INTRO
SENS UNIK sind das eindrücklichste Beispiel dafür, daß sich europäischer HipHop längst von seinen einstmals omnipotenten, einengenden US-amerikanischen Vorbildern emanzipiert hat und jenseits von Ganster-Rap und repressiver Schwanz-Pose zu einer eigenen multikulturellen Ausdrucksform gefunden hat.Wem MC SOLAAR (wenngleich als Gast-Rapper vertreten) und SOON E MC zu zeitgeistig smooth-mellowing sind, der wird bei SENS UNIK bestens bedient. Konzeptionell von der Herangehensweise - so ist jedem Track von 'Chromatic' eine bestimmte Farbe zugeordnet, und jede Farbe erzählt eine Geschichte im Grenzbereich zwischen Traum und desillusionierender Wirklichkeit - rappen sich die 'Schweizer' politisch-korrekt, metapherhaft, ohne dabei jedoch in eine aufgesetzte Agit-Prop-Attitüde zu verfallen, durch ihren eigenen Mikrokosmos, der mehr denn je die großen Zusammenhänge transparent macht und der eigenen Beschränktheit entgegentritt. Gerappt wird auf englisch, französisch und spanisch, diszipliniert chaotisch, funky-jazzy mit Latin-Anleihen, aber stets mit dem nötigen Groove, um nicht in Weichspüler-, sprich geschmäcklerisches Acid-Jazz-Gedaddel zu verfallen. Eine eklektizistische Melange, der man in sogenannten Zeitgeistpostillen allzu voreilig das Prädikat 'Streetjazz' verleihen wird, die aber dennoch nie ihre ureignen HipHop-Wurzeln verleugnet.Am ehesten könnte man das multikulturelle Sextett noch als die MANO NEGRA des Euro-HipHops bezeichnen.
Volker Skilandat / Intro - Musik & so
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Sechs Rapper aus Lausanne mit außergewöhnlichem Konzept: Ihre zweite CD Chromatic ordnet jedem der 18 Titel eine Farbe zu - passend zur jeweiligen Story, die in Französisch erzählt wird. Das Schwarz von Líle au trésor (Die Schatzinsel) steht für schmutzige Geldgeschäfte, die hinter der Fassade der sauberen Gesellschaft verborgen werden; in Demi-lune (Halbmond) lernt ein blauäugiges Indianerkind, daß letzlich nur Toleranz Frieden stiften kann. Musikalisch bleiben die Schweizer ihrem Kurs treu: fette Grooves mit Jazz, Funk und viel Feeling.
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