So bezeichnete Solange, die Tochter von George Sand, Chopin.
Zamoyski ist Historiker.
So fällt auch sein Porträt aus.
Ein guter Historiker trägt viele Fakten zusammen. Diese nüchtern zu bewerten, ist eine Kunst. Eine Hagiographie von Chopin ist nicht entstanden. Er wird in seinen Vorzügen geschildert, aber durchaus in seinen Schwächen, so gar nicht für sich sorgen zu können, sich immer anderer Menschen bedienend, durchaus launisch,je kranker,desto mehr. Man darf annehmen, dass hier ein realistisches Bild von diesem Komponisten und Menschen gezeichnet worden. Sein Leben im Leiden wird qualvoll detailliert geschildert.
"Eine brillant geschriebene Biografie des berühmtesten Klaviervirtuosen und Komponisten der Romantik." meint die Werbung.
Dem vermag ich nicht zuzustimmen.Die Nüchternheit der Fakten zeigt auf der anderen Seite auch den Mangel dieser Biographie auf. Es wird ein wenig buchhalterisch das Leben anhand der Fakten erzählt. Wer bei welcher Gelegenheit bei einem Treffen einem Konzert dabei war, kann schon deswegen weniger interessieren, weil die allermeisten Menschen einem nicht einmal mit dem Namen bekannt sind. Wann, was, wo war, interessiert vielleicht einen Historiker, aber einen Laien, der sich an einem Lebensportrait erfreuen will,langweilt es vielleicht ein wenig. Hier wäre, das Interesse am Menschen aufrecht zu erhalten, eine Straffung sinnvoll gewesen.
Auf der anderen Seite hätte ich mir einige Erklärungen mehr gewünscht. Waren alle Polen, die sich offensichtlich über Europa verstreuten, Emigranten aus politischen Gründen. Ging Chopin, der eine solche Sehnsucht nach der Heimat hat, aus den gleichen Gründen nicht dorthin zurück ? Da blieb für mich einiges offen, aber:
Jedenfalls kann ich dem Autor bestätigen, ich bin nach der Lektüre dieses Buches über das Leben von Chopin deutlich schlauer.