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Christ 0
 
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Christ 0

Vanden Plas Audio CD
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD (31. März 2006)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Inside Out (SPV)
  • ASIN: B000E0W2KW
  • Weitere Ausgaben: MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 57.803 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. Christ 0
2. Postcard to god
3. Wish you were here
4. Silently
5. Shadow I am
6. Fireroses dance
7. Somewhere alone in the dark
8. January sun
9. Lost in silence
10. Gehtsemane

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit Christ.O melden sich die Pfälzer Progressive-Metaller Vanden Plas nach längerer kreativer Pause eindrucksvoll zurück und erneuern ihren Anspruch auf den deutschen Prog-Thron.

Vier Jahre sind seit dem letzten Album Beyond Daylight vergangen, und mancher Fan hatte Vanden Plas bereits abgeschrieben, doch schon nach den ersten Takten von Christ.O wird deutlich, dass sämtliche Ängste unbegründet waren und momentan keine andere deutsche Szene-Band auf so hohem Niveau Vollgas gibt wie Andy Kuntz & Co. Ohne in abgelutschte Prog-Klischees zu verfallen, werden vertrackte Dampfhammer-Riffs, halsbrecherische Soli und komplexe Breaks so geschickt mit eingängigen Gesangslinien und atmosphärischen Keyboard-Teppichen verzahnt, dass die zehn Songs schon beim ersten Hören problemlos ins Ohr gehen, aber auch nach 20 Durchläufen unter dem Kopfhörer noch viele entdeckenswerte Details zu bieten haben. Mit ihrer inspirierten Vertonung des Dumas-Romans "Der Graf von Monte Christo" erreichen Vanden Plas problemlos das Niveau der letzten Dream-Theater-Veröffentlichungen und zeigen abgehalfterten Retro-Proggern à la Queensryche, wie moderner, anspruchsvoller Metal zu klingen hat. -- Michael Rensen

Produktbeschreibungen

titolo-christ 0artista-vanden plas etichetta-inside out----braniascolta 30''1.christ 0ascolta2.postcard to godascolta3.wish you where hereascolta4.silentlyascolta5.shadow i amascoltaascolta 30''6.fireroses danceascolta7.somewhere alone in the darkascolta8

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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Deutsche Bewerbung um das Prog-Metal-Album des Jahrzehnts, 14. März 2006
Von 
Boris Theobald "www.RockTimes.de" (St. Wendel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Christ 0 (Audio CD)
Mit „Christ.0“ ist Vanden Plas ein ganz großer Wurf gelungen. Das Konzeptwerk ist eine moderne Interpretation des Literaturklassikers „Der Graf von Monte Christo“ von Alexandre Dumas. Das Wortspiel „Christ.0“ (engl. „Christ Zero“ ausgesprochen) beinhaltet außer der Referenz an den berühmten Grafen auch, dass die Hauptfigur „Christ.0“ nach Jahren unschuldig im Gefängnis jeden Glauben an Gott verloren hat („When I pray I can say all my believing in just one word“, POSTCARD TO GOD). Eine unbändige Rachesehnsucht entsteht („I wish you were here and you’d burn there in hell instead of me“, WISH YOU WERE HERE). „Christ.0“ begibt sich auf einen Rachefeldzug als Serienkiller („You don’t breathe anymore, when I walk out the door“, SOMEWHERE ALONE IN THE DARK). Die Story beschreibt den schmalen Grat zwischen Recht (auf Rache) und Gerechtigkeit – am Schluss bringt er sich selbst um (LOST IN SILENCE). In einem gut 60 Minuten langen, fesselnden Prog-Metal-Festival vertont die Band die Geschichte mit abwechslungsreichen und niemals altbacken wirkende Kompositionen und erreicht dabei in mehr Instrumentalanteilen als je zuvor eine Schwindel erregend hohe technische Klasse, auf die bislang Dream Theater die exklusive Lizenz zu haben schien. Kompakte Stücke und epische Tracks halten sich in etwa die Waage, wobei die Grenzen verschwimmen.

Gleich vier Songs sind zwischen 6 und 10 Minuten lang, wobei insbesondere WISH YOU WERE HERE (ca. 9 Minuten) die Augen des anspruchsvollen Liebhabers monumentaler Longtracks feucht werden lassen sollte. Ein steter Spannungsaufbau im ‚normalen’ Strophe – Bridge – Muster, bereits gespickt mit rhythmischen Finessen, dann ein atmosphärisch dichter Chorus mit ineinander verschachtelten Lead- und Backings-Gesangslinien zu einem dynamischen Heavy-Metal-Drive. Es folgt nicht etwa ein normaler ‚B-Teil’ mit Solo, sondern ein einzigartiges Instrumentalfeuerwerk, bei dem ein markantes Thema durch Keyboard- und Gitarrensoloparts fortgesponnen und variiert wird. Zwischen emotional melodisch und artistisch verfrickelt breiten sich bei steter dynamischer Entwicklung komplexe Strukturen aus. Ausgehend von einem Break mit mysteriös anmutender Klaviermelodie bis hin zu dramatischer Verdichtung mit nicht enden wollenden Parallelläufen als Überleitung zu neuerlichen Gesangspassagen bietet diese Komposition alle Facetten der ganz hohen Prog-Metal-Kunst in Sachen Technik, Songwriting und Ausdruck - wohl der am großartigsten konzipierte Spannungsbogen seit Dream Theaters „Images and Words“. Auch der 10-Minüter JANUARY SUN ist ganz großes Kino. Ein zerbrechlich trauriger Rahmen mit lyrischem Gesang und bewusst karger Klavierbegleitung umgibt dieses Epos mit wehmütig klagendem Chorus, das voller spannender Entwicklungen steckt. Akribisch werden diverse Drives aufgebaut. Ständig pendelt die Energie zwischen totalen Breaks und dichten Atmosphären – jeder Takt präsentiert irgendein neues Detail. Die epischen Komponenten erinnern teilweise an Savatage, sind aber technisch wesentlich anspruchsvoller. Punktgenaue dosierte Orchestrierungen mit Streichern und Blechbläsern verhelfen zu plötzlichen Dramatikwechseln – auch die bombastischen Chöre (gesungen vom Chor des Pfalztheaters Kaiserslautern) unterstützen die Dramatik, übrigens auch an anderen Stellen des Albums. Auch SILENTLY hat mit achteinhalb Minuten ‚Überlänge’ und birgt nicht weniger Überraschungen mit einem Refrain, der Mal ganz balladesk und dann mit Double-Bass-Power daherkommt. Instrumentalteile mit virtuoser Gitarren- und Keyboardarbeit über tighten, akzentuierten Begleitfiguren der komplexen Rhythmussektion machen Dream Theater und Symphony X Konkurrenz – ein späterer Part mit Akustik- und Clean-Gitarren lässt den Hörer in Queensrÿche-Atmosphären der besten Tage schwelgen. Sogar FIREROSES DANCE – offenbar eine ‚normale’ Powerballade überrascht in einem packenden Heavy-Metal-B-Part mit dramatischen Entwicklungen und unerwarteter Tempoverschärfung.

Die kompakteren Stücke sind alles andere als Lückenfüller. CHRIST.0, POSTCARD TO GOD, SHADOW I AM und der wuchtige Metal-Brecher SOMEWHERE ALONE IN THE DARK bieten Vanden Plas pur mit knisternd spannenden Strophen und atmosphärisch dichtem, hypnotischem Chorus. POSTCARD TO GOD zeigt, dass auch die straighteren Stücke voller Details und Überraschungsmomente sind: Ein Suspension-Akkord mit Septime sorgt für eine geniale Bannwirkung des Refrains, der zudem von den antreibenden Bassfiguren des Intros unterlegt ist, die sich damit wie ein roter Faden durch den Song ziehen – eines von vielen Beispielen für zahlreiche Details. Zum Abschluss des Konzeptalbums präsentiert sich das wehmütige LOST IN SILENCE optimal positioniert als einzige Ballade des Albums – und sogar hier wechseln sich im Refrain gerade und ungerade Rhythmen ab. Auch der Bonustrack GETHSEMANE, der die Gesamtspielzeit auf gut 67 Minuten erhöht, ist alles andere als überflüssig. Das Andrew-Lloyd-Webber-Stück aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“, bei dem Sänger Andy Kuntz selbst als „Judas“ im Kaiserslautern auf der Bühne stand, erstrahlt heftig ‚progressiv’ umarrangiert im Vanden-Plas-Sound und zeigt eine der bestechendsten Gesangsleistungen des charismatischen Frontmanns mit mehr als beachtlichem Tonumfang.

„Christ.0“ präsentiert anno 2006 die besten Vanden Plas, die es je gab. Hervorragende Instrumentalleistungen, abwechslungsreiche Rhythmik, brillante Solokunst, komplexe Songs, die schon beim ersten Hören überzeugen und auch beim hundersten Durchgang nicht langweilig werden, raffinierte Spannungsbogen zwischen lyrischen Parts und druckvoller Power sowie harten Metal-Riffs, fesselnde Atmosphären mit Dramatik, Tiefgang und ganz großer Emotion. Für eine gewaltige Bandbreite an Abwechslung sorgt nicht zuletzt Keyboarder Günter Werno mit virtuosen und sich präzise in die Songs einfügenden Soli- u.a. einem unglaublich guten Parallel-Frickelsolo mit Gitarrist Stephan Lill bei CHRIST.0 - wohl dosierten Soundteppichen, hellen Klaviermelodien als Kontrast zu harten Gitarren und mit spannenden Effekten, die die Atmosphären so fesselnd machen. „Christ.0“ könnte „Operation Mindcrime für Gitarre und Keyboard“ heißen - so überzeugend ist die dramatische Gesamtkonzeption – und sollte wegen seiner vielschichtigen Arrangements den hungrigen „Images And Words“-Verehrern neuen Stoff zur bedingungslosen Verehrung bieten. Dabei verrät der seit den letzten Alben gewohnt aufwändige, aber weiter ausgebaute, individuelle Sound sofort, dass es sich um Vanden Plas handelt. Dieses Album scheint beinahe resistent gegen Übertreibungen zu sein – vielleicht DAS Progressive-Metal-Album des Jahrzehnts.

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Sehr gute Musik - Schwaches Konzept, 15. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Christ 0 (Audio CD)
Aléxandre Dumas' Graf von Monte Christo zählt ohne Zweifel zu den Werken der Literaturgeschichte, die man einmal gelesen nie mehr vergisst. Die Geschichte des von vermeintlichen Freunden verratenen und unschuldig im Inselverlies des Château D'If eingekerkerten Seemannes Edmond Dantes und seiner Rache an jenen, die ihn seiner Liebe und seines Lebens beraubten, ist das, was man einen „Klassiker" nennt. Die Geschichte eines modernen Hiob, der sein Leid nicht annimmt, der an Gott verzweifelt, zu Grunde geht und als Racheengel wiederaufersteht - ergreifend, mitreißend und tragisch. Oft verfilmt - mit Depardieu, mit Chamberlain - oft zitiert - etwa in „Sleepers", zuletzt in „V for Vendetta" - eines meiner Lieblingsbücher.

Kann man ein 750-Seiten-Epos in 60 Minuten Musik und 6 Seiten Booklet-Text umsetzen? Wissen wir die Antwort nicht schon vorher? Zwar ist das neue Werk der Progmetaller Vanden Plas nur durch Monte Christo inspiriert und keine Adaption, dennoch kann man nicht umhin, gewisse Vergleiche anzustellen. Die Ausgangssituation ist die Gleiche: Der Protagonist wird zu Unrecht von scheinbaren Freunden ins Gefängnis gebracht und muss seine Zeit in Dunkelheit und fernab aller Menschen verbringen. In den Jahren der Dunkelheit ist es der Durst nach Rache, der ihn am Leben erhält und zu seiner neuen Identität, Christ0 (kein Christus - ein Kurzkommentar zur Lage der Gesellschaft?), einem Gott-losen, dessen Leid der Fels seines Atheismus ist. Als ihm die Flucht gelingt, beginnt das Spiel.

Und hier enden die Parallelen. Anstelle eines versteckten Schatzes auf einer Insel findet Christ0 eine Art Filmbunker mit Horrorfilmen, deren Gestalten ihn zu sich in die Schattenwelt nehmen und ihm so die Möglichkeiten eröffnen, seine Rache zu vollziehen. Autsch. „Erzählt" wird die Geschichte von Inspektor X (Doppel-Autsch!), der in einem Schiffswrack die als blutige Litaneien an die Wände geschmierte Chronik von Christ0s Morden findet und gar grausige Parallelen zu seinem eigenen Geist entdeckt. Auch wegen eines Puzzles im Text frage ich mich, ob es sich am Ende um die gleiche Person handeln könnte. Am Ende entschwindet der (wieso auch immer?) sterbende Christ0 und wird vom „Fährmann" in die Stille mitgenommen. Letzterer ist offenbar eine Referenz an den Schiffer Charon, der in der griechischen Mythologie die Seelen der Toten für einen Obolus (eine Münze) über den Fluss Acheron/Styx ins Reich des Totengottes Hades übersetzte. Deswegen legten die Griechen ihren Toten eine Münze unter die Zunge, auf dass sie zahlen konnten.

Auch sonst sind die perspektivisch gebrochenen (mal erzählt 0, mal X) Lyrics mit vielen offenen und weniger offenen kulturellen, literarischen und kinematischen Verweisen durchsetzt - etwa auf „Das Schweigen der Lämmer", Christo-Darsteller Depardieu, die Abwesenheit des Deus ex machina ... Das alles macht das inhaltliche Konzept aber leider, leider, leider nicht besser - es ist und bleibt im Prinzip eine grausige, inkohärente, popliterarische Horror-Verhackstückelung von Monte Christo, die ich - ich gebe es zu - nicht wirklich verstehe. Darum decke ich nun lieber einen Mantel des Schweigens darüber, und wende mich dem besseren Teil von „Christ0".

Zur Musik also: Das Intro beginnt mit krachigen Gitarren und dem großartig klingenden Chor des Pfaltztheaters Kaisterslautern - man hört Fortuna singen, „Carmina Burana" lässt grüßen. Klingt nach einem „großen Opener"? Ist es auch - locker groovend, flott und treibend, mit klassischen Progmetal-Keyboards und Gitarren, traumtheatresken Unisono-Läufen, und tollen Gesangsmelodien. „Christ0" hat Ohrwurmcharakter. Der folgende Atheismus-Song „Postcard to God" ist ein klassischer Vanden-Plas-Rocker, der alle Stärken der Band zum Ausdruck bringt und die Dramatik des Openers aufrechterhält.

„Silently" begeistert durch den stimmigen Wechsel aus rockigen Gitarrenwechsel, gefühlvollem Piano, dem Kontrast der Spannung aufbauenden Brücken, die sich in den nachdenklichen Phrasen des Vorrefrains noch ungemein steigert und dann in dem Nackenbrecher des Refrains kulminiert. Das Stück bietet eigentlich alles - tolle Melodien, Abwechslung, zwischenzeitlich sogar leichtes Latin-Flair und gute Arbeit an den Instrumenten. Exquisit.

Emotionaler Höhepunkt ist „Fireroses Dance" - alleine die Bildmetaphorik deutet schon Großes an. Man stelle sich das nur mal visuell vor ... Feuerrosen, tanzen unter klarem Himmel, über einem See oder Berg, das einsame Auge sehnt sich, mitzutanzen ... Für mich liegt hier vielleicht DIE Vanden-Plas-Ballade vor: Ein trauriges Piano leitet uns in den Song, zurückhaltendes Schlagzeug, recht echt klingende Streicher, ein wiegender Chorus ... Zur Mitte hin schwingt die Stimmung um und wird härter und dann setzt wieder dieser Carl-Orff-Chor ein, emotionaler Gesang von Kuntz, ein tolles Gitarrensolo von Lill ... der Song hat eigentlich alles und entfaltet in feinster Vanden-Plas-Ästhetik eine ungemeine Dramatik. Großes Kino, toll komponiert.

Der dramatische Höhepunkt ist allerdings das epische „January Sun", das ähnlich strukturiert ist. Zu Beginn traurig-klagend wird das Stück dann härter, behält sich aber eine gewisse Nachdenklichkeit bei, schwingt sich dann immer höher, steigert die Spannung durch geschickten (Synthie-)Streicher-Bombast und Zurückhaltung an den wichtigen Momenten. Wiederum hören wir einen toller Solo-Wechsel von Keyboards und Gitarren, und dann der Chor, ja, der Chor ...Das traurige Anfangsthema beschließt das Mini-Epos. Musical-Flair, ohne Frage.

„Lost in Silence" beendet das eigentliche Album stimmig in stiller Nachdenklichkeit.

Die übrigen Songs, „Shadow I am" und „Somewhere alone in the dark" und „Wish you where here" sind auch gutklassige Rocker im Vanden-Plas-Stil, stehen aber doch hinter den anderen etwas zurück.

Fazit: „Christ0" wirkt musikalisch stimmig und wurde exzellent produziert, transparent, klar, druckvoll. Vanden Plas bringen all ihre Stärken voll zur Geltung, die Performance der Akteure ist tadellos und Kuntz hat sich sangestechnisch im Vergleich zum guten „Beyond Daylight" noch mal gesteigert. Man höre sich mal die alten Alben an, wo er noch wesentlich schwächer ist, und sage dann, hier liege kein Quantensprung vor ... Dazu hat vor allem Günther Werno ein paar richtig gute Stücke komponiert, und auch der Keyboardeinsatz ist (bis auf ein paar kürzere Passagen) geschmackssicher. Das Album wirkt sehr rund, bietet aber weder etwas Neues, noch Geniales. Vanden Plas Stärke liegt eher in einer konsequenten und durchdachten (Fein-)Arbeit und ihrem guten „Handwerk" als in Eruptionen von Genialität. Man könnte sie als die „Thomas Manns" des Progmetal bezeichnen und irgendwie haben sie auch etwas von diesem leicht bildungsbürgertümlich anbiedernden Element, das vor allem im Konzept, aber auch musikalisch hie und da durchscheint. Wenn man aber mal vom „Konzept" absieht steht unterm Strich ein klassisches Progmetalalbum der gehobenen Güteklasse - dazu kann man gratulieren.

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gwohnt hohes Niveau, ohne zu überraschen!, 8. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Christ 0 (Audio CD)
O.k., dass VANDEN PLAS immer schon eine heftige DREATM THEATER Schlagseite hatten, von der sie sich nie wirklich losreißen konnten, ist ja bekannt, fiel aber - vor allem in Zeiten wo das Traumtheater weit von seinen Wurzeln musizierte - nicht wirklich negativ ins Gewicht, da die Alben der Deutschen stets frisch und unverbraucht klangen und den Nerv des geneigten Prog Fans trafen.

Vier Jahre gingen also ins Lande, seit mich „Beyond Daylight" als bis dato bestes Werk des Bandschaffens überrascht. Die Pause wurde selbstredend emsig genützt, neun durchwegs durchdacht und intelligente Songs voller bandeigener Trademarks wurden komponiert und um die wunderbare Novelle des Grafen von Monte Christo gesponnen. Ein Konzeptalbum ist es also geworden, das sechste Schmuckstück der Roten Teufel Supporter, textlich absolut unterhaltsam, musikalisch auf gewohnt hohem Niveau, trotz langer Pause allerdings ohne wirklich zu überraschen und Neuerungen im Sound entdecken zu lassen. Natürlich ist es schwierig ein Champions League taugliches Album zu kritisieren, das Nummern wie „Wish You Where Here", das mächtige „Fireroses Dance" oder hitverdächtige Kost der Güte „Postcard To God" bietet und eigentlich keinerlei Schwächen aufweißt, irgendwas fehlt mir trotz all der Klasse jedoch um den letzten Funken Begeisterung zu entfachen.

„Chrsito" ist definitiv ein hochwertiges Prog Metal Album, das man sich ohne Bedenken einverleiben kann, ohne allerdings wirklich überrascht oder entzückt zu werden. VANDEN PLAS werden ihre Fans zwar sicher nicht enttäuschen, ich jedoch meine, die fünf Pfälzer haben mittlerweile einen Anspruch, von dem ich mir doch ein wenig mehr erwartet hätte, als eine weiteres Werk nach altbekanntem Schema und auf hohem Niveau, bei dem aber leider nur das dezente Mitwirken eines Orchester und Chors ein wenig nach Veränderung oder Weiterentwicklung schmeckt.
Fazit: „Christo" zu 100% VANDEN PLAS und ein weiteres first class Prog Metal Album ohne Schwächen. Nicht mehr aber auch sicher nicht weniger. Also entscheidet selbst!

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