zum schreibstil von hohlbein kann man einfach nicht viel sagen: technisch einwandfrei und sehr mitreißend, wenn man seine bücher mag wird man das lese-erlebnis auf jeden fall genießen.
die problematik des buches ergibt sich aus der handlung:
als ein "intermezzo" in der zeitlinie der 'chronik der unsterblichen' kommen einfach zu viele personen vor, deren vergangenheit, hintergründe und motivationen nicht erklärt werden. man kann dem ganzen fast nur folgen, wenn man auch die anderen bücher der reihe gelesen hat und dabei war, wenn die betreffenden personen erstmals aufgetaucht sind. ohne hintergrundwissen wird die angelegenheit extrem unklar und verwirrend.
das ist aber die crux an der sache: charaktere wie maria und ihr inquisitoren-bruder, marius, loki und odin, meruhe oder sogar dracula und die blutgräfin kommen zwar in der serie vor und sind dort teilweise auch sehr zentrale akteure - aber ihre geschichte ist eine völlig andere.
so ist die idealistische meruhe hier auf einmal eine manipulative göttin; der intrigante loki, der wenige bücher vorher noch seinen vater odin stürzen wollte, handelt plötzlich in seinem namen, längst totgeglaubte charaktere sind wieder quicklebendig - und all das ohne die spur einer erklärung.
dass extreme zeit- und ortswechsel ein fester bestandteil der handlung sind, macht die sache auch nicht besser (oder einfacher.)
insgesamt liest sich das buch wie ein merkwürdiges parallel-universum der 'chronik der unsterblichen'.
der vollständigkeit halber oder für das verständnis der reihe muss man das buch nicht lesen; ich würde es nur dann empfehlen, wenn man ein extremer fan von hohlbeins büchern ist oder aber die zeit zum nächsten "offiziellen" abenteuer von andrej und abu dun verkürzen will.