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Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte
 
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Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte [Gebundene Ausgabe]

Patrick J. Buchanan
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Patrick J. Buchanan
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Erstmals meldet sich der wortgewandte US-amerikanische Politiker, Publizist und Buchautor politischer Erfolgsbücher mit einem zeitgeschichtlichen Werk zu Wort, das gleich nach Erscheinen auf die amerikanischen Bestsellerlisten gelangte. Bei seiner Suche nach den Gründen des drohenden Unterganges der weißen Welt nimmt Buchanan die Selbstzerfleischung der europäischen Völker im Zweiten Weltkrieg ins Visier. War der europäische Bruderkrieg zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich wirklich nicht vermeidbar? Buchanan vergleicht Persönlichkeit und Politik der Gegenspieler Winston Churchill und Adolf Hitler und kommt zu Ergebnissen, die in krassem Gegensatz zu heute gängigen Klischees stehen. Die Entscheidung über Krieg oder Frieden habe in Churchills Hand gelegen: Es sei Churchill gewesen, der Polen zu seiner provokativen Politik gegen das Reich ermutigte; es war Churchill, der in den Tagen vor dem 1. September der Diplomatie eine Absage erteilte und Hitlers Angriff auf Polen begünstigte, und es war Churchill, der mit Großbritanniens Kriegserklärung an das Deutsche Reich aus dem Regionalkonflikt Polen-Deutschland einen Weltkrieg machte. Infolge dieses "unnötigen Krieges", an dessen Ende der Untergang der Vorherrschaft Englands in der Welt stand, verlor Europa seine weltweite Bedeutung, zerbrach das Selbstbewußtsein des Abendlandes, steht die weiße Welt in Europa und den USA vor ihrem drohenden Ende.


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127 von 139 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Nun liegt Buchanans Buch über die europäische Katastrophe in der Mitte des vorigen Jahrhunderts auch auf deutsch vor und wenn man den bisherigen Erfolg schon der englischen Fassung im deutschen Sprachraum betrachtet, so kann man erwarten, dass es nun auf einen sehr großen Leserkreis stoßen wird. Die Diskussionen, die es in den USA und, in einem verständlicherweise geringeren Ausmaß, auch in Großbritannien ausgelöst hat, überraschen durch ihre Zahl und ihre Intensität.

Das Buch reiht sich ein in eine Gruppe von drei Werken über den Ursprung des 2. Weltkriegs, die in jüngster Zeit herausgekommen sind und sich zu einem Gesamtbild ergänzen: Neben ihm steht G.G. Preparatas Darstellung der finanztechnischen und wirtschaftlichen Entwicklung vom 1. zum 2. Weltkrieg '"Conjuring Hitler...'' und Stefan Scheils neuestes Werk 'Churchill, Hitler und der Antisemitismus', das speziell die Rückkehr Churchills vom politischen Abstellgleis auf die Bühne der britischen Politik und die gleichzeitig zunehmende amerikanische Beteiligung am heraufziehenden Krieg beschreibt.

Buchanans Thesen werden ergänzt durch ein ebenfalls vor kurzem erschienenes Buch von Nigel Knight 'Churchill ' the greatest Briton unmasked', das zwar Churchills zahlreiche strategische und taktische Fehler beschreibt, sich jedoch weniger mit der Frage befasst, wie und warum dieser Politiker überhaupt in eine solche Machtposition gelangte.

Buchanan malt in seinem sehr lesenswerten Buch das große Panorama der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und zeigt auf, wie sich das britische Weltreich in zwei großen und politisch nicht zu rechtfertigenden Kriegen gegen das Deutsche Reich zu Tode siegte, bis ganz Europa ruiniert, die östliche Hälfte durch Moskau versklavt und die westliche Hälfte an die USA verpachtet war. Er schildert sowohl die sich verändernden Verhältnisse der Zwischenkriegszeit, als auch die jeweiligen Akteure, vor allem die auf der Londoner Bühne.

Unter ihnen konzentriert er sich auf den einen Mann, Winston Churchill, der in seinen jungen Jahren einmal gesagt hatte: 'Ein europäischer Krieg kann nur mit dem Zusammenbruch der Besiegten und der kaum minder verhängnisvollen wirtschaftlichen Ausrenkung und Erschöpfung der Eroberer enden'. So sollte es am Ende seiner politischen Laufbahn auch kommen.

Warum aber dieser so klarsichtige Mensch kaum ein Jahrzehnt nach dieser Aussage alles tat, um einen solchen Krieg herbeizuführen und ihn 30 Jahre lang durchzuhalten, kann nicht mit dem kühlen Instrument des Verstandes erklärt werden, es fällt eher in den Bereich der Psychiatrie -' für den Katholiken Buchanan wohl auch in den der Wahrhaftigkeit.

Churchill ist für Buchanan (er war es auch für viele seiner Kollegen und Zeitgenossen) ein Mann ohne politische Moral, der nur aus der jeweiligen Situation heraus reagierte, unvorhersehbar und unzuverlässig, der ohne Gewissensbisse das tat, weswegen er seine Gegner gerade angeklagt hatte, ganz in der Wesensart von Shakespeares Richard III: 'Kann ich doch lächeln und im Lächeln morden / verschmitzter täuschen, als Ulyss gekonnt / und, Simon gleich, ein zweites Troja nehmen!' Am Ende seiner politischen Laufbahn hatte er zwar, wie geplant, ein zweites Troja zerstört, dabei das Britische Empire jedoch ruiniert; sein Land rückte ins zweite Glied der Mächte, gleich neben '- manche Autoren sagen auch hinter - den ehemaligen Feind.

Verglichen damit sind die Sünden der deutschen Seite England gegenüber für Buchanan eher lässlich; er führt dafür immer wieder direkte Quellen an, doch auch Kommentare berühmter Historiker, von Keegan über Taylor bis zu Kennan, und unterstreicht, dass in beiden Kriegen die deutsche Seite mit allen Mitteln einen Konflikt mit England zu vermeiden suchte, dies jedoch wieder und wieder in London taube Ohren stieß, weil man dort zu lange an der politischen Doktrin des 'teile und herrsche' festhielt, die im 20 Jahrhundert in Europa nicht mehr anwendbar war.

Ein ganz wesentliches Kapitel der Jahre vor dem zweiten Weltkrieg ist für Buchanan natürlich die englische Haltung zu Hitler. Hierbei hatten das britische Volk und seine Regierungen lange Zeit Verständnis für die deutschen Bemühungen, das eklatante Unrecht, das dem Lande in Versailles angetan worden war, zu bereinigen. Man erkannte die Schieflage, in die Europa nach 1918 geraten war und beteiligte sich an Verträgen mit Hitler, die dem Versailler Vertrag klar zuwiderliefen, die aber auch spätere Abkommen, etwa Stresa, nicht respektierten.

In Bezug auf die britische Volksmeinung Deutschland gegenüber kann der interessierte Leser auf mehrere Werke britischer Historiker zurückgreifen, so John Ramsdens 'Don't mention the war' oder Richard Miltons 'Best of enemies'

Eine erhebliche Rolle in diesem Zusammenhang spielt die Krise von 1938/39, als das III. Reich in München die Sudetenlande zurückgewann, dann aber kaum ein halbes Jahr später, in Prag einmarschierte. Buchanan breitet die damalige Situation der Tschechoslowakei im Detail vor uns aus und zeigt uns, wie kompliziert sie im Winter 1938/39 geworden war, ohne dass Berlin dabei eine sehr aktive Rolle gespielt hätte: nachdem die deutsche Volksgruppe ihr Ziel erreicht hatte, strebten nun auch die Slowaken (ganz so, wie sie es 50 Jahre später wiederum taten) einen eigenen Staat an, West-Ruthenien (wer weiß überhaupt, wo das liegt und wo es geblieben ist?) tendierte zu Ungarn und die durchaus undemokratischen Machthaber in Polen griffen nach Teschen und anderen Gebieten. Hitler nutzte die Gelegenheit, machte Böhmen und Mähren zu einem deutschen Protektorat und hielt dadurch die Tschechen aus allen späteren Kriegswirren heraus. Die anderen Randstaaten befriedigten ihre Ansprüche. Zu diesem Thema gibt es seit kurzem ein Buch von Gerd Schultze-Rhonhof, 'Das tschechisch-deutsche Drama''.

In einem dieser Frage gewidmeten Kapitel beleuchtet Buchanan die Folgen dieses Zusammenbruchs, den England nicht verhindern konnte bzw. wollte und diskutiert den für ihn ganz entscheidenden britischen Fehler, nämlich die panische Reaktion Londons auf dieses Wegbrechen eines Stützpfeilers der gegen das Deutsche Reich gerichteten Mauer.

Der Fehler bestand für Buchanan darin, dem nun möglicherweise nächsten Opfer hitlerscher Gier, Polen, eine Garantie aufzudrängen, die das Land nie verlangt hatte, die nicht erfüllbar war und auch nie erfüllt wurde, die aber jetzt der Regierung in Warschau ' und nicht mehr London - die Entscheidung über Krieg und Frieden in Europa überließ. Polen, in völliger Überschätzung seiner militärischen Stärke, entschied sich für Krieg und reagierte mit Ablehnung auf Hitlers Wunsch nach Rückführung Danzigs und einer Durchfahrt durch den 'Korridor'. Die Folgen sind bekannt.

Die weitere Entwicklung des 2. Weltkriegs gibt Buchanan Gelegenheit, anhand der wechselnden Haltung Churchills zu Stalin den geistigen Zickzackkurs des britischen Premiers zu verfolgen; er überlässt dem Leser die Wahl zwischen zwei Urteilen: purer Opportunismus oder unbegreifliche politische Verblendung. Der Condottiere Churchill hatte Europa in Brand gesteckt, um seinen Gegner in Berlin auszuschalten, gehörte 1945 noch zu den Siegern und musste 1946 in Fulton erklären, dass man da irgendetwas übersehen habe, denn nun stand nicht mehr ein in England vernarrter deutscher Diktator am Ufer der Nordsee, sondern der gewissenlose Führer eines aggressiven Weltreichs, das man unterstützt hatte, um den Kontinent nicht einer einzigen wirtschaftlichen Kraft zu überlassen. Der Pyrrhus-Sieg war vollkommen.

Der konservative politische Denker Buchanan sieht am Ende seines Buches für die USA eine ähnliche Konstellation heraufziehen, wie sie nach 1900 für Großbritannien galt: die Überdehnung der militärischen und wirtschaftlichen Mittel durch eine Verzettelung der Kräfte in fernen Ländern. Es erscheint dem Leser durchaus möglich, dass sich das Schicksal der USA in Afghanistan entscheidet ' Amerika wäre, nach England und der Sowjetunion, die dritte Weltmacht, die am Khyber-Pass scheitert. Man denkt an Fontanes Gedicht 'Das Trauerspiel von Afghanistan'. Das Buch macht den Leser sehr nachdenklich.
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46 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein hervorragendes Buch.Einmal mit dem Buch angefangen zu lesen, kam ich kaum wieder von ihm los.
Der Autor Patrik Buchanam schreibt sachlich und fundiert die Vorgeschichte und Ursachen des 1.Weltkrieges. Auch geht er sehr ausführlich auf den Versailler Vertrag und deren Wirkung ein.
Auch erkennt er klar und deutlich das aus dem Versailler Vertrag ein Konflikt für die Nachkriegszeit entsteht und zeigt neben den Fehlern Adolf Hitlers auch die Fehler der Alliierten konkret auf. Buchanam bringt unmissverständlich zum Ausdruck, dass namentlich der damalige Premierminister Winston Churchill und der damalige US-Präsident Franklin Delano Roosevelt eine eindeutige Mitschuld am Ausbruch des 2.Weltkrieges haben.
Für alle Interessierte von Zeitgeschichte sollte dieses Buch im Bücherregal nicht fehlen.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Interessant geschrieben 31. Oktober 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch setzt sich detailliert mit den Fehlern und dem politischen Handeln Englands und Churchills auseinander. Überzeugend ist die Mitschuld am Entstehen der beiden Weltkriege gezeigt und wo möglich mit der Persönlichkeit Churchills in Verbindung gesetzt, der an den jeweiligen Entscheidungen massgeblich beteiligt war. Das Urteil, dass über Churchill gefällt wird, ist nicht schmeichelhaft - durch seinen Hass und Feindschaft geblendet hat Churchill - nach dem Author - das britische Empire verspielt und an die USA verloren, Europa Stalin hingeworfen und sein Gesicht verloren. Selbstverständlich ist nicht alles als Churchills Schuld dargestellt, aber da, wo es konkrete Hinweise gibt, werden diese klar zur Schau getragen. Dabei ist die Schuld Deutschlands nicht bestritten, aber in grössere Zusammenhänge gestellt. Also - und das gehört zu den bedeutendsten Tatsachen des Buches - Deutschland trägt KEINE Alleinschuld an den Geschehnissen, wie es so manche haben wollen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass das Buch von einem Amerikaner geschrieben wurde, den man kaum der Geschichtsfälchung bezichtigen kann. Doch einen Makel hat das Buch schon - am Ende des Buches zeigt sich, dass es sich um eine inneramerikanische politische Propaganda handelt, die kritisch zur Administrative Bush steht. Doch da die Geschichtschilderung davon unangetastet bleibt, bleibt das Buch sehr empfehlenswert für alle, die sich mit dem 20. Jahrhundert befassen wollen - ganz besonders für diejenigen, die zu den sogenannten Revisionisten zählen (was diese Bezeichnung auch bedeuten mag).
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