..nicht nur von der Statur her ähnelt Irakere-Gründer Chucho Valdes
dem großen Oscar selig, auch in punkto Virtuosität kann er dem
verblichenen Monumentalisten durchaus das Wasser reichen.
Allerdings lässt der Latin-Zampano um einiges mehr Luft zwischen den
einzelnen Akkorden - und das ist auch gut so!
41 geboren, eine Zeit, in der auf der Insel noch die Mafia das Sagen hatte,
in der Figuren wie Al Capone die gesamte Vergnügungsindustrie - Music Halls
und Tanzorchester eingeschlossen - dirigierten.
Danzon, Mambo, Chachacha bildeten das Biotop, in dem das musikbesessene Kücken
Chucho sich zu einem Jazz-affinen Youngster mauserte.
Seine Großmutter, Sklavin aus Westafrika, bekam den Namen Valdes vom weissen
Besitzer jener Zuckerrohrplantage, wo sie tagtäglich bis zur Erschöpfung die
Machete zu schwingen hatte.
Diesen, seinen tiefschwarzen Roots, huldigt er in "Yansa" über 7.49 Minuten ausgiebig
und authetisch.
Ein Album, voll mit assoziativen Elementen, Wortspiel mit Blakey`s Messengers,
orleansgeschwängerte Hommage an Marsalis-Family, Reflexion über Zawinul - den er übrigens
für einen der grössten Pianisten der Jazz-Historie hält - ein stark Dollar Brand/Abdullah
Ibrahim gefärbtes "Julian" und zu guter Letzt eine Verbeugung vor Trane, dessen "Giant Steps"
er kurzerhand zu "Chuchos Steps" modifiziert.
Unterhaltsame Melange, stimmig, ergreifend - ein Meisterwerk - klare Empfehlung!