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Chucks: Roman [Broschiert]

Cornelia Travnicek
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

5. März 2012
Punkig, zärtlich, bedingungslos ehrlich – eine starke neue Stimme!

Mae zog noch vor Kurzem als Punk durch die Straßen Wiens, lebte von Dosenbier und den Gesprächen mit ihrer Freundin über Metaphysik und Komplizierteres. Im AidsHilfe-Haus, wo sie eine Strafe wegen Körperverletzung abarbeiten muss, lernt sie Paul kennen und verliebt sich in ihn. Als bei ihm die Krankheit ausbricht, beginnt Mae gegen sein Verschwinden anzukämpfen: Sie sammelt seine Haare und Fußnägel wie Devotionalien und fängt zuletzt die Luft in seinem Krankenzimmer in einem Tupperdöschen ein. Chucks erzählt eine bezaubernde Geschichte vom Aufwachsen zwischen Liebe und Tod und ist von einem Ton durchdrungen, der mal humorvoll, mal aufwieglerisch laut, aber auch überaus zärtlich sein kann.


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Produktinformation

  • Broschiert: 192 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (5. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421045267
  • ISBN-13: 978-3421045263
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 202.162 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wenn ich mit einer Figur der zeitgenössischen Literatur in einem Lift stecken bleiben möchte, dann mit Mae. Ob ich heil aus dem Lift kommen würde, weiß ich nicht, aber das wär's wert.« (Clemens J. Setz (Preis der Leipziger Buchmesse 2011))

»Eine eigentlich furchtbar traurige Geschichte, die einen aber nicht traurig macht. Das ist schon erstaunlich, wie Cornelia Travnicek das schafft. Der Ton dieses Buches trägt viel dazubei, dass es einen nicht in tiefste Depressionen hinabzieht - im Gegenteil! Mich hat es auf zauberhafte Weise sogar beschwingt hinterlassen. Es ist schwebend erzählt, manchmal rotzig, manchmal poetisch, aber nie wehleidig. Schon die ersten Zeilen nahmen mich völlig für die Erzählung ein, obwohl sich das Verhängnis von Anfang an ankündigt.« (WDR 2 Bücher, Antje Deistler)

»Travnicek hat mit ihrem Roman die Haltung der Jungen überwunden, die aus Mangel an Erfahrung und Erlebtem die Ereignislosigkeit zum Thema macht und vorwiegend nett ist.« (Salzburger Nachrichten)

Über den Autor

Cornelia Travnicek wurde 1987 in St. Pölten, Niederösterreich, geboren. Derzeit lebt sie in Traismauer und Wien. Sie studierte Sinologie und Informatik und arbeitet als Researcher in einem Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung. Für ihre literarischen Veröffentlichungen erhielt sie Arbeits- und Aufenthaltsstipendien und wurde mehrfach ausgezeichnet. Ihr Romandebüt "Chucks" wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium. 2012 erhielt sie für einen Auszug aus ihrem neuen Roman "Junge Hunde" den Publikumspreis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

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Kundenrezensionen

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht berührend 7. Oktober 2012
Von Rebstock
Format:Broschiert
Es tut mir wirklich leid!
Ich muss leider gestehen, dass mich das Buch "Chucks" von Cornelia Travnicek weder berührt noch mitgenommen hat.
Es gehört zu den Büchern, die man in wenigen Stunden runterlesen kann, die man innerhalb von 2 Tagen weglegt und fast noch schneller vergisst.
Es tut mir deswegen so leid, weil ich denke, dass die Autorin mit der Erzählung aus dem Leben der jungen Punkerin Mae sicherlich aufklären, schockieren oder wenigstens berühren wollte. Vielleicht auch einfach Verständnis wecken, für die Jugend von heute, die Schulbildung in unserer Gesellschaft ablehnt und -obwohl hochintelligent und interessiert-, sich lieber auf die Strasse setzt, sich prostituiert, Drogen konsumiert und Häuser besetzt.
Trotz des lockeren, leichten Erzählstils, des Springesn von Thema zu Thema, von Vergangenheit in Gegenwart und zurück, was sicher auch eine Darstellung der Zerissenheit von Maes Gedanken darstellen soll, gab es auf keiner Seite auch nur annährend eine Sympathie, Spannung oder Aufflackern des Mitgefühls.
Mae ist eine junge Frau, die früh den Tod des krebskranken Bruders miterleben musste, in einer zerstrittenen Familie aufwuchs, vernachlässigt wurde und aussteigt.
Mit jeder Seite wird klar, dass Mae einfach unfähig ist, sich ihren eigenen Problemen zu stellen, die richtigen Lebensfragen zu stellen, die ihr selbst weiterhelfen würden, sondern dass sie mit nahezu blinder Gewissheit sich mit Absicht in das nächste Trauma begibt. Hilfe wird abgelehnt, nicht gesucht, alles Positive schlecht gemacht, man schwimmt in der Welle der Aussteiger und merkt gar nicht, dass man sich in deren Gesellschaft genauso anpasst, wie man es ja so gar nicht möchte.
Teilweise fand ich das Buch unerträglich, beispielsweise, die Schilderung des Einkaufs. Die netten Nachfragen an der Kasse wird als Kampf aufgefasst, nicht als Freundlichkeit oder Benimm, Mae steht sich auf jeder Seite, bei allen Aktivitäten selbst im Weg und merkt gar nicht, dass sie selbst sich die Wunden zufügt und nicht die Gesellschaft.

Ich lebe seit 30 Jahren in Berlin in einem Stadtbezirk, der phasenweise von der Polizei aufgegeben wurde. Ich habe während meiner aktiven Zeit des Arbeitens oft mit Hausbesetzern, Ausstiegern, Obdachlosen zu tun gehabt. Zur Zeit bin ich selbst "obdachlos", lebe in einem grossen Zimmer einer Pension und nicht auf der Strasse, denn "Hinfallen" kann jeder Mensch, egal, wie alt oder intelligent oder lebenserfahren man ist.
Der Trick ist, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, selbst zu bestimmen, welchen Weg man gehen möchte, denn da, wo ein Wille und ein Ziel ist, da gibt es auch Wege und mehr oder weniger Hilfe.
Sich auf die Strasse zu setzen und von anderen Menschen zu erwarten, das sie Verständnis haben und mitleidig Barmherzigkeit zeigen, damit zieht man sich selbst nur weiter runter, da muss man sich nicht wundern, wenn das Selbstbewusstsein auf Null fällt.
Ohne Abitur und offizieller Einschreibung an Vorlesungen der Uni teilzunehmen, das zeugt von höchster Feigheit, man muss sich den Prüfungen nicht stellen, kann aber frech Einwände in den Hörsaal brüllen.
Ich finde den Inhalt des Buches entsetzlich und kann nur jedem sagen: Das Leben auf der Strasse, das Sterben eines Aids-kranken ist wesentlich härter als hier dargestellt.
Man muss nicht mit der Gesellschaft konform gehen, aber auf Kosten gerade dieser Gesellschaft zu leben, die man so verdammt, das ist einfach nur lächerlich.
Schade, wirklich schade. Das Buch brachte nichts Neues, keine Erkenntnisse oder Lebensfazits, es war für mich eher ein lahmer Aufrüttelversuch, der mir aber eigenltich nur ein junges Mädel zeigte, die so komplett unfähig ist, mal über sich selbst zu reflektieren und sich selbst zu kritisieren und in diesem Sinne auch nicht wirklich intelligent ist.
Man kann also gern auf das Lesen des Buches verzichten, es sei denn man möchte ohne grossen Zeitaufwand die "Gelesen"-Statistik um ein Buch erweitern.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Jugendbuch! 20. August 2012
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Nach Lektüre der Kurzgeschichtensammlung "Fütter mich" und der Vorstellung beim Bachmannpreis: absolut enttäuschend.
Ich hatte mit einem literarischen Text gerechnet, der zumindest an den Stil der Kurzgeschichten heranreicht. Es handelt sich aber wohl eher um ein Jugendbuch.

Erzählt wird die absolut typische Geschichte eines Mädchens in Wien, das in jener Phase der Pubertät stecken bleibt, wo "Alternativität" gern mit Individualität verwechselt wird. So wird die Protagonistin Mae von dem Bedürfnis getrieben sich möglichst "alternativ" zu gebärden. Mae soll Anfang zwanzig sein, erinnert durch den an vielen Stellen gezeichneten Egoismus im Umgang mit ihren Partnern und ihre mit Stolz zur Schau getragene Passiv-Aggressivität (die wohl "alternativ" oder "punkig" wirken soll) aber eher an eine etwas verzogene Göre um die 16. Mae wird nicht müde dem Leser bei jeder Gelegenheit mit einem Zaunpfahl ins Gesicht zu hämmern, auf dem geschrieben steht, was für ein "böses" und total "punkiges" Mädchen sie doch ist. Die Hoffnung (die man anfangs noch hegt), es könne sich um einen Entwicklungsroman handeln, wird am Ende klar enttäuscht: nachdem sie den netten aber langweiligen Jakob, den sie für den aidskranken Paul verlassen hat, auch während der Affaire mit dem Moriturus Paul immer noch per Sms warm hält, zieht sie nach Pauls Tod mit Jakob zusammen in Pauls Wohnung, weil sie "nicht gerne allein" ist. Ende gut, alles gut.

Der Charakter der Protagonistin gleicht daher eher dem einer Anti-Heldin als einer "Figur mit der man gerne im Lift stecken bleiben würde" wie Clemens J. Setz auf dem Buchrücken verspricht. Statt der spannenden Protagonistin, die einem im Buchumschlag versprochen wird, bekommt man etwas was an die keppelnde und ungute Hausmeisterin aus dem Erdgeschoss erinnert.
Sogar beim Job im Aids-Hilfe-Haus bleibt die Protagonistin gegen jegliche Empathie und Reflexion resistent:

"Formular her", keife ich nach der Mittagspause wieder, reiße den Zettel
über den für mich zu großen Schreibtisch hinweg an mich und beginne in
meinen Computer zu hacken. Ich stelle alle Fragen auf einmal, so wie
ich es laut Anweisung auf keinen Fall tun darf. Mein Gegenüber weiß
nicht, wie ihm geschieht. "Nehmen Sie das nächste Mal einen Gummi,
Sie Kleinspurmacho, verdammt noch mal! Draußen hinsetzen! Schämen!"
Der Mann vor mir duckt sich. Ich betrachte kurz interessiert seine
Halbglatze. "Schämen!", schreie ich ihm noch mal nach, als er durch
die Tür in das Wartezimmer geht. (Chucks, Seite 30)

Literarische Bilder sind leider kaum zu finden. Die Storyline (an Krebs verstorbener Bruder, Leben auf der Straße, die Beziehung zu einer älteren Frau, die kurze Bekanntschaft mit einem Aids-Patienten) klingt spannend und bietet viel Potential für Tiefgang, das aber nicht im Ansatz ausgeschöpft wird. Die Geschichte bleibt - trotz recht heftiger Thematiken - leider konsequent an der Oberfläche.

Ich weiß nicht ob mich das Buch mit 14 angesprochen hätte und ob ich es daher als Jugendbuch empfehlen kann - möglicherweise.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Konnte mich nicht berühren / mitreißen 3. Juli 2012
Von Metoo TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Den Inhalt von Chucks zu beschreiben finde ich sehr schwierig, aber im Großen und Ganzen geht es um Mae, jung, wild und anders. Sie erzählt aus ihrem Leben, wie es war, wie es ist und wie es sein könnte. Ich mache hier jetzt etwas, dass ich eigentlich meide, ich greife auf den Klappentext zurück:

Mae zog noch vor Kurzem als Punk durch die Straßen Wiens, lebte von Dosenbier und den Gesprächen mit ihrer Freundin über Metaphysik und Komplizierteres. Im AidsHilfe-Haus, wo sie eine Strafe wegen Körperverletzung abarbeiten muss, lernt sie Paul kennen und verliebt sich in ihn. Als bei ihm die Krankheit ausbricht, beginnt Mae gegen sein Verschwinden anzukämpfen: Sie sammelt seine Haare und Fußnägel wie Devotionalien und fängt zuletzt die Luft in seinem Krankenzimmer in einem Tupperdöschen ein."

*Meinung*
In dem Debüt Roman Chucks von Cornelia Travnicek werden mehrere heikle Themen angesprochen, der Verlust eines geliebten Menschen, der Zerfall einer Familie und die Folgen, Krankheit, Alkohol- und Drogenkonsum. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dieses Buch ist keine leichte Kost und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, insbesondere im Bezug auf die Tiefgründigkeit. Hier wurde ich leider enttäuscht, denn letztendlich kratzt das Buch allerhöchsten an der Oberfläche. Emotionen und Gedanken bekommt man nur durch Mae vermittelt, aber wirklich in einer geringen Dosierung, ich hatte mir einfach mehr vorgestellt.

Ein Durcheinander von Erzählzeiten haben mir das Lesen unglaublich erschwert, oftmals habe ich nicht gewusst wo ich mich grad befinde. Mae springt von einer weit entfernten Vergangenheit in die Gegenwart und wieder zurück in eine Vergangenheit, die noch nicht so lange her ist und vielleicht gestern gewesen sein könnte. Obwohl dies nach einer Flut von Informationen klingt bleiben unheimlich viele Fragen offen. Da ist zum Beispiel die Begegnung mit Paul, sie lernen sich kennen, das Ganze geht vielleicht über zwei Seiten und in einer der nächsten Szenen steht Mae schon vor Pauls Tür und zieht dort mich Sack und Pack ein. Ebenso erfährt man wer Mae von der Straße weg geholt hat, doch wie das passiert ist, das steht in den Sternen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ein Stück Geschichte fehlt oder das Seiten verloren gegangen sind.

Ich bin ein total emotionaler Mensch, nah am Wasser gebaut sagt man dazu wohl auch gerne, mir fällt es leicht Bindungen aufzubauen, auch zu fiktiven Figuren aus Büchern oder Filmen. Nur in Chucks ist kein noch so kleiner Funken übergesprungen. Die Figuren waren, mit Ausnahme von Mae, das liegt aber sicher an der Ich-Erzählperspektive, oberflächlich dargestellt.

Auf einmal hatte ich einen Punk und war mächtig stolz darauf, selbst Pippi Langstrump hatte es nur zu einem Affen gebracht" (Zitat: Chucks von Cornelia Travnicek, Seite 11)

Die Sprache hat mich fasziniert, ja man kann sogar sagen, dass ich mich in sie verliebt habe. Rotzfrech, aggressiv, patzig, humorvoll, traurig-melancholisch und voller Musik kommt Mae daher und erklärt ihre Welt. Den größten Pluspunkt erbeutet Cornelia, weil sie sagt was sie sagen will, sie kommt auf den Punkt und das ohne um den heißen Brei zu reden.

*Fazit*
Trotz der Kritikpunkte und der vermeidlich schlechten Beurteilung meinerseits möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen. Das Buch behandelt wichtige Themen und es ist gut, ebenso ist die Sprache überzeugend, nur der, für mich verwirrende, Stil trifft leider nicht meinen Geschmack.
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