inzwischen daselbst ein pianistischer klassiker, wird der nunmehr 70jährige maurizio pollini
womöglich erstaunt seinen frühesten einspielungen zuhören, denen professionelle kenner
aktuell neue sensationelle expertisen bescheinigen - der versierte dilettant wundert sich.
nach seinem warschauer chopin debut-erfolg war pollini anfang der 1960er jahre ein extrem
schwierig-scrupulöser junger pianist (scheu oder unsicher) bei seinen aufnahme-aktivitäten,
was emi-produzenten bezeugen, auf der suche nach seiner künstlerischen konsistenz.
wenn jetzt diese chopin-etudes nach über 50 jahren als modernere, besser: re-animierte auf-
nahmen neu erscheinen, soll uns konsumenten suggeriert sein, wir erhielten die ursprünglichere,
eben radikalere version vor der späteren (70er jahre) bekannten, absolut erstklassig ausgehörten
und auch klanglich besser ausbalancierten deutsche grammophon produktion, die mit pollinis
weiteren chopin-aufnahmen (preludes, polonais.) musikalisch erstrangig wie zeitlos prägend ist.
Etüden Op. 10 und 25 / Prelude Op. 28hier: ein frühes emi-dokument zeitbezogener wertigkeit.