Eine kleine, feine Geschichte, die nach dem zweiten Weltkrieg in Frankreich spielt.
Das Leben in einem Dorf an der Tannes wird sehr glaubwürdig und eindrucksvoll beschrieben. Das Moralverständnis der 50er Jahre lebt der Bürgermeister bigott und verklemmt vor. Er zwingt seine Meinung dem ganzen Dorf auf, immer unter dem Mäntelchen des katholischen Glaubens.
Der Cafehausbesitzer, der Josephine, die Tochter eines Nazi-Kollaborateurs, mehr oder weniger aus Gnade geheiratet hat, verprügelt sie regelmäßig, um ihr den letzten Rest Selbstwertgefühl zu nehmen. Eine schwierige Mutter-Tochter-Enkel Beziehung und die eine und andere Lebensgeschichte erfährt man.
In dieses Alltagsleben dringt das Gewissen, in Form von Vianne, einer ledigen Frau mit Tochter, ein. Sie eröffnet ein Schokoladengeschäft und zieht sich damit den Zorn des Bürgermeisters zu, der in diesem Laden und in allem was Vianne verkörpert, eine Gefahr sieht.
Dem Thema Toleranz und Liebe wird viel Platz eingeräumt und auch ausgezeichnet beschrieben.
Es ist einfach ein schönes, entspannendes, empfehlenswertes Buch.