Wie "Himmelsspitz" entstand:
Hoch oben in der rauen Bergwelt auf dem Weg zum Himmelsspitz, gibt es einen Ort, an dem das Leben bis heute still steht.
Es ist der Ort, an dem die Geister der Vergangenheit hausen und all jene, die einmal dort waren, nicht mehr loslässt.
An diesem Ort gibt es einen alten, verlassenen Hof, Tremplerhof genannt.
Seit dreihundert Jahren steht er dort - verwittert, verkommen und vergessen.
Ich kenne diesen Ort. Viele Wochen und Monate hatte ich seit meiner frühen Kindheit dort mit meiner Mutter und meinen Geschwistern verbracht.
Ich lebte inmitten wilder, atemberaubend schöner Natur. Ich erfuhr das harte Leben der Bergbauern. Ich verspürte Glück, kindliche Unbeschwertheit, durchlitt aber auch Ängste, erahnte Geister und sah den Tod. Ohne wirklich zu begreifen.
Es war eine Zeit, die mich nicht mehr loslassen sollte.
Der Ort verfolgte mich mein Leben lang, durchdrang meine Träume, und ich weiß nicht mehr, was ich wirklich erlebt und was ich nur geträumt hatte:
Unter den Stiegen im Hausflur des Tremplerhofs befindet sich eine schwere Falltüre. Darunter führen steile Holzstufen hinab in ein dunkles Kellerloch.
Man hatte mich dort hineingestoßen. Ich hatte im Dunkeln kleine Knochen ertastet. So ist Sterben, hatte ich gedacht.
War es ein Traum? War es Wirklichkeit? Ich weiß es nicht.
Deswegen habe ich begonnen zu schreiben.