Aus der Amazon.de-Redaktion
Das Warten hat sich gelohnt. Bei ihrer ersten neuen Veröffentlichung seit einiger Zeit haben die Tallis Scholars zu ihrer klassischen Form zurückgefunden -- und die Wiederbelebung von Gimell als ein unabhängiges Label lässt auf weitere Freuden dieser Art hoffen. Im Mittelpunkt steht hier das so genannte "Light Of Spain", Cristóbal de Morales, und ein wichtiges Werk, das wahrscheinlich 1535 während des 10-jährigen Aufenthalts des Komponisten in Rom als Sänger im Chor der Sixtinischen Kapelle entstand. Die Messe
Si bona suscepimus entstand in Anlehnung an die tief empfundene Motette des gleichen Namens von Philippe Verdelot (die von dem geduldig ertragenen Leid des Job inspiriert wurde), die auf dieser CD vorangestellt wurde.
Die Messe von Morales, die aus sechs Teilen mit einer Gesamtdauer von 40 Minuten besteht, webt ein Netz von vielfältigen Klängen rund um das Material der nur spärlich strukturierten Motette von Verdelot; stellen Sie sich vor, diese in der Sixtinischen Kapelle zu hören mit Michelangelos soeben fertiggestellten "Jüngsten Gericht" vor Ihren Augen!
Das letzte Werk auf dieser CD, Crecquillons Andreas Christi famulus, wurde bis vor kurzem noch für ein Werk von Morales angesehen. Es ist eine prächtige, glänzende 8-teilige Motette, die einen fasziniert und nicht loslässt. Die Tallis Scholars erreichen in jeder Hinsicht das Niveau, das wir von ihnen inzwischen erwarten -- ein bedachtsamer, sensibler, schöner, ausgeglichener Klang, der von Steve Smiths tadelloser Aufnahme in der reinen, klaren Akustik der Church of St. Peter and St. Paul in Salle (Norfolk) unterstützt wird. --Andrew Green