Die Handlung, dass sich eine alleinstehende Frau mit Tochter in einem verschlafenen Dorf einmietet, dort einen Schokoladenshop aufmacht und in der Folge mit dem Bürgermeister und den Traditionen aneinander gerät, ist schnell erzählt.
Das besondere an diesem Film ist jedoch, dass die Schokoladen, die die Frau als Werbegeschenke den Dorfbewohnern anbietet, bei diesen etwas verändert. So können sich viele Bewohner der Shop-Besitzerin öffnen und wir erfahren etwas für die vielen Probleme, die die Bewohner mit sich selbst, aber auch miteinander haben.
Die äußere Klammer um die geistige Verfassung der Bewohner stellen die regelmäßigen Gottesdienste dar, in denen der junge Geistliche Predigten hält, die zuvor mit dem Bürgermeister genauestens besprochen werden. Die Staatsgewalt bemächtigt sich also der Institution Kirche, um ihre Ansichten durchzusetzen.
(Wer sich in der aktuellen Weltgeschichte umsieht, wird auch hier vergleichbare Vorgänge beobachten können.)
Da unserer Shop-Besitzerin NICHT in die Kirche geht, ist der Konflikt schon offen vorprogrammiert. Auch hier geht es nicht um Inhalte, sondern gleich ums Prinzip.
Die ganze Sache eskaliert noch im Dorf, als fahrendes Volk auftaucht und der Bürgermeister den angeblich moralischen Niedergang der Stadt verhindern möchte.
Doch so langsam haben sich die Einstellungen und Meinungen im Dorf geändert.
Besonders eindrucksvoll bringt dies der Geistliche gegen Ende des Filmes auf den Punkt:
Wenn es einen Gott gibt, dann werden wir nicht an dem gemessen, was wir verweigert, abgelehnt und ausgegrenzt haben, sondern an dem was wir angeboten, angenommen und willkommen geheißen haben.
Ein Gedanke, der doch recht gut auch in die Weihnachtszeit passt, oder?
Insgesamt ein Film, bei dem die Altersfreigabe zwar ab 6 lautet, der vom Verständnis her aber eher ab 13 - 15 Jahre geeignet ist. Nicht wegen nicht vorhandener Sex- oder Gewaltszenen, sondern wegen der vielen psychologischen Feinheiten bei der Wortwahl und der Handlung der Schauspieler. Diese Feinheiten überfordern ein 6-jähriges Kind und würden diesem den Film als langweilig erscheinen lassen.
Obwohl der Film in einer französischen Ortschaft spielt und auch französische Wortfetzen gebraucht werden, gibt es nur eine englische und deutsche Tonspur. Schade eigentlich.