Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
großartiges Meisterwerk der lateinamerikanischen Literatur, 15. August 1999
Von Ein Kunde
Gabriel García Márquez läßt seinen Roman „Chronik eines angekündigten Todes" (erstmals 1981 erschienen) in einem Dorf an der kolumbianischen Karibikküste spielen. Hier findet eine Heirat statt. Als eine frühere Entehrung festgestellt und auch veröffentlicht wird, findet daraufhin auch die Rache des Dorfes statt. Dabei thematisiert Garcia Marquez aber weniger dieses Verbrechen in einer patriachalischen Gesellschaft, denn die Haltung der Leute, die einen Mord begehen ohne den heuchlerischen Ehrenkodex zu hinterfragen oder in Zweifel zu ziehen. Der angeklagte Verführer muss sterben, damit die Rache vollzogen ist. Der Autor lässt mit diesem Werk eine minutiöse Rekonstruktion der Ereignisse zu, da er mit peinlichster Genauigkeit das Geschehen beschreibt. Auf eine meisterhafte Art lässt er den Leser an dem Geschehen teilnehmen und die Handlungen hinterfragen. Man kann dieses Buch auf eine vielfältige Art und Weise lesen. Egal ob man für seine persönliche Interpretation den Schwerpunkt auf der politischen oder sozialkritischen Problematik legt oder ob man das Werk mehr als Krimi ansieht, es bleibt immer ein großartiges Meisterwerk der lateinamerikanischen Belletristik. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schicksal oder "Tradition"?, 17. Mai 2007
In "Chronik eines angekündigten Todes" verarbeitet Gabriel García Márquez sein vielleicht schmerzhaftestes Jugenderlebnis, den Mord an seinem Freund Cayetano Gentile Chimento. Beinahe 30 Jahre lang dauert es, bis er die Geschichte aufschreiben kann, da er seiner Mutter versprechen musste, dies zu unterlassen, solange die Mutter des Opfers lebe. Dennoch bleibt er von diesem Ereignis so besessen, dass er auch nach Jahren nichts vergessen hat.
Im Gegensatz zu klassischen Kriminalromanen ist in diesem Buch von der ersten Seite an klar, wer das Opfer und wer der Mörder ist. Die schöne Angela Vicario wird in der Hochzeitsnacht von ihrem Mann nach Hause geschickt, da sie nicht mehr unberührt ist. Unter Zwang gibt sie ihren Brüdern den Namen des vermeintlichen Täters bekannt: Santiago Nasar. Um die Ehre der Familie wiederherzustellen haben die Gebrüder Vicario nur eine Möglichkeit, sie müssen Santiago Nasar töten.
Viele Jahre später rekonstruiert der Ich-Erzähler, ein Freund Santiagos, in allen Einzelheiten den Tag des unfassbaren Geschehens. Er versucht, "den zerbrochenen Spiegel der Erinnerung mit Hilfe von so vielen verstreuten Scherben wiederherzustellen." Er analysiert, wie und warum es möglich war, dass ein so offen angekündigtes Verbrechen geschehen konnte. Zudem schien es Niemanden zu interessieren, ob die Anschuldigungen überhaupt der Wahrheit entsprachen. Stück für Stück wird ein Geflecht aus Ignoranz, Passivität, falschen Interpretationen und Verkettung unglücklicher Zufälle aufgedeckt.
Großartig ist der Erzählstil Gabriel Garcia Marquez. Er ist in der Lage, die Schicksale seiner Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man meint, mitten im Geschehen zu stehen und mit eigenen Augen zuzuschauen.
Fazit:
Gabriel Garzía Marquez offeriert in dieser kurzen Erzählung ein wahres Panoptikum südamerikanischen Lebens. Er schafft es, Stimmungen, Empfindungen, ja mitunter sogar Geräusche und Gerüche vor den Augen des Lesers zu entfalten. Er gewährt Einblicke in uralte Traditionen und Gesetze und zeigt die Unfähigkeit der Menschen, diese abzustreifen.
Das Buch wirft viele Fragen auf: Was ist Schicksal, wozu ist eine menschliche Gemeinschaft fähig und was für Konsequenzen haben alte Traditionen.
Für alle, die dieses Kleinod noch nicht kennen - es ist auch ein wunderbarer Einstieg in das Werk des Literaturnobelpreisträgers, in seine Welt des magischen Realismus.
"Unser Leben ist nicht das, was geschah, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern".
Gabriel García Márquez
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Alte Moralvorstellungen treiben in den Tod, 29. Dezember 1999
Von Ein Kunde
In einer kleinen Stadt in der Karibik feiert man ein rauschendes Hochzeitfest. Die Welt scheint in Ordnung zu sein und die Beteilgten am Ziel ihrer Träume. Doch die Hochzeitnacht ändert von einer Minute zur nächsten das Zusammenleben im Dorf, denn die Braut ist nicht mehr unberührt. Ein Verstoß gegen die ungeschriebenen Gesetze, der umgehend gesühnt werden muß. Eine gnadenlose Todesmaschenerie wird in Gang gesetzt. Die Braut wird verjagt und ihr "Entehrer" ist von der Dorfgemeinschaft zum Tode verurteilt. Marquez beschreibt präzise, wie sich das Unheil zusammenbraut und die ganze Stadt in seinen Bann zieht. Präzise und fast schon eiskalt zeigt Marquez auf, wie fast ohne den geringsten Zweifel die Dorfbevölkerung dem Rachefeldzug mitverfolgt. Stunde ür Stunde, Minute für Minute nähert sich der Tod und es gibt kein Entrinnen. Wie immer überzeugt Marquez nicht nur damit, was er erzählt, sondern vor allem wie er es erzählt. Sein Stil bleibt einmalig. Er bringt seinen Lesern diese zauberhafte und uns fremde Welt nahe. Dieses Werk kann auf vielfache Weise diskutiert werden. Der eine mag sich auf die Kritik an den sozialen verhältnissen stürzen, andere auf die Struktur des Dorfes, die Moralvorstellungen oder einfach auf das Thema schlechthin bei marquez, nämlich die Liebe. "Chronik eines angekündigten Todes" ist ein Marquez durch und durch, wenn ich auch die Magie anderer Werke etwas vermißt habe. Trotzdem ist es eine schöne Lektüre für kalte Winternächte oder warme Sommertage. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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