Neunzehn Gesprächsprotokolle, die der Autor von Juli bis Oktober 2005 und, das ist der eigentliche Clou, zwei Jahre später im September 2007, in Peking aufgenommen hat, geben einen aktuellen und desillusionierenden Einblick in den Chinaboom mit all seinen hoch gesteckten Erwartungen, Hoffnungen, Auswüchsen und tiefen Enttäuschungen.
Dabei wurde ein breites Spektrum an Protagonisten interviewt: Ein ehemaliger DDR-Militärattache der heute zwei Gaststätten führt, ein ausgewanderter Schwede, der sich als Schauspieler betätigt, ein hoffnungsvoller nigerianischer Fußballer, dem es immer noch nicht gelungen ist das Geld für den Heimflug zu verdienen, eine dubiose kanadische Geschäftemacherin, die später vom FBI gesucht wird, eine Stieftochter des ehemaligen chinesischen Außenministers, die als Austauschschülerin mehrere Jahre in den USA lebte und nicht zuletzt der in Deutschland bekannt gewordene Künstler Ai Weiwei: man könnte die Reihe so weiterführen, kein Fall ist wie der andere und dennoch haben sie alle etwas gemeinsam: Große Erwartungen und oft der tiefe Fall in den Alltag einer Gesellschaft, die den ökonomischen Erfolg als einzigen Wertmaßstab anerkennt und die letztlich doch fremd und selbst Einheimischen ein Rätsel bleibt.
Es gibt mittlerweile eine Fülle von so genannten China-Ratgebern. Dieses Buch macht einen großen Teil davon überflüssig. Zum Kauf wird dringend geraten!