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Eislers Kantate
Die Mutter (basierend auf einem Roman von Maxim Gorky, und mit dem Text von Bertolt Brecht) wurde 1932 als eine Reihe von neun Liedern als Begleitmusik zu einem Theaterstück uraufgeführt, aber dann für Konzert-Aufführungen 1935 überarbeitet, und diese Fassung ist hier zu hören. Die Begleitung ist auf zwei Klaviere reduziert, und die dazugehörende Handlung ist auf kurze, erklärende, auf deutsch gesprochene Passagen zwischen den Musikstücken konzentriert. Die Geschichte beschreibt das politische Erwachen einer sechzig Jahre alten Frau und deren wachsendes Engagement für den Kommunismus. Was zu einem trockenen Propagandastück werden könnte (besonders bei dem so anti-emotionalen und anti-sentimentalen Text von Brecht), erhält durch Eislers einfache, wütende Melodien und durch die verspielte, aber bissige, jazzige, kontrapunktische Begleitung eine ergreifende Wirkung. Durch den Einsatz von stampfenden Marschrhythmen und unvermittelten Verschiebungen der Harmonie wird der Eindruck hoher Geschwindigkeit vermittelt. Der Coro della Radio Svizzera unter der Leitung von Diego Fasolis erhält das gesamte Werk klar und schlicht, liefert dabei eine engagierte Wiedergabe der Partitur, ohne jedoch bombastisch und spektakulär zu wirken.
--Warwick Thompson