B.S.Johnson - eine echte Entdeckung für jeden Liebhaber des klassischen britischen schwarzen Humors. Christy Malry, kleiner Angestellter, entdeckt eines schönen Tages, dass er immer nur hereingelegt wurde, und zwar sein ganzes Leben lang. Also beschliesst er, abzurechnen: mit allem und mit jedem. Als Buchhalter - diesen Beruf übt er aus - legt er regelrechte Saldobücher an, die ihm sagen, welche Verfehlungen seine Mitmenschen sich ihm gegenüber geleistet haben: aus dem Haus gegengen, von XY nicht gegrüsst worden - steht da zu Beispiel auf der einen Seite. Die Haben-Seite. Und auf der Soll - Seite trägt Malry dann seine Vergeltungsmaßnahmen ein. Vielleicht wird er dem unfreundlichen Nachbarn einen Kratzer in den Autolack machen, vielleicht aber reicht das noch nicht ... Und mit der Zeit werden seine Aktionen immer härter, immer unangemessener dem gegenüber, was er de facto zu erleiden hatte, bis er sich schließlich so in seinen Vergeltungswahn hineinsteigert, dass ... Ein ganz ungewöhnlicher Autor, dieser B.S.Johnson. Dass man seine Bücher nicht runterliest wie meinetwegen Barabara - Cartland - Romane, versteht sich von selbst. Man stutzt an jeder Ecke, auf jeder Seite. So ist es bei Johnson nichts Ungewöhnliches, dass wenige Seiten vor dem Schluss in die Buchseiten hinein ein Loch geschnitten ist, durch das hindurch man einen Ausblick hat aus den vermeintlich letzten entscheidenden Satz... In welchem seiner Bücher diese wunderbare kleine Pointe eingebaut ist, sei aber nicht verraten. Nur so viel: bei diesem verschrobenen Autor muss der Leser auf jede Überraschung gefasst sein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)