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Chopin: Der Poet am Piano (Edition Elke Heidenreich) [Gebundene Ausgabe]

Adam Zamoyski , Nathalie Lemmens
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein starkes Portrait, elegant und flüssig." (Hannoversche Allgemeine)

"Eine interessante Zeitreise durch Chopins Leben" (Deutschlandradio Radiofeuilleton)

"Eine Chopin-Biographie mit Überraschungen" (NDR Kulturjournal)

"Ein fesselndes Portrait." (HörZu)

"Diese Biografie besticht durch ihre Klarheit, den reichen Anmerkungsteil und den gelassenen Ton." (Abendzeitung)

"Kenntnisreiche, farbige Biographie auf dem aktuellen Forschungsstand." (Badische Zeitung)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Adam Zamoyski entstammt einem alten polnischen Adelsgeschlecht, das mit der Familie Chopins bekannt war. Geboren 1949 in New York, wuchs Zamoyski in England auf. Der Historiker lebt in London und Polen. Er schrieb zahlreiche Sachbücher zu historischen Themen und Biografien über polnische Persönlichkeiten.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Talent in Fesseln

Am Vormittag des 30. Oktober 1849 versammelte sich eine große Menschenmenge in der Pariser Kirche La Madeleine, Hunderte Kutschen versperrten die umliegenden Straßen und verursachten einen Stau, der bis zur Place de la Concorde reichte. Die Fassade der gewaltigen, tempelartigen Kirche war mit Bahnen aus schwarzem Samt verhängt, auf die mit Silberfaden die Initialen F. C. aufgestickt waren. Nur die Besitzer von Eintrittskarten wurden eingelassen, wer es nicht geschafft hatte, eine Karte zu ergattern, drängte sich mit den anderen auf den monumentalen Stufen.
"Um zwölf Uhr erschienen die Leichenträger mit dem Sarg des großen Künstlers am Eingang der Kirche. In diesem Augenblick ertönte vom Chor herab ein allen Bewunderern Chopins bekannter Trauermarsch, den man eigens für diesen düsteren Anlass orchestriert hatte. Ein Todesschauer durchrieselte die ganze Hörerschaft", erinnert sich der französische Dichter Théophile Gautier. "Uns selbst kam es vor, als würde die Sonne erbleichen und der Glanz in den Kuppeln eine fahle, drohende Färbung annehmen ..."
Mozarts Requiem wurde gesungen, und zu den Solisten gehörten die legendäre Mezzosopranistin Pauline Garcia-Viardot und der berühmte Bassist Luigi Lablache. Begleitet wurden sie vom Orchester und vom Chor des Pariser Konservatoriums, den besten in ganz Europa. Als Offertorium spielte der Organist der Madeleine zwei von Chopins Préludes.
Nach dem Gottesdienst brachte man den Sarg von der Madeleine zum Friedhof Père Lachaise. Der Trauerzug wurde von Fürst Adam Czartoryski angeführt, der als der ungekrönte König von Polen galt, und zu den Sargträgern zählten Giacomo Meyerbeer, der berühmteste Opernkomponist jener Zeit, und der Maler Eugène Delacroix. Hinter dem Sarg folgten Dutzende Musiker und Künstler und Tausende Freunde und Bewunderer des Toten.
Selbst die ranghöchsten Damen gingen zu Fuß, und ihre wappengeschmückten Kutschen fuhren in einer langen Prozession hinterher. Auf dem Friedhof wurde der Sarg ohne Predigt in das Grab hinabgelassen, und die Trauergäste entfernten sich schweigend.
Kein Musiker hatte jemals ein so prächtiges Begräbnis erhalten, und nur wenige wurden so aufrichtig betrauert. Das ein Jahr später errichtete Grabmal entwickelte sich rasch zu einer Pilgerstätte, an der bis zum heutigen Tag Besucher Briefe und Botschaften ablegen. Manche äußern lediglich Bewunderung und Dankbarkeit, doch bei den meisten handelt es sich um persönliche, häufig ungemein leidenschaftliche Zeilen, aus denen manchmal sogar eine geradezu krankhafte besitzergreifende Liebe spricht.
Chopin wurde nicht allein wegen seiner Musik verehrt, sondern auch als Person, und er wurde nicht nur verehrt, sondern begehrt und vereinnahmt. Dieser extrem diskrete, schüchterne Mensch wurde von Musikern, Musikwissenschaftlern, Künstlern, Biografen, Filmemachern und sogar Politikern in Besitz genommen, die ihn zu verstehen und sein Innerstes zu kennen glaubten und sein Bild ihren eigenen Zielen entsprechend gestalteten. Musiker haben seine Musik ihren persönlichen, oft sehr subjektiven Interpretationen unterworfen, Musikwissenschaftler haben sie neu geschrieben, Künstler ihn so gemalt, wie sie ihn sehen wollten, Biografen verflochten ihre eigene dramatische Schöpfungskraft mit seinem Leben, Filmemacher ließen Blut auf die Tasten tropfen, und auch Politiker haben versucht, Anspruch auf ihn zu erheben, für Frankreich, für Polen, für das Slawentum, ja sogar für die jüdische Gemeinschaft Polens.
Chopin war von Natur aus zurückhaltend und sehr verschlossen, wenn es um private Angelegenheiten ging. Er war zu träge, ein Tagebuch zu führen, und hatte eine zu geringe Meinung von sich selbst, um seine Memoiren zu schreiben. Er hinterließ auch keine Witwe oder Nachkommen, die sein Bild für die Nachwelt hätten formen können. So blieb dieses Feld weitläufigen Bekannten überlassen, die, wie in solchen Fällen üblich, Tatsachen verfälschten oder erfanden, um sich selbst im gewünschten Licht zu präsentieren. Der Großteil von Chopins persönlichen Unterlagen wurde in zwei Weltkriegen, einer Revolution und einem privaten Rachefeldzug zerstört. Aus diesem Grund verlegten sich Biografen auf Spekulationen und Fantasie, um die Lücken zu füllen, und jede Generation projizierte ihre eigene Ästhetik und ihre eigenen Sehnsüchte auf die weiße Leinwand. Erst in vergleichsweise jüngerer Zeit wurde auch die Geschichtswissenschaft hinzugezogen, sodass die Herkunft des Komponisten vollständig geklärt werden konnte.
Seine Wurzeln liegen in einer armen Bauernfamilie namens Chapin, die am Ende des siebzehnten Jahrhunderts aus dem Dorf Saint-Crepin in der französischen Region Dauphine in das reichere Herzogtum Lothringen zog. Mitte des achtzehnten Jahrhunderts hatte sich die Familie zu Weinbergbesitzern und Stellmachern im Vogesendorf Marainville-sur-Madon hochgearbeitet, und ihr Name hatte sich zu Chopin gewandelt. In jener Zeit wurde Lothringen von König Stanislaw Leszczynski regiert, dem Schwiegervater von Ludwig XV., der das Herzogtum 1737 als Entschädigung für den Verlust des polnischen Thrones erhalten hatte, und viele seiner polnischen Unterstützer und Höflinge hatten dort eine neue Heimat gefunden. Der Vater des Komponisten, Nicolas, wurde 1771 in Marainville als Sohn des Dorfeinnehmers Frangois Chopin geboren (auch wenn sich hartnäckig das - später angeblich sogar von Nicolas selbst geschürte - Gerücht hielt, er sei in Wahrheit der uneheliche Sohn des örtlichen Schlossherrn, eines Höflings von König Stanislaw).
1780 erwarb ein polnischer Adliger namens Michal Jan Pac das Schloss von Marainville. Sein Verwalter Adam Weydlich, ebenfalls ein Pole, war mit einer Frau aus dem Pariser Bürgertum verheiratet, die dem jungen Nicolas Chopin offenbar Lesen, Schreiben und möglicherweise auch das Flötespielen beibrachte. Als die Weydlichs nach Pacs Tod und dem Verkauf des Anwesens 1787 nach Polen zurückkehrten, nahmen sie den sechzehnjährigen Nicolas mit. In Warschau brachten sie ihn im Haushalt von Weydlichs Bruder Franciszek unter, der an der Kadettenakademie Deutsch und Latein unterrichtete. Seinen Lebensunterhalt verdiente Nicolas durch die Arbeit als Buchhalter in der Warschauer
Tabakfabrik und, als diese 1789 schloss, als Hauslehrer für die Kinder der Weydlichs. Er war ehrlich und verlässlich und muss in der Zwischenzeit nicht nur eine beachtliche Bildung erworben, sondern auch hochgestellte Förderer gewonnen haben, denn anschließend wurde er Hauslehrer des Sohnes des Warschauer Bürgermeisters Jan Dekert und 1792 Hauslehrer der Kinder der Familie Dziewanowski auf deren Landgut in Szafarnia.
Zwei Jahre zuvor hatte sich ihm die Möglichkeit geboten, seine Familie in Marainville zu besuchen, da jemand zurück nach Frankreich reisen sollte, um einige Angelegenheiten in Zusammenhang mit Pacs Besitz zu regeln.
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