14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fast schon ein Märchen mit Tiefgang für Große!, 1. Januar 2010
Die Handlung, dass sich eine alleinstehende Frau mit Tochter in einem verschlafenen Dorf einmietet, dort einen Schokoladenshop aufmacht und in der Folge mit dem Bürgermeister und den Traditionen aneinander gerät, ist schnell erzählt.
Das besondere an diesem Film ist jedoch, dass die Schokoladen, die die Frau als Werbegeschenke den Dorfbewohnern anbietet, bei diesen etwas verändert. So können sich viele Bewohner der Shop-Besitzerin öffnen und wir erfahren etwas für die vielen Probleme, die die Bewohner mit sich selbst, aber auch miteinander haben.
Die äußere Klammer um die geistige Verfassung der Bewohner stellen die regelmäßigen Gottesdienste dar, in denen der junge Geistliche Predigten hält, die zuvor mit dem Bürgermeister genauestens besprochen werden. Die Staatsgewalt bemächtigt sich also der Institution Kirche, um ihre Ansichten durchzusetzen.
(Wer sich in der aktuellen Weltgeschichte umsieht, wird auch hier vergleichbare Vorgänge beobachten können.)
Da unserer Shop-Besitzerin NICHT in die Kirche geht, ist der Konflikt schon offen vorprogrammiert. Auch hier geht es nicht um Inhalte, sondern gleich ums Prinzip.
Die ganze Sache eskaliert noch im Dorf, als fahrendes Volk auftaucht und der Bürgermeister den angeblich moralischen Niedergang der Stadt verhindern möchte.
Doch so langsam haben sich die Einstellungen und Meinungen im Dorf geändert.
Besonders eindrucksvoll bringt dies der Geistliche gegen Ende des Filmes auf den Punkt:
Wenn es einen Gott gibt, dann werden wir nicht an dem gemessen, was wir verweigert, abgelehnt und ausgegrenzt haben, sondern an dem was wir angeboten, angenommen und willkommen geheißen haben.
Ein Gedanke, der doch recht gut auch in die Weihnachtszeit passt, oder?
Insgesamt ein Film, bei dem die Altersfreigabe zwar ab 6 lautet, der vom Verständnis her aber eher ab 13 - 15 Jahre geeignet ist. Nicht wegen nicht vorhandener Sex- oder Gewaltszenen, sondern wegen der vielen psychologischen Feinheiten bei der Wortwahl und der Handlung der Schauspieler. Diese Feinheiten überfordern ein 6-jähriges Kind und würden diesem den Film als langweilig erscheinen lassen.
Obwohl der Film in einer französischen Ortschaft spielt und auch französische Wortfetzen gebraucht werden, gibt es nur eine englische und deutsche Tonspur. Schade eigentlich.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
genießen kann so einfach sein, 8. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Chocolat (DVD)
°
Chocolat ist wohl einer der süßesten Filme, die je in die Kinos gekommen sind. So süß und verführerisch war kaum einer vorher. Dabei geht es nicht um sinnlose Völlerei, sondern vielmehr um die Kunst des Genießens. Und genau diesen Genuß bringen Vianne Rocher (Juliette Binoche) ihre kleine Tochter Anouk in eine französische Kleinstadt, als sie dort ihre Chocolaterie eröffnet. Der Bürgermeister dort ist sehr gläubig und wacht mit strengem Auge über seine ´Schäfchen´ - ist es doch Fastenzeit und Genuß in seinen Augen eine Sünde. Schnell ist also Vianne der Inbegriff der Versuchung und wird von vielen gemieden. Auch ihr Verhältnis zu Roux (Johnny Depp), einem Zigeuner der mit seinem Flussboot einen Aufenthalt einlegt, ist nicht gerade förderlich für ihr Ansehen.
Besonders schön im Film sind die kleinen Schritte der Menschen, die nach und nach Kontakt zu Vianne aufnehmen. All diesen Leuten gibt sie ihre ganz persönliche Schokoladenmischung und hilft so auf ihre Weise, das Leben in dem Städtchen ein Stück lebenswerter zu machen.
Chocolat ist ein märchenhafter Film, dessen Anspielungen wohl bei jedem etwas berühren. In erster Linie lädt er dazu ein, sich an Kleinigkeiten im Leben zu freuen und es sich nicht unnötig schwer zu machen. Dabei vermittelt er eine Leichtigkeit, die an Amélie erinnert. Sehr sehenswert zum einfach Genießen.
~
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Biss für mehr Lebensfreude, 5. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Chocolat (DVD)
In Abhängigkeit vom Grad der eigenen intellektuellen Verspanntheit wird man diesen Film entweder mögen oder ablehnen. Gezeigt wird uns ein Märchen für Erwachsene, das kein Klischee auslässt. Wer also Märchen nicht mag oder es nicht ausstehen kann, wenn sich alles am Ende zum Guten fügt, der möge sich den Film ersparen. Die anderen werden sich mit ihm wohl fühlen.
Der Wind pfeift kalt durch die Gassen von Lansquenet-sous-Tannes als Vianne und Töchterchen Anouk mit ihren Koffern hier eintreffen und beschließen, dass sie die ehemalige Patisserie kaufen und in eine Chocolaterie umwandeln wollen. Dies aber ist ein Eingriff in die bisherige Lebensweise des Städtchens, das diktatorisch vom Bürgermeister Comte de Reynaud regiert wird. Mitten in der Fastenzeit verteilt Vianne aus einem unerschöpflichen Fundus ihre Süßigkeiten und bringt damit die Mehrheit der blutarmen Gemeinde gegen sich auf.
Doch die süße Sünde hat eine starke Anziehungskraft. Und Zurückhaltung war noch nie eine herausragende Eigenschaft des Menschen. Schokolade steht in diesem entzückenden Film für Lebensfreude und Genuss. Sie siegt über Bevormundung und Einförmigkeit.
Lasse Halström inszenierte dieses Märchen auf sehr konventionelle, aber liebenswerte Art. Von den allesamt hervorragend spielenden Darstellern fasziniert vor allem Juliette Binoche als attraktive Vianne.
Fazit.
Ein wunderschöner Märchenfilm, der auch als solcher klassisch in Szene gesetzt wurde. Sehenswert.
Die DVD ist in Ordnung. Das Bonusprogramm enthält jede Menge Interviews und die Entstehungsgeschichte des Films.
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