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Wenn gleich auch nicht so bekannt wie TolkiensFantasy-Epos, so steht die Erdsee-Saga von Ursula K. LeGuin dem Herrn der Ringe in nichts nach. Die Erdsee ist eine altertümliche Welt, in der die Magie auf der Macht des wahren Namens aller Dinge aufgebaut ist. LeGuins phantastische Geschichten sind sehr tiefgründig und ragen aus der Vielzahl der Fantasy-Epen vor allem dadurch heraus, dass Gut und Böse nicht eindeutig festgelegt sind. Im Guten liegt Böses, im Bösen auch Gutes. Dieser ewige Kampf der beiden Mächte ist auch Thema in Goro Miyazakis Chroniken von Erdsee, der Handlungselemente und Charaktere aus mehreren Erdsee-Romanen miteinander verknüpft. Dieser Umstand hat zur Folge, dass es nicht immer ganz einfach ist, der Geschichte des Films zu folgen. Man muss die Romane zwar nicht gelesen haben, um sich auf den magischen Zauber der Erdsee einlassen zu können. Es hilft allerdings. Wie auch in den Filmen seines Vaters Hayao Miyazaki, der seit 20 Jahren von einer Verfilmung der Erdsee-Saga träumte, beeindruckt auch das Werk des Sohnes durch eine faszinierende Bilderpracht und einen überbordenden visuellen Charakter.
Der Film ist von der FSK ab sechs Jahren freigegeben, aber diese Alterseinstufung ist zu niedrig angesetzt. Bereits in den ersten Minuten des Films spritzt das Blut, wenn sich zwei Drachen bekämpfen, vom grausigen Ende ganz zu schweigen. Auch was die Art der Inszenierung angeht, handelt es sich bei den alles andere als um einen Kinderfilm. Empfehlenswert ist der Film ab etwa 12 Jahren.
Das Bonusmaterial der Special Edition umfasst neben den vollständigen Storyboards des Films zwei Dokumentationen über die Synchronsprecher sowie die Entstehung des Soundtracks. Sehr aufschlussreich ist das Making of, das ausführlich auf den Konflikt zwischen Vater und Sohn Miyazaki eingeht, die sich während der Dreharbeiten zerstritten haben. Abgerundet wird das Ganze durch zahlreiche Trailer und TV-Spots sowie fünf exklusive Sammelkarten zu Film. -- Birgit Schwenger
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine technisch sehr ansprechende DVD, die zwar beim Bild ein paar Schwächen in der Schärfe und der Kompression aufweist, aber dennoch hochwertig ist. Selbes gilt für den Ton und die mehr als drei Stunden an Bonusmaterial.
Bild: Die Bildqualität ist sehr hochwertig, das aber nicht durchgehend in allen Disziplinen. Wunderbar - wie eigentlich immer bei Studio Ghibli - sind die Farben, die sehr genau voneinander abetrennt sind, nicht in andere Bereiche eindringen und sehr diffenziert daherkommen. Rauschen ist praktisch nicht vorhanden, aber dafür gibt es Rauschblöcke zu beobachten (00:24:47). Der Kontrast gibt sich keine Blöße. Ob Nacht oder Tag, nah oder fern, hier kann man alle Feinheiten erkennen. Problematisch ist die Schärfe. Die ist zwar gut, aber verdankt dies einem Filter, der enorm starke Doppelkonturen hinterlassen hat (00:20:22). Außerdem fällt sehr häufig Treppchenbildung auf (00:43:44; Mantel). Die Vorlage ist frei von Schäden.
Ton: Die Dialogwiedergabe in beiden Sprachfassungen ist sehr schön geworden. Die Dialoge klingen nicht zu laut, sondern finden sich harmonisch im Klanggeschehen ein. Die Dialoge werden direktional abgetrennt, und auch Geräusche wie das Klopfen an einer Tür kann man sehr gut orten. Die Musik nutzt die verschiedenen Kanäle sehr effektiv. Die Umgebung wird gut wiedergegeben. Bei gallopierenden Pferden kann man das Hufgetrappel gut verfolgen, bei Drachen hört man, wie der Flügelschlag sich ausbreitet.
Extras: Zu oft bestehen die Extras bei den Studio-Ghibli-Filmen nur aus langen Storyboards und - mit Glück - einer kleinen Featurette. Nicht so jedoch hier. Zwar kann man auch hier den Film in Storyboardform ansehen, doch die echten Extras befinden sich auf der Bonusdisk. Neben Trailer und TV-Spots gibt es hier eine einständige Dokumentation, die sich mit der Entstehung des Soundtracks beschäftigt. Außerdem kommen die Synchronsprecher zu Wort und erklären, wie sie an ihre Arbeit herangehen. Leider gibt es so etwas nur für die japanischen Sprecher, selbiges hätte man auch ruhig mit den deutschen Sprechern produzieren können. Das Making Of geht knapp 45 Minuten und beleuchtet auch, wie langwierig es war, bis der Film entstehen konnte, weil Ursula K. LeGuin die Filmrechte lange Zeit nicht veräußern wollte, fürchtete sie doch, Zeichentrick könnte einen zu kindischen Film bedeuten. Sehr schön ist auch die halbstündige Dokumentation, die sich schon mit dem nächsten Studio-Ghibli-Film "Therrus Lied" beschäftigt. --movieman.de
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