Bei seinem Erscheinen war dieser Film ein Ereigniss. Er belebte ein Genre wieder, dass dreißig Jahre zuvor die Kinoleinwände beherrscht hat. Denn obwohl "Chinatown" natürlich ein Film in wunderbaren Farben ist, gelingt es hier dem Regisseur trotzdem die düstere Atmosphäre des Film Noir wieder auferstehen zu lassen. Es stinkt zum Himmel, was passiert in diesem Film, möge der Himmel noch so blau sein. Korruption und Machtgier sind die Grundlagen des Wachstums von L.A., inmitten der Wüste. Doch der Dreh, der dann kommt, schlägt das alles noch einmal um Längen. Denn das mit dem Geld ist nur die Oberfläche. Die wirklich schlimmen Ereignisse lauern tiefer.
Angesichts der jüngsten Ereignisse und Diskussionen um den Regisseur Polanski mag ausgerechnet dieser Film verwundern. Denn hier wird genau das in einem Film gezeigt, was dem Regisseur selbst wenige Jahre nach dem Dreh dieses Films vorgeworfen wurde. Ein Leben eines jungen Mädchens wird durch die Sexualität eines älteren Mannes zerstört. Sieht man diesen Film und sein Ende, steht man fassungslos vor dem Rätsel, wie so etwas sein kann. Liest man über die Ereignisse in der Realität, steht man ebenfalls fassungslos vor dem Rätsel, wie das alles sein kann.
Ein großartiger Film bleibt das trotz allem. Musik, Kamera, Schauspieler, Kostüme, Story, alles passt hier zusammen. Ein Film für alle, die auf Details achten und dabei großes Handwerk zu schätzen wissen.