"Goldene Wasserhähne? Bedrucktes Klopapier? Eierlikör-Eis? - oder- Anklebebärte?
Diese Dinge sind schön...aber belanglos." (Zitat: Ich)
Am Freitag kam die neue Dredg-Platte namens Chuckles And Mr. Squeezy in die Läden, auf die ich, wie viele andere, lange gewartet habe.
Ich habe sie in den letzten Tagen mehrmals gehört.
Es gibt ja -und das sind dann oft die besten Alben- so genannte "Grower". An Grower muss man sich gewöhnen, sie oft hören, das Konzept verstehen.
Dredg's erste zwei Alben waren Grower. Sie waren mystisch, geheimnisvoll, gefühlvoll und inhaltvoll.
Ich spreche hier vom brachialen Leitmotif und dem zum schmelzen melancholischen El Cielo - Beides Meisterwerke.
2005 kam dann das an enthaltenen Hits kaum zu übertreffende Catch Without Arms. Man wurde nach diesem Album süchtig. Ich konnte es nicht oft genug hören. Zu schön waren Songs, wie "Ode To The Sun" oder "Bug Eyes".
Viele Leute behaupteten schon mit dem Release von The Pariah, The Parrot, The Delusion, Dredg hätten sich verändert, wären nicht mehr dieselben, würden sich dem Kommerz hingeben...
Dredg waren schon immer eine Band, die in sich geschlossen, zurückgezogen, mit hohem künstlerischen Anspruch genau das Taten, was sie am besten können: Sie selbst sein, auf eine unvergleichliche Art und Weise.
Bands müssen sich entwickeln, Neues schaffen.
Bands müssen ihren Klang über die Jahre in die eine oder andere Richtung neu definieren.
...und dabei immer sich selbst folgen.
Chuckles And Mr. Squeezy hat gute Momente - ohne Frage.
Vom ersten Höreindruck an fiel mir "The Ornament" auf, welches ein fall back zu Catch Without Arms ist. Ein starker Song, mit viel Gefühl.
Dann möchte ich an dieser Stelle noch "The Thought Of Losing You" erwähnen. Der Song ist nicht schlecht, würde man ihn jedoch direkt mit allen bisherigen Dredg-Singles vergleichen, sträuben sich einem die Haare.
"Upon Returning" geht nach dem dritten Hören dann doch noch ins Ohr.
"The Tent" wird mir immer ein Rätsel bleiben. Was haben sich Gavin und die Jungs nur dabei gedacht? Der Song ist als solches nicht zu erkennen. Da passt A nicht zu B und C scheint mir von einem anderen Song geklaut, der es nicht mehr auf die Platte geschafft hat. Verstanden? Ich auch nicht!
Der Opener "Another Tribe" (auch hier wieder ein fall back zu Leitmotif?) fängt so abrupt an, dass man erschreckt und denkt, man schaut sich das Intro einer schlechten deutschen Erotik-Sendung der 90er an.
(Mir tut es weh, hier so über eine meiner Lieblingsbands zu schreiben)
"Kalathat" ist ein akustischer Song - so gab's das noch nie auf einem Dredg Album. Der Song ist gut - nicht mehr und nicht weniger.
Die restlichen Songs des neuen Dredg Albums sind an dieser Stelle (leider) nicht erwähnenswert.
Alles in allem lässt sich das gesamte Album ganz gut mit dem oben stehenden Zitat beschreiben.
Dredg standen für mich bis heute für Kreativität, Eigenständigkeit, ein in sich geschlossenes Kunstwerk.
Viel scheint davon -zumindest auf diesem Album- nicht übrig.
Teilweise hören sich Songs so an, als ob hier ein Rock aus alten, überhaupt nicht zusammenpassenden Flicken zusammengenäht wurde. Man kann diesen Rock tragen, jedoch keine Schönheitspreis damit gewinnen - und warm halt er auch nicht wirklich.
Ich fühle nicht viel. Wo ist diese starke Band? Dino? Mark? Nicht viel scheint übrig.
Lovely
*Luke