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Produktinformation
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Von einer zauberhaften Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, erzählt Tereza Vanek vor dem Hintergrund von Geschehnissen, die bereits das Jahr 1933 ankündigen. Die unbeschwerte Alexandra hört erstmals von Anfeindungen, denen Juden und andere Minderheiten ausgesetzt sind, und erfährt deren Brutalität am eigenen Leib. Zum historischen Hintergrund des Romans: Nicht nur in San Francisco oder London gab es Chinatowns. Auch in Hamburg entstand nach dem Ersten Weltkrieg ein chinesisches Vierte: im Stadtteil St. Pauli. Hamburger Reedereien beschäftigten zunehmend Chinesen, vor allem als Heizer und Kohlenzieher. Im Laufe der NS-Herrschaft gerieten die chinesischen Migranten verstärkt in den Blick der Behörden. Razzien gehörten zu ihrem Alltag. Im Zuge der »Chinesenaktion« 1944 nahm die Gestapo 130 chinesische Männer fest und verschleppte viele von ihnen in Arbeitslager. Nach der Befreiung zogen die Überlebenden aus Deutschland fort.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine ungewöhnliche Liebe im Hamburg der 20er-Jahre,
Von Zabou1964 (Krefeld) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Chinatown (Broschiert)
In ihrem neusten Werk widmet sich die Autorin Tereza Vanek erneut der Liebe zweier Frauen vor historischem Hintergrund. Die Reise geht diesmal in die späten Zwanziger Jahre Hamburgs. Dort hat sich, wie in vielen Teilen der Welt, ein chinesisches Viertel gebildet, in dem sich chinesische Einwanderer niedergelassen haben. Hauptsächlich leben dort alleinstehende Männer und arbeiten hart. Unter ihnen ist jedoch eine Frau: Mai Ling, die von Liang als Prostituierte nach Deutschland geholt wurde. Er verkauft sie an deutsche Männer, was die junge Chinesin zunächst demütig hinnimmt.Alexandra dagegen ist eine lebenslustige junge Frau, deren größter Traum es ist, Jazzsängerin zu werden und so ihrem verhassten Sekretärinnenjob entfliehen zu können. Sie hat gerade eine gescheiterte Beziehung zu einer jüdischen Rechtsanwältin hinter sich und betäubt sich mit ausgedehnten Kneipentouren und viel Alkohol. Ihre Freundin Greta bittet sie eines Tages, sich einer schwerverletzten chinesischen Prostituierten anzunehmen. Die junge Frau ist von einem Freier schwer misshandelt worden. Alexandra ist ihre Rolle als Krankenpflegerin zunächst nicht geheuer. Doch mit der Zeit fassen die beiden grundverschiedenen Frauen Vertrauen zueinander und es entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Doch ihr Glück ist nicht von langer Dauer. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und Mai Lings Verfolger. Tereza Vanek legt in ihrem Roman sehr großen Wert auf die Psyche ihrer Protagonistinnen. Abwechselnd erzähl sie in der personellen Perspektive aus der Sicht von Alexandra und Mai Ling. Dabei gelang es ihr, mir das Denken und Handeln der beiden Frauen nahe zu bringen. Besonders die Vorgeschichte Mai Lings in China hat mich sehr bewegt. Mit sehr viel Gefühl beschreibt die Autorin, wie aus dem gebildeten Mädchen aus gutem Hause ein Blumenmädchen in Shanghai werden konnte. Wie ich auf der Website der Autorin gelesen habe, hat sie sich sehr eingehend mit der chinesischen Geschichte beschäftigt und das Land sogar bereist. Das chinesische Viertel Chinatown" hat wirklich existiert und die Jazzszene hat sich auf St. Pauli in dieser Zeit entwickelt. Im Nachwort erklärt Frau Vanek, dass sie natürlich einige historische Fakten ein wenig zu Gunsten des Romans verändert hat. Da es sich hierbei aber um eine fiktive Geschichte handelt, finde ich das legitim. Obwohl es in diesem Werk um eine lesbische Liebe geht, sollten sich Heterosexuelle nicht abschrecken lassen. Die Autorin schildert die wenigen körperlichen Szenen mit sehr viel Feingefühl. Ihr Augenmerk liegt hauptsächlich auf den zwischenmenschlichen Beziehungen. Besonders interessant fand ich die Unterschiedlichkeit der beiden Hauptfiguren. Beide, aber besonders Alexandra, entwickeln sich durch die Beziehung positiv: Alexandra lernt, Verantwortung zu übernehmen und nicht nur an ihr Vergnügen zu denken, Mai Ling dagegen wird mutiger und selbstbewusster. Abschließend möchte ich noch das sehr gelungene Cover erwähnen. Es zeigt in der oberen Hälfte das Gesicht einer Chinesin, darunter, über einen nackten, mit chinesischen Schriftzeichen bemalten Rücken blickend, das Gesicht einer Europäerin mit einer Frisur, wie sie in den Zwanziger Jahren modern war. Treffender hätte das Bild den Inhalt des Buches nicht beschreiben können. Fazit: Ein sehr gefühlvoller historischer Roman, der mir das Lebensgefühl der Roaring Twenties näher gebracht hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sankt Pauli Ende der 1920er Jahre: Ausgelassenheit, Jazz, Frauenhandel, Drogen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Chinatown (Broschiert)
Im chinesischen Hafenviertel von Hamburg ist Mai Ling eine der wenigen chinesischen Frauen. Aus einem Bordell in Shanghai verkauft, muss sie, illegal in Deutschland, als exotische Schönheit weiter als Prostituierte für ihren Zuhälter Liang arbeiten.Ganz anders das Leben der lebenslustigen und auffälligen Alexandra, die das bunte Treiben im Hafenviertel liebt. In kurzen Kleidern mit modischem Haarbob zeigt sie sich öffentlich mit ihrer androgynen Freundin Sarah. Alexandra arbeitet als Sekretärin, liebt aber den Jazz so sehr, dass sie von einem Erfolg als Jazzsängerin träumt. Aber auch die ersten kurzhaarigen, großen, blonden jungen Männer sieht man durch Hamburgs Straßen marschieren. Nach ihrer gescheiterten Beziehung zu Sarah lässt sich Alexandra zu unüberlegten Äußerungen hinreißen, die schwerwiegende Konsequenzen für die jüdische Sarah haben. Getrieben von Schuldgefühlen schließt sich Alexandra einem sozialen Projekt ihrer Freundin Greta an, die Prostituierten in Sankt Pauli helfen möchte. So kommt es, dass Alexandra Mai Ling, nachdem diese von einem Freier schwer misshandelt und verletzt wurde, bei sich aufnimmt. Zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Frauen entwickelt sich allmählich eine zarte Beziehung, die aber nicht unbemerkt und komplikationslos bleibt. Tereza Vanek beschreibt auf sehr intensive Weise, wie vielfältig das Leben und die menschlichen Schicksale in Hamburgs Hafenviertel Ende der 1920er Jahre waren. Viel Wert legt die Autorin auf eine genaue und tiefgreifende Darstellung ihrer facettenreichen Charaktere. Gleichzeitig entsteht eine Spannung, die besonders durch den erzählerischen Perspektivwechsel zwischen Mai Ling und Alexandra hoch gehalten wird. Auch die eingebauten Rückblenden in Mai Lings Vergangenheit, bevor sie nach Hamburg kam, sind bewegend zu lesen. Obwohl der Schwerpunkt auf den zwischenmenschlichen Beziehungen der Protagonisten liegt, spürt man die zunehmende Bedrohung durch den aufkommenden Rechtsradikalismus. Frauen- und Drogenhandel spielen auch dabei keine geringe Rolle. Tereza Vanek schreibt über eine ungewöhnliche Liebesbeziehung zu Zeiten der jüngeren deutschen Vergangenheit. Ihre Protagonisten agieren authentisch und entwickeln sich im Laufe der Geschichte deutlich. Die Örtlichkeiten und Hintergründe sind gut recherchiert und lebendig beschrieben. Ein Roman, dessen Realitäten eins ums andere Mal erschrecken, der aber vor allem eins ist: berührend und mit viel Liebe verfasst. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ungewöhnlich und spannend!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Chinatown (Broschiert)
Dieses Buch hätte ich mir eigentlich nach dem Klappentext nicht gekauft. Ich dachte, och nö, eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen muß ich nicht haben. Aber dann bekam ich das Buch geliehen, fing an zu lesen und wurde förmlich in die Handlung hineingesogen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Handlung ist vielschichtig mit vielen unerwarteten Wendungen. Sehr bildhaft hat die Autorin das Leben der Prostituierten Mai Ling beschrieben, und auch die lebenslustige, chaotische Alexandra konnte ich bildlich vor mir sehen. Das fast zaghafte Annähern der beiden Frauen und ihre darauf folgende Beziehung wurde sehr gut herausgearbeitet ohne irgendwie klischeehaft zu wirken. Die Beschreibung von Mai Lings Schicksal hat mich sehr berührt und der Schluß war super spannend, denn es war nicht absehbar wie das Ganze ausgeht und ich habe wirklich mitgefiebert. Ein gelungenes Werk!
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