Erwartungen an diese Weihnachts-Cd hatte ich keine, zumindest keine Hohen. Seit dem LIVE-Konzert 2010 mag ich ihn aber doch wieder, den smarten aalglatten Buble mit seiner schönen Stimme ... und tat es mir an, dieses "Christmas-Album".
Gleich vorweg, es ist d*e*r*m*a*ß*e*n professionell gemacht, dass mir Einiges auf der Cd wirklich extrem gut gefällt, zumal ich auch ein Weihnachts-Cd-Fan bin - manchmal ist alles wieder fast zu perfekt, zu seelenlos.
Mal davon abgesehen, dass ich als Europäer ein wenig die Schnauze voll habe von amerikanisierten Weihnachtsbräuchen und -songs, haben ein paar der alten Nervtitel hier trotzdem Spaß gemacht. Zu Beginn jagt gefühlt eine Winter-Kaffee-Werbung die Nächste und würde Meg Ryan noch drollige Filme mit Tom Hanks drehen, wäre das zum großen Teil hier der passende Soundtrack, ganz bestimmt. Während ich "Santa Claus is comming to town" echt unoriginell und "Santa baby" irgendwie unpassend finde, ist "It s beginning to look like christmas" zwar auch herkömmlich dargeboten, aber gut, ziemlich gut. "Jingle bells" hüpft perfekt swingend durch die noch nicht vorhandene Schneelandschaft und Mariahs "All I want for Christmas" bekommt endlich mal etwas mehr Gefühl, ganz a la "Home" und das ist wirklich sehr gelungen, sehr weihnachtlich.
Echte Höhepunkte aber sind für mich komischerweise die Klassiker "Silent night" und "Ave Maria", die ich in anderen Versionen manchmal komplett ablehne, hier aber gefühl- und stimmungsvoller nicht sein könnten. Daumen hoch, Michael!
Machen wir uns nichts vor, DIESEN ganzen Kram haben wir natürlich schon tausenmal gehört und konsumiert - die Phase, als US-Christmas-Hits auch hier der Oberrenner waren, ist am Abklingen, zum Glück. Die Cd ist etwas zu schade, um nur in Kaufhäuser und Fahrstühlen gespielt zu werden, definitiv gut genug aber eben für ein nettes Weihnachtsessen, ein Adventsbrunch und für Buble-Fans logischerweise ein MUSS.
Das Album ist zwar besser als erwartet und die Produktion ist sehr gelungen, dennoch erwarte ich ganz persönlich von einem Weihnachtsalbum 2011 ein bißchen mehr als Rat-pack und Co., und zwar ein bisschen mehr Mut, Exotik, etwas Spezielles, mehr Neues und Individualität, auch von einem Michael Buble. Gut ist sie trotzdem, diese Scheibe und ich merke, die Cd gewinnt, je öfter ich sie höre.
Das hier eher witzige "White Christmas" als Duett mit lovely Shania Twain ist ein weiterer Anspieltipp.