Emo-Folk - ein schreckliches Wort. Den, der es erfunden hat, sollte man teeren und federn. Und dann muss man doch gestehen, dass die Bezeichnung einfach auf die Musik von Get Cape. Wear Cape. Fly passt. Sam Duckworth singt sich, genau wie die Emo-Typen, die Seele aus dem Leib. Immer wieder bricht es aus ihm heraus, er schreit seine ganze Pein ins Mikro. Der einzige Unterschied - und da sind wir dann beim Folk: Während die Kollegen ihren Weltschmerz mit E-Gitarren-Sound und Pathos unterlegen, benutzt Duckworth eine Akustikgitarre. Im Hintergrund werkeln Beats, die hin und wieder auch aus dem 2-Step kommen könnten. Und damit es nicht zu langweilig ist erklingen Trompeten, Klaviere, Syntesizer.
Aus dem Singer/Songwriter-Einerlei sticht Duckworth so erfrischend heraus. Dabei übt sich der junge Musiker ständig in Understatement: "It doesn't matter, that this song has a simple tune" heißt es in "I-spy". In dem Song mit dem längsten Titel des Jahres, "If I had £1 for every stale song title I'd be 30 short of getting out of this mess" heißt es dann: "I don't want to feel that the only thing that can make me real is the fact that I can sing and write for the joy of someone else." Tja, Herr Duckworth - aber eben das ist jetzt eingetreten. Denn alle zwölf Songs bereiten Freude. "I was stuck in minor chords" ("The chronicles of a bohemian teenager (Part one)")? Geschenkt. Mal schauen, wann dieses Album offiziell in Deutschland erscheint. Es wird Zeit.