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4.0 von 5 Sternen
Spiel ohne Grenzen, 15. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Christie Malrys doppelte Buchführung (Gebundene Ausgabe)
Das Zitat - Der Roman sollte jetzt nur noch versuchen, komisch, brutal und kurz zu sein - verkürzt sicher die Intension des Autors B.S. Johnson, beschreibt das Buch aber dennoch trefflich. Der Autor wahrt den Abstand zur Hauptperson und beschreibt fast minimalistisch die Geschichte von Christie Malry, der ohne Ehrgeiz, mit einem minimalen Gefühlsleben ausgestattet, die Gesellschaft mit der Kälte eines Buchhalters betrachtet. Die Gemeinheiten des Lebens werden aufgerechnet mit kleinen bis gewaltätigen Vergeltungen. Nüchtern und mit einer nicht fassbaren Gefühlskälte wird die Beleidigung des Chefs in Heller und Pfennig aufgerechnet mit dem Bombenattentat. B.S. Johnson hebelt dabei die Konventionen des klassischen Romans aus, führt Dialoge mit der Hauptperson und dem Leser und spielt mit der Erwartungshaltung des Lesers. Ein Buch, verspielt und doch faszinierend, das einen am Ende verschreckt und sicher nicht gleichgültig hinterlässt.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auge um Auge Zahn um Zahn, 1. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Christie Malrys doppelte Buchführung (Gebundene Ausgabe)
Endlich ist er neu verlegt worden „Christie Malry's doppelte Buchführung" von Brian Stanley Johnson. Lange genug gewartet haben wir darauf. Ungeachtet seines ersten Erscheinungsdatums im Jahr 1973 hat sich der Roman ziemlich "frisch gehalten". Christie Malry, ein einfacher junger Mann, hat sich vorgenommen, reich zu werden. Er beginnt, in einer Bank zu arbeiten. Schnell merkt er, dass der Umgang mit Geld allein noch nicht reich macht, aber dafür lernt er die doppelte Buchführung, bei der jede finanzielle Transaktion eine Doppelwirkung hat: Minderung auf einem Konto bewirkt Mehrung auf einem anderen. Christie Malry erkennt den Nutzen dieses Prinzips und wendet es in seinem Sinne an...
Christie Malry, der sein Dasein in Debit und Kredit umrechnet und sich für jede Kränkung des Lebens rächt, um die Bilanz auszugleichen, ist ein "Spiel mit dem Geist des Kapitalismus" wie auch mit der Romanform. So kommt, wie es kommen muss... Mit seinen "abgründigen angelsächsischen Humor" und die experimentelle Form stellte sich Brian Stanley Johnson in der Tradition von Autoren wie Sterne, Joyce und O'Brien.
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4.0 von 5 Sternen
kurzweiliges Buch, für Liebhaber des trockenen britischen Humors., 31. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Christie Malrys doppelte Buchführung (Gebundene Ausgabe)
Hier hab ich wirklich etwas sehr Ungewöhnliches gefunden, das mich mit seinem herrlichen trocknen, britischen Humor sehr überrascht hat.
Christie Malry ist eine einfacher Mann, der in einer Bank zu arbeiten anfängt, weil er glaub, da schnell zu Geld zu kommen. Allerdings muss er bald feststellen, dass der Umgang mit Geld einen nicht unbedingt selbst reich macht. Und so wird er Buchhalter und wechselt die Firma, in eine Großbäckerei.
Das Prinzip der doppelten Buchführung macht er sich zu nutze, um mit seinem Umfeld abzurechnen. Für alles, was ihm an Negativem wiederfährt, berechnet er einen Debit (also eine Forderung, eine "Belästigung"), die er selbst mit einem Kredit (also einer Schuld, eine "Entschädigung") begleichen muss. So wird ein im Weg stehender Bürohaus mit einem Kratzer an der Fassade versehen. Dummerweise sind die Entschädigungen seiner Meinung nach nie hoch genug, um die immer größer werdenden Belästigungen auszugleichen und so steigert er sich immer mehr hinein und schrickt auch vor Massenmord nicht zurück.
Das Buch ist mit einem sehr schrägen Humor geschrieben, nimmt sich selbst nicht ernst. So tauchen immer mal wieder Sätze auf, die sich direkt an den Leser richten und damit verdeutlichen, dass man das alles nicht für bare Münze nehmen sollte:
"Headlam machte eine Pause, damit sich das Auge des Lesers an einem Absatz inmitten einer ansonsten beängstigenden Letternmasse ausruhen kann."
Die Kapitel und damit die Erlebnisse des Christie Malry sind kurz gehalten, dafür tauchen immer mal wieder "Bilanzen" auf, die die bisher aufgetretenen Belästigungen und Entschädigungen auf Heller und Pfennig gegeneinander aufrechnen.
Fazit: kurzweiliges Buch, für Liebhaber des trockenen britischen Humors.
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