrama ?
In unserem Cineastenkreis wird keine Frage so kontrovers diskutiert, jedoch eindeutig vorne liegen Haie der Großstadt und Cincinnati Kid.
Die DVD-Veröffentlich vom "Kid" ließ zu lange auf sich warten. Der Film ist seiner Zeit weit voraus - vor allem erstklassig fotografiert. Edward G. Robinson als Pokerkönig Lancy Howard die Idealbesetzung. Außerdem glänzend : Karl Malden als der gebrochene und doch grundanständige Jim Shooter. Der Film schafft es spielerisch, die Atmosphäre der Poker-Spelunken und Hotelzimmer, in denen am grünen Filz hart gearbeitet wird, einzufangen und den Zuschauer daran teilnehmen zu lassen. Die für damalige Verhältnisse außergewöhnlich innovative Kamera lässt einen geradezu Platz nehmen an den verrauchten Pokerrunden. Steve MqQueen als Cincinnati Kid, in seiner neben Papillon vielleicht stärksten Rolle, spielt den Herausforderer des Meisters Lancy Howard mit einer geradezu brillanten physischen Präsenz. Die präzisen, geschliffenen, ja teilweise brillanten Dialoge wurden ausnahmsweise nicht kaputt synchronisiert, sondern sind auch in der deutschen Fassung genießbar. Weiterhin erwähnenswert : Der großartige, stimmungsvolle Titelsong von Ray Charles, Shelley Winters als Lady Finger und Rip Torn als wirklich ausgesprochen fieser Strippenzieher Slade. Ann-Margret als Melba, die Gattin von Jim Shooter, die passend macht was passen muß, vergißt man auch nicht so schnell. Allein an der illustren Runde der Nebendarsteller lässt sich ablesen mit wieviel Liebe auch kleinste Rollen besetzt wurden. Mit dabei beim "Big Game" auch die Blues-Legende Cab Calloway und der großartige Jack Weston als Pig. Tuesday Weld als die tragische Freundin des Titelhelden ist süß - bleibt allerdings tatsächlich eine Nebenfigur, sowohl im Film, als auch im Leben des verbissen um die Spitze kämpfenden Kid.
Altmeister Norman Jewison, der später noch in "Die Thomas-Crowne-Affäre" mit Steve MqQueen zusammen arbeitete und in seiner ziemlich wechselvollen Karriere immerhin Highlights wie "In der Hitze der Nacht" und "Moonstruck" auf der Pfanne hatte bezeichnet den "Kid" als seinen gelungenstes Werk - Eine Untertreibung vermutlich. Zu Hoffen bleibt das die technische Seite der DVD dem wirklich sehenswerten Streifen gerecht wird. Die Scheibe bleibt jedoch auch ein Pflichtkauf sollten Bild und Ton gerade den Mindestanforderungen entsprechen.