Juan Damontes einziger Roman steht von Anfang an unter Hochspannung. Selten hat man Dialoge gelesen, bei denen man sich ständig versichern muß, ob sie nun ernst gemeint sind oder die Figuren sich nur gegenseitig auf den Arm nehmen wollen. Frisch aus dem Gefängnis entlassen verläuft Carlitos Tomassinis Leben knapp am Zusammenbruch entlang. Ständig wird gekokst und Whisky flaschenweise in sich hinein geschüttet. So wird jedes Problem zu etwas, was man schon in den Griff bekommt wird. Sei es, indem man das Problem durch Betrug oder Gewalt beseitigt, sei es, indem man sich rechtzeitig absetzt. Eigentlich offenbart sich Tomassini die Chance, zumindest eine gewisse Scheinlegalität mit Hilfe seiner Onkel aufzubauen. Doch wer ständig unter Strom steht, zieht das Desaster förmlich an und erkennt auch keine Grenze für das eigene Tun an. Tomassinis Geschichte spielt dabei vor dem Hintergrund der argentinischen Militärdiktatur und Juan Damonte schafft es, uns ein Bild vom Leben unter einem solchen Regime zu zeigen, auch wenn er sich einer harten Mafiageschichte verschreibt, bei der die Toten kaum zu zählen sind. Die Schilderung, wie Regimegegner auf einer Müllhalde entsorgt werden, gehört zu den eindringlichsten Momenten in seinem Roman, der seine Helden auf der Schlussgeraden ihres Daseins zeigt. Nichts für die gute englische Teestube, auch nichts für die intellektuelle Aufarbeitung der Spurenleser, eher etwas für jene, die wissen, dass Blut fließt, wenn Gewalt herrscht und dass dieses Blut selten trocknet, solange Menschen Menschen verfolgen. Ironisch der Schluß, wenn sich für Tomassini das Rätsel um seinen Vater löst und die gewaltbereiten Schatten durch noch mächtigere Schatten gerichtet werden.