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Chinesisches Roulette [VHS]
  

Chinesisches Roulette [VHS]

Margit Carstensen , Anna Karina , Rainer Werner Fassbinder    Freigegeben ab 16 Jahren   Videokassette


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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der wohl größte Verdienst der neuen Werkausgabe von Rainer Werner Fassbinders Spielfilmen liegt darin, dass man durch sie endlich auch weit gehend untergegangene und in Vergessenheit geratene Nebenwerke wie Chinesisches Roulette in vorbildlichen Editionen noch einmal oder eben zum ersten Mal entdecken kann. In den 13 Jahren, die zwischen Liebe ist kälter als der Tod und Querelle. Ein Pakt mit dem Teufel liegen, hat Fassbinder so ziemlich das komplette Spektrum des Kinos abgeschritten. In seinem Werk steht Klassisches neben Experimentellem, Politisches neben Privatem, Melodramatisches neben Essayistischem. Und auch wenn sich im Lauf der Zeit einzelne Aspekte seines Werks vor die anderen geschoben haben, stehen sie doch alle gleichberechtigt nebeneinander. Natürlich fällt das nahezu mathematisch durchkalkulierte Familiendrama Chinesiches Roulette erst einmal aus Fassbinders Oeuvre heraus, aber auf der anderen Seite ist es gerade wieder dieses Herausfallen, das ihn zu einem zentralen Teil des Schaffens eines Künstlers macht, der sich nie festlegen lassen wollte.

Die Ehe von Ariane (Margit Carstensen) und Gerhard (Alexander Allerson) besteht im Prinzip nur noch nach Außen hin. Jeder wahrt gerade noch den letzten Rest der Fassade. Doch auch der zerbricht schließlich an einem Wochenende, das beide ungestört -- er mit seiner Geliebten Irene (Anna Karina), sie mit ihrem Liebhaber Kolbe (Ulli Lommel) -- verbringen wollten. Eine Intrige bringt alle vier in Gerhards Schloss zusammen. Die angespannte Situation, zu der auch die Verwalterin Kast (Brigitte Mira) und ihr schriftstellernder Sohn Gabriel (Volker Spengler) ihren Teil beitragen, gerät völlig außer Kontrolle, als auch noch Arianes und Gerhards gehbehinderte Tochter Angela (Andrea Schober) mit ihrer stummen Erzieherin (Macha Méril) im Schloss eintrifft. Angela hasst ihre Eltern und versteht es zudem perfekt, sie zu manipulieren. Sie treibt ihr Spiel mit ihnen, das dann am zweiten Abend im "Chinesischen Roulette" gipfelt. Bei diesem Wahrheitsspiel, das auf gezielt gestreuten Behauptungen und Andeutungen basiert, brechen die Lebenslügen der Erwachsenen endgültig auf, und die angestaute Gewalt entlädt sich in einem so sinnlosen wie symbolischen Schuss.

Die Konstellation in Chinesisches Roulette hat etwas von einer Versuchsanordnung. Fassbinder führt eine Gruppe von acht Menschen, die durch vielfältigste Beziehungen und Gefühle aneinander gebunden sind, an einem Ort zusammen und spielt dann die Möglichkeiten durch, die sich aus einer solchen Situation ergeben können. Man erfährt fast nichts über die einzelnen Figuren. Immer wenn man meint, auf der richtigen Spur zu sein, kommt ein neues Detail ins Spiel, das alles wieder ungewiss und ambivalent erscheinen lässt. So reduzieren sich alle auf ihre Reaktionen in der Extremsituation des Wochenendes. Und was sich dabei offenbart, gehört sicher zum düstersten, was Fassbinder je auf die Leinwand gebracht hat. Die Verzweiflung, die In einem Jahr mit dreizehn Monden kennzeichnete, ist hier kaltem Hass gewichen. Jeder zerstört den anderen, jeder belügt sich selbst, und auf Erlösung braucht man gar nicht erst zu hoffen.

Der Film gleicht einer Vivisektion, und Fassbinder nutzt Michael Ballhaus' Kamera wie ein Skalpell. Die entscheidenden Szenen spielen in einem großen Saal mit mehreren Spiegeln und Plexiglas-Vitrinen. So werden die Figuren von deren spiegelnden oder durchsichtigen Flächen mal zerschnitten und mal verdoppelt. Jede Einstellung bringt etwas hervor, das unter der Oberfläche schlummert, und jede Kamerabewegung schafft neue Beziehungen und zerstört alte. Die Eleganz der Inszenierung erreicht hier eine Unerbittlichkeit, wie man sie sonst höchstens noch aus den Filmen Josef von Sternbergs kennt. --Sascha Westphal

Video Jakob Kurzinhalt

Sechs Personen treffen sich auf einem Schloss: Ein Ehepaar, jeweils mit dem/der Geliebten, ihre gehbehinderte Tochter Angela mit ihrer stummen Erzieherin. Diese sechs Personen werden von einer Haushälterin und deren Sohn Gabriel, einem Schriftsteller, versorgt. Nach Phasen der Unsicherheit und des Sich-Belauerns arrangiert Angela, die intelligenter ist, als die von ihr gehassten Eltern, das

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