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Christus kam nur bis Eboli
 
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Christus kam nur bis Eboli [Taschenbuch]

Carlo Levi , Helly Hohenemser-Steglich
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423130393
  • ISBN-13: 978-3423130394
  • Originaltitel: Christo si e fermato a Eboli
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,9 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 194.889 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Carlo Levi
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Christus kam nur bis Eboli
OT Cristo si è fermato a Eboli OA 1945 DE 1947Form Roman Epoche Moderne
In seinem Erfahrungsbericht erzählt Carlo Levi in locker aneinander gereihten Szenen von seinen Erfahrungen in der bäuerlichen und rückständigen Welt Lukaniens, einer vergessenen Welt im Süden Italiens, die er während seines Exils kennen gelernt hat.
Entstehung: 1935 wurde der 31-jährige Levi wegen seines Protestes gegen den Abessinienkrieg von den faschistischen Machthabern in ein Dorf in der Basilicata (damals Lukanien) verbannt. In Gagliano (aus Gründen der Diskretion taufte Levi den Ort in seinem Werk in Aliano um) empfand sich der elegante Norditaliener zunächst als Fremdkörper, bis es ihm gelang, die Sympathie der Bauern zu gewinnen.
Inhalt: Der Titel des Romans bezieht sich auf ein Sprichwort, mit dem die Bauern ihre eigene Rückständigkeit begründen: »Christus kam nur bis Eboli.« Es besagt, dass Gott es nicht mehr bis in die Berge der Basilicata, nach Aliano geschafft hat. Deshalb sind in dieser Region Zeit und Sitten auf einem heidnischen Niveau stehen geblieben. Trotz unsäglichen Elends, trotz Armut und der Malaria behaupten sich die Bewohner in einem mühseligen, vom Wechsel der Jahreszeiten rhythmisierten Überlebenskampf und beziehen aus dieser Existenzweise ihren eigenen Stolz.
Eindrucksvoll schildert Levi das Überleben heidnischer und naturmagischer Praktiken unter dem Deckmantel der christlichen Liturgie und das gelegentliche Aufflammen politischer Aufsässigkeit am Beispiel der Bauern, die Geldeintreiber erschlagen und sich den Briganten in den unzugänglichen Bergnestern der Basilicata anschließen, weil sie ihre drückenden Abgaben nicht leisten können. Die Versuche der Regierung, sich der politischen Zustimmung der Einwohner zu versichern, scheitern am fundamentalen Misstrauen der Bauern gegen jede Art von Obrigkeit, die sie immer nur als Unterdrückung erfahren haben.
Wirkung: Wegen des sachlichen Tonfalls seines Romans, der dem Elementaren und Schlichten des Lebens im Mezzogiorno entspricht, wurde der Roman zu einem herausragenden Dokument des Neorealismus (Stichwort R S. 681). Er ist eine der bewegendsten Schilderungen des Lebens im Süden, der in der italienischen Literatur eine Art nostalgische Berufung auf das von den Entfremdungserscheinungen der Moderne unbeschädigte Leben des Südens einleitete, obwohl Levis Beschreibung die Verhältnisse nicht beschönigte, sondern eher geeignet ist, sich der italophilen Verklärung Süditaliens zu widersetzen. Eine Verfilmung von Francesco Rosi (1978) trug wesentlich zur Popularität des Buchs bei. H. R. B. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Als eine dokumentarische Darstellung eines „Roulettespiels der Seinsverlorenheit“ hat dieser höchst sensible und genaue Bericht, in viele Sprachen übersetzt, weltweites Aufsehen hervorgerufen.«
Brückenschlag

»Eine ohnmächtige Spezies Mensch wird bestechend dargeboten. Ein sinnloses Kreisen, eine Roulettepartie der Seinsverlorenheit rollt vor dem Leser ab, eine unheimliche, fast filmische Spannung beschäftigt den Geist.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung 1950

»Zum Filmstart von ›Christus kam nur bis Eboli‹:«
Der Spiegel 1978

»Francesco Rosis leiser, pathetischer Film ist ein Werk der Sehnsucht.«
Der Spiegel 1978


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erinnerungen an die Kostbarkeit von Zeit, 3. Januar 2001
Von 
Hans Henkel (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Christus kam nur bis Eboli. (Broschiert)
Lukanien ist ein Landstrich im Süden Italiens. Carlo Levi macht uns mit dessen Menschen und Landschaften so vertraut, als wären wir selbst dort gewesen. Der mit dem Autor idente Arzt, Maler und Schriftsteller wurde 1935 als Antifaschist dorthin verbannt und wurde mit diesem Buch zu einem Fürsprecher, Vermittler und Kämpfer für die Verbesserung sozialer und medizinischer Missstände.

Levi beschreibt die vielfältigen Verflechtungen der dort lebenden Menschen. Dabei ist er nicht nur außenstehender Beobachter, sondern er nimmt Anteil an ihren Sorgen. Er behandelt sie als Arzt, obwohl er vorher noch nie praktizierte, und wird selbst einer der ihren. Angesprochen wird die Armut der Bauern und ihre Ausbeutung durch die von den Großgrundbesitzern beauftragten Steuereinnehmer, die enge Verbundenheit der Menschen zu Tieren und Geisterwesen. Er berichtet von der allgegenwärtigen Malaria und der Nachlässigkeit in deren Bekämpfung von seiten der Behörden. All diese Themen behandelt er mit Engagement und seine eigenen Ideen und Empfindungen sind dabei stets erkennbar.

Der Kargheit der Landschaft, der unfruchtbare Lehmboden findet Ausdruck in der resignativen Haltung der Bauern und ihrer Schicksalsergebenheit. Ihre Aufstände sind kurz, heftig und unorganisiert und damit zum Scheitern verurteilt. Lukanien ist ein von der Zivilisation unberührtes Land mit einer eigenen archaischen Kultur und einem tief eingewurzelten Misstrauen allem Staatlichem gegenüber.

Trotz der beschriebenen Missstände und der herrschenden Armut wirkt diese Abgeschlossenheit und dieses aus der Zeit Herausfallen auch anziehend. Die erschlossenen Orte und die inneren Räume der Menschen bieten einen überschaubaren Kosmos, der einem das Verweilen angenehm macht. So bildet das Gehen schon bekannter Wege, die Treffen mit schon bekannten Menschen in ihrer Eintönigkeit und vordergründigen Langeweile einen Kontrapunkt zur Überschwemmung mit Reizen und erinnern an die Kostbarkeit gelebter Zeit. Dieser Aufenthalt in Gagliano ist für Levi nicht nur ein Ort der Verbannung, sondern auch eine Möglichkeit zu sich selbst zu finden.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vorchristlicher Mezzogiorno, 12. Juli 2008
Von 
Wer selbst einmal durch die Sassi von Matera mit ihren Höhlenwohnungen und Grottenkirchen, die heute zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen, gegangen ist, bekommt in etwa einen Eindruck von dem Elend in den Städten und Dörfern Lukaniens, heute Basilicata, wie sie Carlo Levi in seinem Buch beschreibt.

Es handelt sich nicht um einen Roman, sondern um die in essayistischer Form geschriebenen Erinnerungen eines vom faschistischen Regime Verbannten in Grassano und später Aliano (im Buch Gagliano genannt), einer herben, trostlosen Gegend, von der die Einwohner sagen, dass sie keine Christen, sprich Menschen wären, da Christus nur bis Eboli gekommen sei. Er hat es einfach nicht mehr geschafft, in die Bergwelt der Basilicata zu gelangen, weshalb hier die Zeit in einer vorchristlichen Phase stehengeblieben ist.

Völlig abgeschieden von der modernen Welt Mitte der Dreissiger Jahre des 20. Jahrhunderts leben die Menschen dort in bitterer Armut nach archaischen Gebräuchen und voller Aberglauben. Rom und die Politik sind weit weg. Der Krieg in Abessinien interessiert die Bauern nicht. Einzig die Rückkehr vereinzelter Auswanderer nach Amerika kündet von einer anderen, fernen Welt.

Der Turiner Arzt und Künstler Carlo Levi schildert seinen zweijährigen Zwangsaufenthalt, währenddessen er seinem Heilberuf - offiziell - nicht nachgehen darf, obwohl die Malaria ihre Opfer fordert. Er beschreibt Volksmagie, Hexenglaube und Zaubereien, die den Alltag bestimmen, eine Welt mit Wolfsmenschen, Teufelsziegen und Kuhmüttern, Wundern und getöteten Drachen.

Trotzdem behaupten sich die Einwohner in einem täglichen Überlebenskampf mit einer Portion gesunden Misstrauens gegen die (faschistische) Obrigkeit. Die einzige Abwechslung im Leben bieten Hochzeiten, Gaukler und der "Ferkelverschneider". Die grausame "Kunst" der Kastration von Ferkeln wird hier ausführlich geschildert.

Carlo Levi beschreibt in diesem Werk seine langsame Annäherung an die vorchristliche Kultur des Südens, die zuerst seine Neugierde weckt und schließlich in Solidarität und Freundschaft mündet. Es gibt keine Handlung, keinen "Plot", dafür eine bewegende, liebevolle Schilderung des Lebens im Mezzogiorno in einer vergangenen Epoche ohne jegliche Verklärung.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mitten in Europa, 1. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Christus kam nur bis Eboli (Taschenbuch)
Eine ganz fremde Welt, gar nicht weit entfernt. Der in ein Bauerndorf verbannte Faschismusgegner lernt nicht nur ein für ihn neues Italien, sondern auch eine neue Gesellschaftsform kennen. Aus dem reichen Norden stammend gönnt er es sich bei allem mit offenem Mund zu staunen, über die Bauern, die ihren Alltag weiterhin vor sich hin leben den Kopf zu schütteln und die Landbürokratie zu tadeln. Er erlebt im Mikrokosmos, was er aus dem Makrokosmos kennt und überträgt diese Gewohnheiten in sein aufgezwungenes Nest. Obwohl er überheblich agiert, so gut er das auch versucht während des Buches zu kaschieren, ist er trotzdem die Sympathiegestalt, der Leser wird beim Lesen zum Bauern. Dank des reichhaltigen Sprachvermögens des Autors wird das Buch trotz fehlen von jeglicher Aktion niemals langweilig. Die Abschnitte, in denen tatsächlich der Versuch gemacht wird die Lesefluss zu forcieren wirken fast störend, schöner ist das Lesevergnügen, wenn einem die Geisterwelt, das Aussehen der Gebirge oder das Gehabe des Bürgermeisters geschildert wird. Leider mit sehr vielen Tipp- und Rechtschreibfehlern, vom Verlag, so wie es scheint, überhaupt nicht lektoriert worden.
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