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Chlodwig I: Der Aufstieg der Merowinger in der antiken Welt
 
 
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Chlodwig I: Der Aufstieg der Merowinger in der antiken Welt [Gebundene Ausgabe]

Matthias Becher
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 330 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (18. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406613705
  • ISBN-13: 978-3406613708
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 91.410 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Anlässlich des 1500. Todestages Chlodwigs I. (27. November 511) erzählt Matthias Becher in seiner Biographie dieses Frankenkönigs spannend und faktenreich vom Aufstieg der Merowinger in der Völkerwanderungszeit.
Angelockt durch die wachsende Schwäche Roms in der Spät-antike waren Goten, Franken, Burgunder und andere Völker in das entstehende Machtvakuum gestoßen. Wenige Jahre vor der Geburt Chlodwigs aus dem fränkischen Geschlecht der Merowinger war schließlich der letzte römische Kaiser abgesetzt worden (476 n.Chr.), und fortan tobte der Kampf um die Vormacht südlich und nördlich der Alpen.
Matthias Becher erhellt gleichermaßen die militärischen und diplomatischen Erfolge von Chlodwigs Vater Childerich, die Kämpfe Chlodwigs um die Führung im Frankenreich und seine religionsgeschichtlich bedeutende Entscheidung, den katholischen Glauben anzunehmen. Ein Ausblick auf das Nachleben Chlodwigs beschließt den gut bebilderten und mit hilfreichen Karten ausgestatteten Band.

Über den Autor

Matthias Becher lehrt als Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

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Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"In terram salicam mulieres ne succedant".
(Folgenschwere Regelung der Lex salica)

Chlodwig I. (um 465 - 27.11.511) gelang es, alle anderen fränkischen Teilkönigreiche sowie weitere germanische Stämme und gallorömische Gebiete gewaltsam zu unterwerfen. Er wird daher als Begründer des Frankenreichs angesehen, das bei seinem Tode Territorien des heutigen Frankreichs, der Benelux-Staaten und Deutschlands umfasste. Vor allem seine Entscheidung, zum römischen Katholizismus - statt wie die anderen Germanen zum Arianismus - überzutreten, sollte zur wichtigsten Voraussetzung für die enge Bindung von Kirche und Staat werden, durch die die Geschichte Europas bis in die Gegenwart hinein bestimmt wurde. Das von Clovis, wie er von den Franzosen genannt wird, gegründete fränkische Großreich entwickelte sich schließlich zur dominierenden Großmacht im damaligen Europa, was rund 300 Jahre später Chlodwigs Nachfolger Karl dem Großen die Erneuerung des weströmischen Kaisertums ermöglichen sollte. In seinen vielfältigen Nachwirkungen ist das Frankenreich sowohl der Vorläufer Frankreichs als auch Deutschlands. Seine Teilung im Jahre 843 durch den Vertrag von Verdun wird als Beginn der beiden Nationen angesehen....

Prof. Dr. Matthias Becher lässt als ausgewiesener Experte für das Frühmittelalter bereits im Untertitel seines Buches "Chlodwig I." erkennen, dass er sich bei seiner Forschungsarbeit nicht alleine auf die Person dieses salfränkischen Königs beschränkt. "Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der Antiken Welt" bedeutet, zunächst einen Rückblick auf die "Germania" des römischen Senator und Historikers Publius Cornelius Tacitus (um 55 - 120) auf die Vorläufer der Franken zu werfen.

Der Einleitung, in der sich der Autor unter anderem mit Grundsätzlichem zur Kritik am "Decem libri historiarum" des Gregor von Tours und den beiden anderen, im frühen 7. Jahrhundert verfassten Quellen "Fredegarchronik" und dem "Liber Historiae Francorum" befasst, folgen dann drei Kapitel in deren Mittelpunkt die Zeit vor Chlodwig steht. Dem bereits genannten Tacitus war ein Volk der Franken (die Kühnen oder die Freien) nicht bekannt, denn dieses sollte sich erst im 3 nachchristlichen Jahrhundert aus den Usipetern, Tenkterern, Sugambrern, Brukterern und anderen Stämmen zusammenschließen. Die Franken und das römische Reich sind Gegenstand des ersten Kapitels. Hierin wird ihr Verhältnis zu Rom zwischen der Zeit der Tetrarchie bis zur valentinianischen Dynastie geschildert. Ein wichtiges Ereignis markiert die Entscheidung des Kaisers Julian Apostata, der im Jahre 358 den Salfranken als Gegenleistung für die Bereitstellung von Truppen und Grenzsicherungsaufgaben das linksrheinische Toxandrien als Siedlungsgebiet überließ. Das zweite Kapitel steht im Zeichen Galliens und dem Ende des Weströmischen Reiches im Zuge der Völkerwanderung, der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (451) und der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus (476). Kapitel drei befasst sich mit den frühen Frankenkönigtum im Dunkel der Überlieferung. Neben der Suche Gregors von Tours Suche nach den ersten Königen der Franken, die er aus Pannonien kommen lässt, gibt es auch die abenteuerliche "origo gentis" bei der die Herkunft der Franken auf Priamos, den König von Troja zurückgeführt wird. Daneben wurde versucht, eine sakrale Stellung der Merowinger auf einen sagenhaften Stiergott, ein Meeresungeheuer oder im Zusammenhang mit ihrer langen Haartracht gar auf das Alte Testament zurückzuführen. Beginnend mit Gennobaudes (um 289) sind bis Neviogastes (um 410) vierzehn Frankenkönige sicher bezeugt. Anders als das Liber Historiker Francorum, das einen Faramund als Vater Chlodios ausweist, nennt Gregor von Tours Theudomer, Chlodio, Merowech und Childerich, den Vater Chlodwigs als erste, miteinander verwandte merowingische Herrscher. Nach Ausführungen zu König seinem Grab und Hort sowie archäologischen und schriftlichen Quelle....

..beginnt schließlich auf Seite 144 mit dem vierten Kapitel das erste von fünf, das dem Leben und Wirken Chlodwigs I. gewidmet ist. Beginnend mit der Eroberung des Syagrius-Reiches über die Rollen seiner Ehefrau Chrodechilde, Remigius von Reims und Martin von Tours bei der Bekehrung und Taufe Chlodwigs, die siegreichen Kriege gegen Westgoten und Burgunder wird seine Vita und ihre Bedeutung für den Lauf der Geschichte ausführlich dargestellt.Während die blutige Beseitigung der anderen Kleinkönige wenig rühmlich war, zählt die Übernahme der römischen Ordnung und vor allem die Schaffung der "Lex salica", in der auch seine Nachfolge geregelt wurde, zu seinen wichtigsten Leistungen.

Besonders Lobenswert und hilfreich für den Leser ist ein - mit 50 Seiten üppiger - Anhang. Einem Anmerkungsverzeichnis, folgen ein Bild- und Kartennachweis, eine Danksagung sowie vier Stammbäume "der frühen Merowinger bis zu Chlodwigs Söhnen" und den Königen der Westgoten, Burgunder und Ostgoten. Bevor ein Register das Gesamtbild der wissenschaftlichen Arbeit abrundet, bietet eine reichhaltige Bibliographie zahlen Lexika, Quellen und Literatur für einen tieferen Einstieg in die Thematik.

5 Amazonsterne für eine wissenschaftlich fundierte Rundumbetrachtung.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Mit seinem Übertritt zum Christentum und der Begründung eines Fränkischen Großreiches gilt Chlodwig I. heute noch als französischer Nationalheld und auch Gründer der Nation. Wie der Professor für Mittelalterliche Geschichte Matthias Becher jedoch festhält haben die Franzosen Clovis I. nur für sich vereinnahmt, denn aus dem Frankenreich, das am Ende Gebiete des heutigen Frankreichs, der Benelux-Staaten und des westlichen Deutschlands umfasste sollte nach dem Übergang der Königswürde von den Merowingern zu den Karolingern das Reich Karl des Großen entstehen, der durch diese überragende Machtstellung auch das weströmische Kaisertum wiederbeleben konnte.

Bevor man sich jedoch an die Lektüre dieser "Biografie" wagt sollte man wissen, dass die Quellenlage um Chlodwigs Leben und Taten äußerst bescheiden ist. Entsprechend beschäftigt sich das Buch zunächst einmal deutlich ergiebiger mit anderen Fragen bezüglich des Aufstiegs der Merowinger und die Herkunft der Franken. In der Folge ist dann aber auch der biografische Anteil tendenziell eher distanziert-zurückhaltend gestaltet, um vor allem wissenschaftlichen Ansprüchen genügen zu können.

Der Aufstieg der Franken und später der Dynastie der Merowinger nahm Roms Niedergang seinen Anfang, weshalb sie in den römischen Quellen zunächst als Bedrohung auftraten. Nach der Wiedervereinigung des unter der Tetrarchie in einen west- und oströmischen Herrschaftsbereich unterteilten Römischen Imperiums durch Konstantin den Großen und dem Herrschaftsantritt seiner Söhne sollte es Kaiserneffe Julian (Apostata) sein der als Caesar Constantius II. die Statthalterschaft Galliens übernahm und in seinen Feldzügen neben der Loyalität seiner Truppen, die ihm zum Kaiserpurpur verhelfen sollten, auch den Siegertitel Francicus erwarb. Doch Julian war es auch der es sich ihm unterworfenen Franken ermöglichte sich in Toxandrien anzusiedeln. Jahrhhunderte später sollten die Franken unter Chlodwig I. von dort aus dem gallo-römischen Herrscher Syragius entgegenziehen und dessen Herrschaft ein Ende bereiten, womit sich der junge Frankenkönig die Grundlage für seinen rasanten Aufstieg verschaffte.

Mit der Absetzung des gescheiterten Romulus Augustulus im Jahr 476 geht der Autor einer interessanten Frage nach, nämlich inwieweit der vermeintliche Untergang Roms wirklich noch Folgen für die aufstrebenden neuen Völker und ihre Reiche hatte. Chlodwig I. selbst sollte es im Ringen um politische Legitimation sogar zum patricius bringen, als solcher wurde er nämlich vom oströmischen Kaiser Anastasios I. anerkannt. Die Absicherung seiner Herrschaft scheint dem Frankenkönig ein entscheidendes Anliegen gewesen zu sein, auch wenn sich der Autor mit einer Deutung Chlodwigs Ambitionen zurückhält. Was Chlodwig vollbrachte spricht aber auch seine eigene Sprache. Er suchte Anschluss an die Könige seiner Zeit und verband seine Dynastie durch eine geschickte Heiratspolitik mit Burgund, während er seine Schwester mit dem Ostgotenkönig Theoderich den Großen verheiratete. Dennoch entschied sich Chlodwig nicht wie seine gotischen Potentanten für das arianische sondern das katholische Christentum, womit einen Konflikt zwischen den katholischen Bischöfen und ihren arianischen Königen provozierte, was immerhin auch die fränkischen Beziehungen zu den Westgoten nachhaltig schädigen sollte.

- Resümee -
"Chlodwig I. - Der Aufstieg der Merowinger das Ende der antiken Welt" ist nur zum Teil eine Biografie und zudem eine die aufgrund des Mangels an Quellen so manche Lücken aufzuweisen hat. Vom Stil her tendenziell wissenschaftlich-distanziert ist das Buch vor allem eine lesenswerte Beschreibung der Transformation des fränkischen Reiches nach dem Ende Roms, mit einem bestimmten zeitlichen und personellen Fokus auf Chlodwig I.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Caliban TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Über das Leben Chlodwigs existiert nur eine verlässliche Quelle: die Biographie Gregor von Tours. Dieser Schwierigkeit stellt sich der Verf. auf beeindruckende Weise. Beinahe die Hälfte des Buches schildert der Verfasser den Aufstieg der Franken und lässt den Leser dabei an den neuesten Forschungsergebnissen teilhaben. Erörtert wird das Auftreten dieses Völkerverbundes im dritten Jahrhundert, die zugehörigen Teilstämme und Siedlungsgebiete. Überraschenderweise konfrontiert der Verf. den Leser mit einer neueren wissenschaftlichen Theorie, nach der die Salier gar kein fränkischer Volksstamm waren, sondern das Wort Salier nur ganz allgemein den freien fränkischen Krieger bezeichnete. Die dafür vorgebrachten Argumente leuchten jedenfalls ein. So geht es weiter: Der Verf. erfährt einiges über die Gründe für den Untergang des weströmischen Reiches. Zentrale Protagonisten wie etwa Aetius kommen prägnant zur Sprache usw.

Erst die zweite Hälfte des Buches widmet sich der Politik Chlodwigs. Der Verf. argumentiert dabei mit den wenigen Originaldokumenten (einige Briefe an Chlodwig sind im Original erhalten) und den aus anderer Warte bekannten historischen Umständen (Kriege gegen die Alemannen, Burgunder und Westgoten). Dabei entsteht ein geschlossenes Bild der Politik des Merovingers, der ohne jede Skrupel praktisch das gesamte gallo-römische Sieldungsgebiet unterwarf. Insbesondere die Taufe in Reims wird als eine strategische Entscheidung in den Mittelpunkt gestellt, was mir persönlich einleuchtet. Die frommen Heiligenlegenden und die Geschichten, die sich um den Einfluss von Chlodwigs Gattin ranken, werden dabei zurecht gerückt. Indem Chlodwig zur katholischen Lehre übertrat, hat er zielgerichtet auf die katholischen Untertanen seine westgotischen und burgundischen Konkurrenten eingewirkt.

Ein echtes Charakterportrait des Protagonisten kommt am Ende wohl nicht zustande, was ich angesichts der Quellenlage für seriös halte. Die wenigen Originalquellen sprechen - was die Brutalität und Skrupellosigkeit des Protagonisten angeht - für sich.

Für mich vereint das Buch in idealer Weise die klassische chronologische Darstellungsweise (die ich oft an neueren historischen Monographien im Stil der Annales vermisse) und eine moderne, an den gegenwärtigen Erkenntnissen der Forschung orientierte Erörterung. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen!
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