Ich muss hier mal dem Vor-Rezensenten widersprechen.
Zuerst ist da die liebevolle Aufmachung mit der der Festaverlag versucht, die Mischung aus Sammlerstück und bezahlbarer Ausgabe hinzubekommen.
Zum zweiten gehören die Lovecraft'schen Geschichten natürlich zu den Klassikern der Horrorliteratur. Und wie es so mit Klassikern ist, entsprechen sie nicht mehr den aktuellen sprachlichen Gepflogenheiten. Deswegen sind aber noch lange nicht unlesbar !
Lovecraft versuchte damals einen völlig neuen Ansatz um vom "bekannten" Grauen der Vampire, Werwölfe, Geister usw. wegzukommen, die z.B. ein Edgar Allen Poe oder ein Bram Stoker "gerufen" hatten, die zudem noch viktorianische Sprach- und Moralansätze benutzten.
In diesem neuen Ansatz versuchte er die Tür zu einen Horror zu beschreiben, der vor jedem entwicklungsgeschichtlichen/zivilisatorischen Ansatz der Menschheit lag. Da die damaligen Pulpausgaben den engen moralischen Vorstellungen der Dreissiger in den USA (vgl. z.B. die Prohibition)unterlagen, musste er so blumige Umschreibungen und Verklausulierungen für Andersartigkeit, Gewalt und Sex benutzen, um eine Veröffentlichung (und seinen Verdienst) zu gewährleisten, regte aber eben auch die Fantasie des Lesers an. Heutzutage wird dagegen jede Splatteraktion genauestens niedergeschrieben, ganz entsprechen der Videoclipästhetik, die wenig Raum für ein "Kopfkino" lässt.
Er gehört damit, genau wie Robert E. Howard für die Fantasy, zu den Gründungsvätern der Fantastik Anfang des 20. Jahrhunderts.