Es ist nicht leicht, die Tochter eines Auschwitz-Überlebenden zu sein - vor allem nicht, wenn der verwitwete Vater im hohen Alter beschließt, sein Leben nochmal selbst in die Hand zu nehmen. Wenn dann zu allem Überfluss Freunde und Verwandte seinen Plan (ohne gastronomische Kenntnisse ein Klopsrestaurant in New York eröffnen) und seine neue Freundin (großbusige polnische Witwe mit Lotterie-Greencard) auch noch großartig finden, hat man eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs. Für sich gesehen ist Chuzpe" ein herrlich spinnerter Roman über die übertherapierte, kopflastige und verklemmte, in ihrer unbeholfenen Kontrollsucht dennoch liebenswerte Ruth Rothwax. Hat man aber Bretts Debütroman gelesen, weiß man, dass niemand zufällig Edek, Rooshka, Sonia oder Zachary heißt. Die Autorin bedient sich ungeniert am Figurenstamm ihres Erstlings Einfach so" - selbst Ruth ist eigentlich dessen Protagonistin Esther. Brett gibt den Menschen einfach eine neue Geschichte, und doch kann keiner aus seiner Haut. Ein Experiment, das gelingt. (kab)
Pressestimmen
»Es geschehen wahre Wunder in diesem Buch, das den Unabwägbarkeiten der jüdischen Seele auf den Grund gehen will ... ein gestochen scharfes Gesellschaftspanorama.«
(
Nürnberger Nachrichten )
»Herrlich absurd und gleichzeitig voll Wärme - Pflichtlektüre für jede liebende Tochter!«
(
Madame )
»In
Chuzpe… hat Lily Brett eine meisterhafte Leichtigkeit erlangt. ... Wer diesen wunderbaren Roman liest, wird zuweilen mit einem Lachen belohnt, das von Herzen kommt und wunderbar warm ist.“
(
Sächsische Zeitung )
»Klops and the city: Lily Brett eröffnet ein leckeres, lustiges Roman-Restaurant in der Lower East Side.«
(
Die Welt )
»Das ist der Roman, auf den Brett-Fans lange gewartet haben. ...Eine schräge, herzerfrischende, jüdische New Yorker Komödie.«
(
Sydney Morning Herald )
»Dieses Buch ist ein wahres Vergnügen, eine schräge, herzerfrischend lustige jüdische Komödie, auf die sich Brett so glänzend versteht. Eines der besten Bücher dieses Jahres.«
(
Manly Daily )
»Tiefsinnig und vergnüglich.«
(
Badische Neueste Nachrichten )
»Der neue Roman der Erfolgsautorin ist die zu Herzen gehende Love-Story eines Holocaust-Überlebenden im heutigen New York.«
(
Woman, Wien )
»Brett liefert ein präzises und oft komisches Porträt ihrer Gesellschaft und schließt sich selbst vom Spott nicht aus. Dies zusammen mit der Leichtigkeit ihrer Feder macht
Chuzpe zu einem Lesegenuss.«
(
Frankfurter Neue Presse )
Kurzbeschreibung
»Schmonzes«, sagt Edek, als seine Tochter Ruth ihn ermuntert, sich einem Lesezirkel anzuschließen. Seine Kriminalbücher, sagt er, könne er ganz alleine lesen. Schmonzes sagt Edek auch zu Schwimmunterricht, Massagen und der Mitgliedschaft in einem jüdischen Seniorenclub. Ruth begreift nicht sofort, daß ihr Vater, vor wenigen Wochen erst von Melbourne zu ihr nach New York gezogen, weit davon entfernt ist, einen ruhigen Lebensabend zu verbringen. Und daß Lebensabend überhaupt der falsche Begriff ist für den munteren Siebenundachtzigjährigen, der sich erst in Ruths Korrespondenzbüro nützlich zu machen versucht, indem er täglich Unmengen von Papier und Büroklammern bestellt – und wenig später ein Verhältnis beginnt mit der (wie Ruth findet, viel zu jungen) Polin Zofia (69). Als Edek zusammen mit Zofia und deren Freundin Walentyna auch noch ein Restaurant an der Upper East Side eröffnen will, das auf polnische Fleischbällchen spezialisiert ist, bangt Ruth gleichermaßen ums Erbe und um ihre Nerven. – Ein Roman über Väter und Töchter, polnische Küche und New Yorker Neurosen; eine Geschichte ernster Irrungen und komischer Wirrungen, erzählt mit genau der Mischung aus Witz, Wärme und Verstand, die Lily Bretts Stimme so unverwechselbar macht.
Über den Autor
Lily Brett wurde 1946 in Deutschland geboren. Ihre Eltern heirateten im Ghetto von Lodz, wurden im KZ Auschwitz getrennt und fanden einander erst nach zwölf Monaten wieder. 1948 wanderte die Familie nach Brunswick in Australien aus. Mit neunzehn Jahren begann Lily Brett für eine australische Rockmusik-Zeitschrift zu schreiben. Sie interviewte und porträtierte zahlreiche Stars wie Jimi Hendrix oder Mick Jagger.
Heute lebt die Autorin in New York. In regelmäßigen Kolumnen der Wochenzeitung "DIE ZEIT" hat Lily Brett diese Stadt porträtiert. Sie ist mit dem Maler David Rankin verheiratet und hat drei Kinder.
Melanie Walz, geboren 1953 in Essen, wurde 1999 mit dem »Zuger Übersetzer-Stipendium« und 2001 mit dem »Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis« ausgezeichnet. Sie hat u.a. Werke von Lily Brett, Antonia Byatt, Alexandre Dumas, Lawrence Norfolk, John Cooper-Powys und Annie Proulx ins Deutsche übertragen. Melanie Walz lebt in München.