"Endlich erscheint ein Buch über einen der wichtigsten Charakterschauspieler unserer modernen Zeit!" habe ich mir gedacht und soeben einmal die ersten Seiten hier ("Blick ins Buch!") durchgeblättert. Ich war entsetzt! In alphabetischer Reihenfolge werden wahl- und zusammenhanglos Sachverhalte, Filme oder (sehr entfernte) Personen aus Walkens Leben und Wirken aneinandergereiht: was hat z.B. der Fall "Jack Henry ABBOTT" mit Walkens Leben oder seiner Arbeit zu tun? Nichts, daher des Erwähnens überflüssig und nur Lückenfüller! Daß Walken Muhammed ALI unterhaltsam, witzig und charmant wie "Cary Grant" findet und sich seine Boxershorts in seiner Jugend an die Wand gehängt hatte, mag ja ganz amüsant sein, bringt uns den Menschen und Künstler Christopher Walken aber keine Spur näher! Auch bei der Filmbeschreibung und -kritik von "The ADDICTION" sträuben sich mir die Nackenhaare: "Blutiger Spass für Zuschauer jeden Alters." Bei Ernstnehmen dieser Aussage schaut sich dieses in Schwarz-Weiss gedrehte, stilvolle und faszinierend schöne Mini-Meisterwerk von Abel Ferrara ein anspruchsvoller Filmliebhaber nicht mehr an, weil er eine Komödie à la "Die Herren Dracula" vermutet! Und so scheint es Kapitel für Kapitel weiterzugehen, von A bis Z. Tut mir leid, aber das Ziel einer Bio- und Filmografie, das Leben und künstlerische Wirken eines Filmschaffenden zu analysieren oder vielleicht auch nur zu beschreiben, ist damit gänzlich misslungen.