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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wo denn holprig? - Meine Wertung: 1A, 19. Oktober 2001
Ich kann mich den bisher geäußerten Meinungen der Leser nicht anschließen, dass die Sprache holprig sei. Viele finden auch den französischen Film oft langatmig und langweilig. Und dieses Buch spielt nun einmal in Frankreich. Ich bin sonst kein Fan von ausschweifenden Naturbeschreibungen. Hier jedoch haben sie einen - meiner Meinung nach - unübersehbaren Zweck: auf die Spießbürgerlichkeit und völlige Überholtheit im Denken der Leute in dem kleinen Dorf hinzuweisen, die noch glauben, was man ihnen von der Kanzel herunterpredigt. Der Text ist voller Anspielungen darauf, wie sehr sich alles in Richtung Himmel neigt. All die kleinen Andeutungen von Heuchelei und Ignoranz haben mich sehr amüsiert. Was dieses Buch für mich lesenswert macht, obwohl ich den Film schon kannte, ist die Geschichte von Vianne. Je weiter man liest, desto deutlicher wird, dass diese Frau, die ihren Kunden nur Gutes bringt und so stark wirkt, selbst einige Ängste mit sich herumträgt. Ihre Psyche wird massiv von ihrer Vergangenheit bedroht. Wenn man sich also einmal von dem Film abwendet, der ja doch um einiges anders ist als das Buch, wird man auch das Ende nicht in Frage stellen. Jede Abweichung davon wäre vom Handlungsstrang her völlig unlogisch gewesen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Himmlisch süß!!!, 7. April 2003
Im Buch geht es um Vianne die mit ihrer kleinen Tochter Anouk, die kurz vor der Fastenzeit in ein kleines französisches Städtchen gezogen sind. In diesem Ort ist der Pater Reynaud das Oberhaupt welcher es absolut unanständig findet, dass Vianne eine Chocolaterie eröffnet und somit die Menschen zur Sünde verführt. Er macht Vianne und Anouk das Leben schwer und als dann auch noch Zigeuner in der Stadt ankommen ist es endgültig um ihn geschehen. Er versucht alles um Vianne, Anouk und die Zigeuner aus der Stadt zu treiben und dazu ist ihm jedes Mittel recht. Am Ende erliegt er aber selbst seinen Gelüsten und wird das Gespött des ganzen Dorfes.Dieses Buch ist himmlich schön und verführt zum Essen von Schokolade. Ich rate ihnen, kaufen sie das Buch und kiloweise von der zartschmelzenden Köstlichkeit. Sie werden es nicht bereuen!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Süße Idee mit bitterem Beigeschmack, 23. November 2007
Gleich vorweg: Ich finde den Film besser. Es passiert nicht oft, dass ich die Verfilmung eines Buches besser finde als das Buch selbst. Hier ist das nun aber definitiv so.
Für sich genommen ist das Buch nicht schlecht. Die Grundidee der unkonventionellen ledigen Mutter die in einem spießigen Dorf eine extravagante Chocolaterie eröffnet hat eine Menge Potential. Auch die Figur das sie frenetisch bekriegenden Dorfpfarrers finde ich recht gut gelungen in seiner Ambivalenz. Aber diese ganze Problematik ist meiner Ansicht nach zeitlich verfehlt. Was ich aus den Beschreibungen entnehmen konnte wies stark darauf hin, dass die Geschichte in der heutigen Zeit oder doch zumindest in naher Vergangenheit spielt. Da wollen mir schafsköpfige Gläubigkeit, Moralapostelei über Süßigkeiten in der Fastenzeit und das ganze Entsetzen um eine ledige Mutter doch ziemlich verfehlt erscheinen. Wenn man - wie im Film geschehen - die Handlung in die ausklingenden 50er Jahre versetzt sind alle diese Konfliktsituationen nachvollziehbar und glaubwürdig. Aber um das Jahr 2000 herum wirken sie ziemlich fehl am Platz.
Ein weiteres großes Manko: die Schokolade. Ein Buch, das "Chocolat" heißt sollte sich etwas mehr mit diesem Thema befassen. Mein Eindruck war, dass all das erheblich zu kurz kommt. Es wird immer mal am Rande erwähnt, dass irgendjemand gerade eine Tasse heiße Schokolade trinkt, aber viel mehr spürt man auch nicht davon, dass es sich um eine Chocolaterie handelt.
Zu guter letzt noch etwas zum Stil. Ob er nun holprig ist oder nicht will ich hier nicht beurteilen. Wie gut oder schlecht jemand mit bestimmten Arten von Satzbau zurecht kommt muss jeder für sich selbst wissen. Ich fand nur, dass die ganze Geschichte ziemlich düster rüberkommt, auch weil sich die Protagonistin in ihren Gedanken viel mit Okkultismus und ähnlichem beschäftigt. Auch die Charakterisierung des Pfarrers trägt nicht gerade zur Aufhellung der Stimmung bei: Er ist fanatisch um die ziemlich antiquierte Moral des Ortes bemüht, hat dabei gleichzeitig einen starken Geltungsdrang, verbirgt ein düsteres Geheimnis seiner Jugend und besucht regelmäßig seinen anscheinend im Wachkoma liegenden Vorgänger im Amt, um diesem seine Probleme zu berichten (in der festen Überzeugung, verstanden zu werden).
Fazit: Eine gute Idee, die gute Laune verspricht, dieses Versprechen dann aber nicht halten kann und etwas abdriftet. Wer gute Unterhaltung mit Witz, einem wirklich schönen Ende und auch tatsächlich vorkommender Schokolade schätzt, der sollte lieber auf die Verfilmung zurückgreifen.
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