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Produktinformation
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Über vierhundert Jahre hinweg, vom Niedergang der Ming-Dynastie (1368-1644) und dem Beginn der Fremdherrschaft der Mandschu (1644-1911) bis zur gewaltsamen Niederschlagung der Demokratiebewegung von 1989 und den unaufhaltsamen Veränderungen im Lande vor allem nach dem Tod Deng Xiaopings 1995, spürt Spence den ganz eigenen Gesetzen und Mustern nach, die Chinas andauernde Suche nach sich selbst und seinem Platz in der Welt von heute so entscheidend prägen. Mit erzählerischer Brillanz und großer Gelehrsamkeit spannt er dabei nicht nur einen weiten historischen Bogen, sondern hält seinen Blick immer auch auf die handelnden Menschen und ihre Schicksale gerichtet und ermöglicht somit wertvolle Einblicke in eine uns fremde Mentalität.
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Die Schilderung erfolgt gegliedert in fünf umfangreiche Abschnitte, die sich weniger dem für chinesische Historiographie eher typischen zyklischen Schema unterordnen, sondern ihre eigene, thematische Periodisierung finden: [1] "Eroberung und Konsolidierung" beginnt mit dem Niedergang der Ming, schildert den Aufstand des Rebellenführers Li Zicheng 1644 und schließlich die Eroberung durch die Manjuren und die Konsolidierung unter den drei großen Qing-Kaisern Kangxi, Yongzheng und Qianlong. [2] "Zersplitterung und Reform" befasst sich mit dem Einbruch des Westens in die nach außen abgeschirmte chinesische Gesellschaft des 19. Jh. und den Entwicklungen, die sich aus dem folgenschweren Versuch ergaben, trotz der mit den Handelsbeziehungen erzwungenen Öffnung Reformen auf politischem und sozialem Gebiet weiterhin zu vermeiden. Die Unfähigkeit des Kaiserhauses, das durch den Machtzuwachs der Generäle und Warlords, Knebelverträge des Auslands und die häufigeren Erhebungen des Volks destabilisierte Land zu einen, führte letztendlich 1911 zum Zusammenbruch der Dynastie und dem Versuch, China die Verfassung einer Republik zu geben ([3] "Staat und Gesellschaft in neuer Sicht"). Dieser Versuch scheiterte, und die folgenden Jahrzehnte waren geprägt durch wirtschaftliche Unsicherheit, Hungersnöte und durch anhaltende Kämpfe zwischen den Nationalisten der Guomindang, den von russischer Seite geförderten Kommunisten, den Warlords und der als letztes in China verbliebener Auslandsmacht, den Japanern, die alle mit unglaublicher Härte geführt wurden. Diese Periode endete schließlich mit dem Sieg der Kommunisten unter Mao Zedong und der Flucht Chiang Kaisheks nach Taiwan. Das vierte Kapitel ("Krieg und Revolution") schildert die Epoche des kommunistischen Chinas unter Mao, die Beziehungen zum Ausland und die für diese Dauer einschneidenden Ereignisse des Großen Sprungs und der Kulturrevolution. [5] "Öffnung zur Welt" schließlich gibt einen Überblick über die Veränderungen, die mit der Rückkehr Deng Xiaopings in Politik und Wirtschaft einsetzen. Die Darstellung endet mit den Vorfällen im Juni '89, angesichts dieser der Autor zu bedenken gibt, dass es sich auch hier noch immer um den selbstschwächenden Versuch handle, technische Errungenschaften des Westens zu übernehmen, ohne sich den Konsequenzen in politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht stellen zu wollen.
Spence versteht es, Forschung wie Belletristik zu schreiben, was sicherlich neben der Faktenfülle einen Reiz dieses Buchs ausmacht. Er räumt den unterschiedlichen Bereichen Wirtschaft, Politik, Militär und Gesellschaft gleichermaßen Platz ein und charakterisiert selbst Personen von historisch eher nachgeordneter Bedeutung noch plastisch und einprägsam. In theoretischer Hinsicht wäre zu bemängeln, dass der Autor keine wirklich brauchbare Definition von "Moderne" gibt, die noch dazu in übernationaler Perspektive funktionieren würde, sondern lediglich ein paar vage Andeutungen im Vorwort. Dieses kleine Manko tut der generellen Qualität der Darstellung indes keinen Abbruch, so dass man dieses Buch allen, die sich für die neuere chinesische Geschichte interessieren, nur wärmstens empfehlen kann.
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