Haffner plaudert. Er plaudert ja immer; aber man verfolgt dieses in mündlicher Diktion gehaltene Feuilleton zu seiner Lieblingsgestalt Churchill mit mehr Gewinn als die vollschlanken und ums Wort ringenden Historikeranalysen mit ihren Fußnotengefechten und langweiligen Ernsthaftigkeiten. Insofern Haffner als Emigrant und erklärter Freund Englands Zeitzeuge des großen Premiers ist, wirken seine Darstellungen authentisch und erscheinen treffsicher im Urteil, auch wenn der Autor, als Fan!, den von ihm verehrten Churchill als Held von shakespeareschem Format ansieht. Dies jedoch nicht nur in bezug auf dessen Leistungen und Verdienste, sondern ebenso hinsichtlich der Krisen, Einbrüche, Fehleinschätzungen und kauzigen Schwachheiten. Wie jeder gute Autodidakt ist Haffner einfach näher und leidenschaftlicher an seiner Thematik. Er hält wie immer eine kluge und geistreiche Rede, aus der die Lektoren wohl gar noch Interjektionen zu streichen hatten. Ein Lesegewinn und ein klug verstandenes Stück Geschichte, ebenso treffsicher wie die "Anmerkungen zu hitler."