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Die Boys aus Ontario kopieren sich allerdings keineswegs selbst, sondern versuchen in der Schnittmenge aus Blink-182, No FX, Thrash Metal und ihrer eigenen Vergangenheit immer wieder neue Akzente zu setzen. Mal werden in irrsinniger Geschwindigkeit die Saiten und Felle zum Glühen gebracht, mal gediegen die Bombastkeule geschwungen, und zwischendurch klingt´s stellenweise sogar fast ein wenig besinnlich. In seinen Grundzügen präsentiert Chuck die Band aber so, wie ihre Fans sie lieben: Intelligenter High-Energy-Punkrock trifft auf grandiose Mitsingmelodien und eine harsche Metal-Schlagseite. Egal ob der oberfette Ohrwurm "No Reason", das extrem abwechslungsreiche "We´re All To Blame", das Bad-Religion-artige "Welcome To Hell" oder das Thrash-Epos "88": Die Kanadier stellen einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, dass Punk-Hits der Premiumklasse nicht zwangsläufig von alten Hasen wie No FX, Bad Religion, Green Day oder The Offspring kommen müssen. -- Michael Rensen
Auf Chuck macht sich eine sehr positive Wandlung bemerkbar. Man orientiert sich neu. Der Sound der Band ist nicht länger nur durch Pop-Punk-Größen der Marke Blink 182 oder Green Day definiert, sondern weist nun erstaunlicher Weise auch Schwermetallische Einschläge auf. Manche der Tracks sind sicherlich als eine Verbeugung vor Metallica und dem Urgestein des Heavy Metal zu interpretieren.
Als erstes fallen natürlich die 2 genialen Singleauskopplungen "We're all to blame" (tolles Laut-Leise-Wechselspiel) und "Pieces" (erste Ballade der Band) ins Auge. Aber auch abseits dieser kleinen Meisterwerke ringen viele Titel um die Aufmerksamkeit des Hörers, darunter unter anderem der eigentliche Opener "No Reason" (außergewöhnlich rockig), "Open Your Eyes" (toller Shout-Clean Voice-Kontrast) und der finale Streich "88" (untypisch, aber supercool).
Irgendwie erinnert mich das Riffing von "Some Day" enorm an "Handle this" und das Anfangsriff von "The Bitter End" and das Riffing von "Through the Never" vom Black Album / Metallica. Vielleicht liege ich aber auch einfach bloß falsch :)
Insgesamt wirkt der Sound von Sum 41 ungleich gereifter. Selbst den Vergleich zu Green Days "American Idiot" braucht "Chuck" nicht zu scheuen, meines Erachtens nach gewinnt Sum 41s neuen Longplayer den Vergleich sogar knapp für sich, weil sich die Green Day-Scheibe teilweise zu schnell totläuft.
Der Name des Albums - Chuck - ist übrigends nicht etwa tiefgründiger Natur. Das Album wurde einem Menschen gewidmet, ohne den es Sum 41 heute nicht gäbe - und dessen Name ist - man höre und staune - Chuck! Während die Band in der Demokratischen Republik Kongo einen Dokumentarfilm drehte, wurde sie im Kreuzfeuer gefangen. Chuck Pelletier - ein U.N.-Ehrenmitglied rettete das Leben der Band und 40 anderer Personen, indem er sie in die Freiheit evakuierte.
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