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Buchnotiz zu : Die Zeit, 19.04.2001
Konrad Heidkamp gibt zu, dass er sich die gedruckte Fassung dieses Werks zumindest teilweise für das Rentenalter aufsparen wollte. Doch dafür muss jetzt etwas anderes herhalten, denn das vorliegende Hörbuch macht, so Heidkamp, "unbändige Lust", das gedruckte Monumentalwerk wieder in die Hand zu nehmen. Dafür ist zum großen Teil Hannelore Hoger verantwortlich, die den "klinisch kalten Beschreibungen Kluges die nötige Temperatur" verleihe. Aber auch Kluge selbst schneidet bei Heidkamp gut ab: Die Unterhaltungen zwischen beiden findet der Rezensent so komisch, dass sie ihm wie eine "Wiedergeburt von Liesl Karlstadt und Karl Valentin aus dem Geiste Heiner Müllers" erscheinen. Überhaupt stehen Kluges Geschichten "der gesprochenen Sprache nahe", schließt Heidkamp sich Enzensberger an, weshalb eine Hörfassung der Texte ganz besonders sinnvoll sei. Denn dadurch bekämen sie etwas von dem Menschlichen zurück, das in der gedruckten Fassung bisweilen verloren gehe. Auch mit der Auswahl der hier vorgestellten Texte ist Heidkamp rundum zufrieden.
© Perlentaucher Medien GmbH
Konrad Heidkamp gibt zu, dass er sich die gedruckte Fassung dieses Werks zumindest teilweise für das Rentenalter aufsparen wollte. Doch dafür muss jetzt etwas anderes herhalten, denn das vorliegende Hörbuch macht, so Heidkamp, "unbändige Lust", das gedruckte Monumentalwerk wieder in die Hand zu nehmen. Dafür ist zum großen Teil Hannelore Hoger verantwortlich, die den "klinisch kalten Beschreibungen Kluges die nötige Temperatur" verleihe. Aber auch Kluge selbst schneidet bei Heidkamp gut ab: Die Unterhaltungen zwischen beiden findet der Rezensent so komisch, dass sie ihm wie eine "Wiedergeburt von Liesl Karlstadt und Karl Valentin aus dem Geiste Heiner Müllers" erscheinen. Überhaupt stehen Kluges Geschichten "der gesprochenen Sprache nahe", schließt Heidkamp sich Enzensberger an, weshalb eine Hörfassung der Texte ganz besonders sinnvoll sei. Denn dadurch bekämen sie etwas von dem Menschlichen zurück, das in der gedruckten Fassung bisweilen verloren gehe. Auch mit der Auswahl der hier vorgestellten Texte ist Heidkamp rundum zufrieden.
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Kurzbeschreibung
Die Chronik der Gefühle ist ein in der Gegenwartsliteratur singuläres Unternehmen: Sie erzählt in Lebensläufen und Geschichten von den Erfahrungen und vor allem den Gefühlen, mit denen wir auf Zeit, Epoche und deren Brüche reagieren. Alexander Kluges Opus magnum ist ein durch Zeit und Geschichte mäanderndes Buch der Emotionen, das aus immer neuen Blickwinkeln unsere manchmal rätselhaften, manchmal seltsam resistenten Verhaltensweisen, Reaktionen und Leidenschaften zu ergründen sucht.Alexander Kluge, geboren 1932, las erstmals 1962 in der Gruppe 47. Er ist Autor und Regisseur von bislang 23 Filmen und zahllosen TV-Sendungen, doch »mein Hauptwerk sind meine Bücher«. Für sein literarisches Werk wurde er u. a. mit dem Kleist-, Lessing-, Böll-, Ricarda-Huch-und dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet.
Autorenporträt
Alexander Kluge, geboren 1932, las erstmals 1962 in der Gruppe 47. Er ist Autor und Regisseur von bislang 23 Filmen und zahllosen TV-Sendungen, doch »mein Hauptwerk sind meine Bücher«. Für sein literarisches Werk wurde er u. a. mit dem Kleist-, Lessing-, Böll-, Ricarda-Huch-und dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet.