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Churchill, Hitler und der Antisemitismus: Die deutsche Diktatur, ihre politischen Gegner und die europäische Krise der Jahre 1938/39 [Broschiert]

Stefan Scheil
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

30. Juni 2009
Die antisemitische Politik des Dritten Reiches, der jüdische Widerstand gegen sie und der Einfluß dieses Konflikts auf die internationale Politik vor dem Zweiten Weltkrieg, dies sind die drei Themenbereiche, denen sich Stefan Scheil in seiner neuen Studie widmet.

Der Autor greift bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs zurück, um die Ursprünge der späteren politischen Konstellationen aufzuzeigen. Wie in seinen früheren Veröffentlichungen zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs faßt er dabei die Politik in diesem Zeitraum als Auseinandersetzung mehrerer Konfliktparteien auf, die sich vor dem Hintergrund der Globalisierung von internationaler Politik abspielte.

Ideologische und machtpolitische Ansprüche verschiedener Staaten überlagerten sich in den Jahren 1938/39. Dazu gehörte der sowjetische Plan, durch die Forcierung nationalistischer Spannungen in Europa einen umfassenden bewaffneten Konflikt auszulösen, wie Scheil herausarbeitet. Solche Spannungen, deren gewaltsame Lösung die Möglichkeit zur Ausbreitung des Sozialismus schaffen sollte, existierten unter anderem zwischen Deutschland, der Tschechoslowakei und Polen.

In Großbritannien und den USA bestanden seit 1933 unterschiedliche politische Strömungen in der Einschätzung des Nationalsozialismus. Zum Teil wurde ein realpolitisch gedachter Kompromiß mit dem NS-Regime befürwortet. Ein wachsendes politisches Lager lehnte das NS-Regime aus prinzipiellen Erwägungen ab und zielte auf dessen Ablösung.

Das Jahr 1936 kann als eine Art Sattelzeit in der politischen Bekämpfung des Nationalsozialismus innerhalb der westlichen Demokratien gelten. Seitdem fanden die antinationalsozialistischen Strömungen in den liberalen, konservativen, christlichen, jüdischen und linksorientierten Organisationen in gemeinsamer Aktion zusammen. Diese Entwicklung fand organisatorisch ihren Ausdruck in der Gründung des "Focus", einer Gruppierung, die mit Hilfe von parlamentarischem und öffentlichem Druck einen Politikwechsel in England erzwingen wollte. Winston Churchill konnte als Repräsentant dieser Politikrichtung gewonnen werden und setzte deren Ziele um, wie Scheil unter anderem anhand von Archivmaterial aus Churchills Nachlaß zeigt.

Hinweise und Aktionen

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Produktinformation

  • Broschiert: 335 Seiten
  • Verlag: Duncker & Humblot; Auflage: 2., durchgesehene Auflage. (30. Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3428131347
  • ISBN-13: 978-3428131341
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 16 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 464.139 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
44 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Geschrei 13. November 2009
Format:Broschiert
Die deutsche Kriegsgeneration konnte noch hier und da versuchen, nach dem 2. Weltkrieg ihre Ansicht zur jüngsten Geschichte zu Gehör zu bringen, wurde aber in den meisten Fällen durch das Gedröhn der Baumaschinen des deutschen Wirtschaftswunders übertönt. Ihr folgte eine Generation, die von der grundsätzlichen deutschen Schuld derart überzeugt war, dass ihr eine Überprüfung der Fakten absolut überflüssig, ja verwerflich erschien. Inzwischen ist eine dritte Generation herangewachsen, die mit der Ruhe des distanzierten Beobachters eine Neubewertung der Historie unternimmt und dabei zu erstaunlichen Ergebnissen kommt.

Stefan Scheil ist ein Vertreter dieser dritten Generation, deren Aktivität durchaus nicht auf den deutschen Sprachraum beschränkt ist, sondern vor allem auch im angelsächsischen Bereich angesiedelt ist; seine Darlegungen können daher nicht wie früher als politisch unliebsamer deutscher Revisionismus vom Tisch gefegt werden. Leider haben diese Aussagen aber auch die Eigenschaft, uns den so angenehmen Glauben zu nehmen, die Schläge unter denen das Deutsche Reich in der Mitte des 20. Jhs. zusammengebrochen ist, seien einzig und allein auf die (Un)taten der deutschen Seite zurückzuführen; daher wird es vielen Deutschen schwerfallen, Scheils Thesen zu akzeptieren.

Der Leser, der bereit ist, Scheils Ansichten hinsichtlich des Ausbruchs des 2. Weltkrieges zur Kenntnis zu nehmen, muss allerdings Geduld mitbringen, Geduld mit sich selbst und mit dem Autor.
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29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie und weshalb kam es zum II. Weltkrieg? 14. Januar 2010
Format:Broschiert
Stefan Scheils schildert vordergründig die Jahre 1938/39, die Verhandlungen zwischen allen Beteiligten, die vor Kriegsausbruch stattfanden, analysiert die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe, wobei er zeitlich sehr weit zurückgreift. Zu allem gibt er genaue Quellen an, so dass der Leser selbst nachprüfen kann, was hier beschrieben wird. Das Buch ist sehr sachlich geschrieben und dennoch spannend, verlangt aber Konzentration wegen der Faktendichte.

Hier wird vieles offen gelegt, was auch heute noch verschwiegen wird. In Deutschland ist es besonders schwer ein ausgewogenes Bild zur Entstehungsgeschichte des II. WK zu erhalten (das trifft ebenfalls auf den I. WK zu), weil die Schuldfrage historisch sehr einseitig festgelegt wurde. Historiker, die auch aufgrund der Freigabe von Dokumenten in jüngerer Vergangenheit und in der UdSSR, jetzt ein differenzierteres Bild zeichnen können, werden, wie auch der einfache Bürger, leicht beschuldigt, sie wollten den Krieg verharmlosen bzw. den Holocaust leugnen. Beides trifft nicht zu, wenn, wie in Scheils Buch eine saubere Trennung zwischen diesen Vorgängen - hier allein die Vorgeschichte und wie es zum Krieg kam, von den anderen Geschehnissen getrennt wird.

Liest man zusätzlich noch das Buch von Niall Ferguson "Der Falsche Krieg. Der I. WK und das 20. Jahrhundert", dann fällt auf, dass viele Personen, die 1938/39 an der Vorbereitung bzw. Befürwortung des II. WK beteiligt waren, bereits beim I. WK in gleicher Funktion aktiv waren, in vorderster Front der Journalist Steed und Churchill.
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2 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen breitgetretene Thesen 20. November 2011
Von Serverus2
Format:Broschiert
Der Titel liest sich etwas anders, aber letzendlich geht es bei dem Autor in fast allen seinen Veröffentlungen, meist in rechts stehenden Verlagen, um eine Relativierung der deutschen Schuld am und im Zweiten Weltkrieg.
Immer wieder versucht Herr Scheil, bei Missachtung "unliebsamer" Quellen bzw kruder Interpretation genutzer Quellen, seine Thesen einer, sagen wir mal, speziellen Leserschaft, anzudienen.
So wird in diesem Band jegliche vom Deutschen Reich erhobene Gebietsansprüche als vom Ausland (meist Sowjetunion) ausgelöste und gesteuerte Krisen geschildert.
Ausserdem sieht Scheil, wie in fast jedem seiner Texte, eine in den westlichen Demokratien bestehende, jüdisch-linksdemokratisch Verschwörung gegen das Deutsche Reich.
Alles zu stark konstruiert, Ideologie bestimmt die Ergebnisses dieses Buches und nicht wissenschaftliche Redlichkeit. So mag die Handvoll rechtsgesinnter Leser fleissig mit 5 Sternen bewerten, objektiv gesehen verdient Scheils Werk nur einen.
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